Dieser Jaguar E-Type war 1962 in auto motor und sport: Jetzt steht der Ex-Testwagen zum Verkauf

Dieser Jaguar E-Type war 1962 in auto motor und sport: Jetzt
steht der Ex-Testwagen zum Verkauf
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Dieser Jaguar E-Type war 1962 in auto motor und sport: Jetzt steht der Ex-Testwagen zum Verkauf

© RM Sotheby's

Diesen Jaguar E-Type testete Paul Frére 1962 für auto motor und sport. Jetzt steht das Coupé in London zum Verkauf.

Sechziger-Ikone, Sensation und Sexsymbol auf Rädern: Der Jaguar E-Type bot 1961 die Fahrleistungen doppelt so teurer Sportwagen. Kann so ein Auto gut sein? Kommt drauf an. Der Importeur hatte auto motor und sport im Spätherbst 1961 einen E-Type Roadster zur Verfügung gestellt, über den Fritz B. Busch "Whisky pur oder die Flunder" schrieb. Ein Text, aus dem Fans heute noch auswendig zitieren können. Nicht auszudenken, was geschehen wäre, hätte "dieses etwas ramponierte Vorführfahrzeug" den Leistungsmessungen standgehalten. So beschrieb die Redaktion in auto motor und sport 21/1962 die Situation, die dazu führte, dass die Welt um ein Stück legendäres Auto-Feuilleton reicher wurde.

Paul Frére testete den Jaguar für auto motor und sport

Den Test holte später Paul Frére nach. Der belgische Rennfahrer sprach und schrieb in mehreren Sprachen, veröffentlichte den E-Type-Test in Quattroroute und auto motor und sport. Nüchtern zählt er auf, was Jaguar seit der Premiere 1961 am E-Type verbessert hat, notiert detailliert die Änderungen am Testwagen und schreibt auf, was ihm während 5.000 Kilometern Testfahrten am Auto aufgefallen ist. Gemessen hat er das Coupé auch: Auf der Autobahn zwischen Rom und Ostia ergeben sechs Läufe "einen Mittelwert von rund 256 km/h". Ein Spitzenwert, den Anfang der Sechzigerjahre nur wenige Autos erreichen.

Die meisten davon kosten erheblich mehr als jene 27.000 D-Mark, die Jaguar für das Coupé verlangt. Das Cabrio gibt es für 26.000 D-Mark und ein Hardtop für 1.100 DM. In den technischen Daten steht außerdem ein Testverbrauch von 15,9 Litern Benzin je 100 Kilometer. Das sei "recht niedrig", findet Frére und weist darauf hin, dass sich der Jaguar bei Verzicht auf hohe Drehzahlen und Geschwindigkeiten über 130 km/h mit ca. 11,5 Litern begnügt.

Jetzt steht der Ex-Testwagen zum Verkauf

Warum erzähle ich das alles? Der Testwagen von damals steht zum Verkauf. Das Auktionshaus RM Sotheby’s versteigert das Serie-1-Coupé am 31. Oktober in London. Ein Preis steht nicht in den Unterlagen, doch Classic Analytics nennt für ein solches Coupé in gepflegtem Zustand einen Wert von 112.700 Euro. Ein frühes Modell mit Flat Floor brächte sogar 204.700 Euro. Doch den Boden hat Jaguar in diesem 1961 gebauten Versuchsauto schon abgesenkt, um der Kritik an der Sitzposition zu begegnen. Dennoch ist es erst der zehnte E-Type mit Coupé-Karosserie, was ihn zusammen mit den Veröffentlichungen zu einem historisch interessanten Auto macht.

Jaguar hat 6162 RW im November 1963 an einen Händler verkauft. Der nächste Besitzer behielt den E-Type elf Jahre lang und gab ihn anschließend an einen Privatmann in Essex weiter. Dem bestätigte Jaguar 1981, dass noch der originale Motor drin sei. Vor etwa zwölf Jahren wurde das Coupé von JD Classics restauriert, was vier Jahre dauerte. Danach war der E-Type unter anderem 2013 beim Villa d’Este Concorso d’Eleganza zu sehen.

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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