Das ändert sich 2018

Mit dem Jahreswechsel treten einige Änderungen für Autofahrer in Kraft, die sie jetzt schon kennen sollten!
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Mit dem Jahreswechsel treten einige Änderungen für Autofahrer in Kraft, die sie jetzt schon kennen sollten!

© Imago/Karina Hessland
15.11.2017 - 09:15 Uhr von Holger Wittich

Mit dem neuen Jahr treten auch einige neue Regeln und Vorschriften für Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer in Kraft. Die wichtigsten Neuerungen zeigen wir in unserer Zitatebox im Überblick!

Gleich zum Jahreswechsel gibt es neue Regelungen bei den Winterreifen zu beachten: Ab dem 1.1.2018 muss ein bestimmtes Symbol vorhanden sein. Doch ältere Reifen dürfen selbstverständlich noch weiter gefahren werden, die Neuerung betrifft nur Gummis, die neu hergestellt werden. Wer aber generell keine geeigneten Reifen im Winter fährt, muss mit höheren Bußgeldern für Fahrer und Halter rechnen.

  1. 1.1.2018: Änderung bei Winter- und Ganzjahresreifen
    Zum Stichtag sind nur noch Winter- und Ganzjahresreifen mit dem Alpine-Symbol (Schneeflocke vor Berg-Silhouette) zulässig. Das alleinige M+S-Symbol bei Ganzjahresreifen reicht im Rahmen der situativen Winterreifenpflicht nicht mehr aus. M+S-Reifen ohne Schneeflockensymbol, die bis zum 31.12.2017 produziert wurden, dürfen bis 30.9.2024 gefahren werden. Das Produktionsdatum lässt sich an der DOT-Nummer (Wochen/Jahr) an den Reifenflanken ablesen.

  2. 1.1.2018: Höheres Bußgeld bei Verstoß gegen Winterreifenpflicht
    Bisher wurde der Fahrer mit einem Bußgeld von 60 Euro und 1 Punkt in der Verkehrssünderkartei in Flensburg bestraft, wenn er mit einem Auto ohne geeignete Reifen unterwegs war. Bei einer zusätzlichen Behinderung sind es 80 Euro. Ab 2018 wird auch der Halter des Fahrzeugs bestraft. Er muss mit einer Geldbuße in Höhe von 75 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen.

  3. 1.1.2018 Abgasuntersuchung mit Abgasmessung am Endrohr
    Fahrzeuge ab dem Baujahr 1.1.2006 waren bisher im Rahmen der Hauptuntersuchung (HU) von der Abgasmessung am Endrohr per Sonde befreit. Stattdessen wurde per OBD (Onboard-Diagnose) der Fehlerspeicher ausgelesen. Ab dem Stichtag müssen Diesel und Benziner die direkte Messung der Abgase am Auspuffendrohr bestehen. Die Kosten der Abgasuntersuchung im Rahmen der HU bleiben für die Besitzer von Fahrzeugen vor 2006 unverändert, für Fahrzeuge ab 2006 können sie um bis zu 12 Euro steigen. Durch die Endrohmessung sollen Defekte an der Abgasanlage besser erkannt werden. Die AU ist Bestandteil der HU, nur mit bestandener AU gibt es auch das „TÜV“ -Siegel.

  4. 1.1.2018: Neue Typ- und Regionalklasse bei der Kfz-Versicherung
    Zum Jahreswechselt werden die neue Kfz-Versicherungstarife fällig. Deren Höhe wird anhand der Typ- und Regionalklasse ermittelt. Bereits im Herbst 2017 haben die Versicherer ihre Kunden über die Neueinstufungen informiert. Bis zum 30.11.2017 können Kunden Ihre Kfz-Versicherung noch kündigen.

  5. 22.2.2018: Fahrverbote
    Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entscheidet Ende Februar über Fahrverbote für ältere Dieselfahrzeuge in Stuttgart. Dieses Urteil könnte Signalwirkung für andere Städte haben, deren Feinstaub und Stickoxidwerte deutlich erhöht sind.

  6. 1.4.2018: eCall ist Vorschrift
    In allen neuen Pkw, die in Europa zugelassen werden ist das automatische Notrufsystem „ECall“ Vorschrift. Das System löst bei einem Unfall automatisch einen 112-Notruf (Europaweit) und lotst Unfallhelfer direkt zum Unfallort. Als Daten werden übermittelt: Ort und Zeitpunkt des Unfalls, Fahrtrichtung, Anzahl der Passagiere sowie Art des Kraftstoffs.

  7. 1.7.2018: Lkw-Maut auf Nebenstrecken
    Zum Stichtag wird die Lkw-Maut auf rund 39.000 Kilometer Bundesstraßen fällig. Außerdem kann die Mautpflicht auch auf weitere Landstraßen ausgedehnt werden. Mit der Ausweitung der Lkw-Maut will der Bund jährlich bis zu zwei Milliarden Euro mehr einnehmen.

  8. 1.9.2018: Neuberechnung der Kfz-Versicherung
    Nach wie vor wird die Kfz-Steuer aus dem Hubraum und dem CO2-Ausstoß berechnet. Vom Stichtag an gilt jedoch nicht mehr das NEFZ-Prüfverfahren für die Verbrauchs bzw. CO2-Ermittlung, sondern das neue realitätsnähere WLTP-Verfahren (Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure). Die neue Kfz-Steuer nach der WLTP-Norm gilt nur für neu zugelassene Fahrzeuge ab dem Stichtag. Das Bundesfinanzministerium rechnet mit deutlich höheren Kfz-Steuern, Insider vermuten einen durchschnittlichen Anstieg der Steuer um 20 Prozent.

Ebenfalls ab Jahresbeginn treten neue Bestimmungen für die Abgasuntersuchung in Kraft, auch die Typklassen der Kfz-Versicherung ändern sich im nächsten Jahr. Spannend wird es für Autofahrer in Stuttgart: Ende Februar könnte dort ein Fahrverbot für ältere Diesel verkündet werden - mit Signalwirkung für andere Städte?

Außerdem gibt es 2018 noch Änderungen in Sachen Lkw-Maut sowie die Pflicht der Hersteller, in Neuwqagen ein Alarmsystem einzubauen. Alle Änderungen sehen Sie in unserer Zitatebox!

Quelle: 2017 Motor-Presse Stuttgart
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