Kia Ceed Sportswagon Plugin-Hybrid

Kia Ceed SW PHEV Fahrbericht
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Kia Ceed SW PHEV Fahrbericht

© Kia

Mit dem Ceed Sportswagon PHEV baut Kia das Angebot an Elektroantrieben aus. Der Kompaktklasse-Kombi setzt auf die bewährte Plugin-Hybrid-Technik des Konzerns. Wir waren mit dem Neuzugang unterwegs.

Da waren es dann sechs: In die Runde der Kia-Steckdosen-Modelle gesellt sich der Ceed Sportswagon als neueste Variante hinzu. Angesichts der PHEV-Aktivitäten anderer Hersteller, die bislang vornehmlich SUV und hochpreisige Pkw mit teilelektrischem Antrieb ausstatten, ist das durchaus bemerkenswert. Tatsächlich ist der Kia Ceed Sportswagon PHEV der erste Kompaktklasse-Kombi überhaupt, den man in Deutschland mit Stecker-Anschluss kaufen kann.

Den Hybrid-Antrieb kennen wir bereits

Dabei geht Kia einen überraschungsfreien Weg, denn die Antriebstechnik des neuen Modells bewährt sich bereits seit längerem im Kia Niro und im Hyundai Ioniq. Zum 1,6-Liter GDI-Benziner gesellt sich ein Elektromotor mit 44,5 kW, insgesamt kommt der Ceed damit auf eine Systemleistung von 140 PS. Als Stromquelle für die E-Maschine dient ein 8,9 kWh-Akku, den Kia beim Ceed SW in zwei Paketen im Auto verteilt: Eines unter den Rücksitzen, eines unter dem Laderaumboden.

Durch diese Verteilung bleiben die Raumverhältnisse auf den Sitzplätzen unverändert zum konventionell angetriebenen Ceed Kombi, allerdings schlägt sich der Verlust des Staufachs im Laderaumboden auf das Kofferraumvolumen nieder, es reduziert sich auf 437 bis 1.506 Liter. Durchaus Lob verdient ein anderer Wert: Im Gegensatz zu vielen anderen PHEV darf der Ceed auch als Elektriker Anhänger an den Haken nehmen, bis zu 1,3 Tonnen schwer dürfen die Nachläufer sein.

Bei der Bedienung müssen sich geübte Kia-Kunden nicht umstellen, Design und Schalterverteilung entsprechen dem üblichen Outfit der diversen Kia-Modelle. Lediglich die hybridspezifischen Anzeigen im Cockpit und auf dem Monitor des Multimediasystems unterscheiden sich von den Standardvarianten. So kann das System nun auch ohne Zugriff auf ein externes Smartphone umliegende Ladepunkte in der Karte anzeigen, auch das obligatorische animierte Kraftfluss-Diagramm darf natürlich nicht fehlen.

E-Auto-Funktionen in der Smartphone-App

Wie schon beim kürzlichen Update des Kia Niro PHEV kommen auch beim Ceed neue Funktionen für die „UVO“ Smartphone-App des Herstellers, darunter eine Ortungsfunktion oder die Kontrolle des Ladezustands. Was leider im Gegensatz zu Plugin-Hybriden anderer Hersteller weiterhin fehlt, ist eine Funktion zur Standklimatisierung per App-Befehl, solange der Ceed noch am Ladekabel hängt. Heizen und Kühlen des Innenraums geht also immer zu Lasten der Reichweite. Immerhin ist die Steuerung im Fahrzeug selbst jedoch um eine „Drivers only“-Funktion erweitert, mit der sich lediglich der Fahrersitz energiesparend klimatisieren lässt.

Über eine Taste lässt sich beim Start oder während der Fahrt die bevorzugte Betriebsart einstellen. Der Ceed PHEV kann im Standard-Hybridmodus bewegt werden, wo je nach Fahrsituation wechselweise E-Antrieb und Verbrenner aktiviert werden. Zweite Variante ist der reine E-Betrieb, bei dem der Verbrenner stumm bleibt, bis der Akku leergefahren ist.

Wer konsequent die elektrische Reichweite (60 Kilometer nach WLTP) ausnutzen möchte, kann sich beim Ceed PHEV auf gemütliche Stunden einrichten. Die Leistung der E-Maschine im immerhin bis zu 1,6 Tonnen schweren Kompaktklasse-Kombi darf als überschaubar bezeichnet werden, ebenso die Leistungsentfaltung.

Der Elektroantrieb ist gemütlich

Stattdessen fühlt sich das Fahrpedal im E-Modus an, als würde man in eine große Teigschüssel treten. Ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Pedalstellung und Beschleunigung ist nicht ohne weiteres auszumachen, Ampelduelle überlässt man besser anderen. Immerhin: maximal 120 km/h können rein elektrisch gefahren werden, das reicht dann auch für entsprechende Strecken auf der Stadtautobahn.

Längere Überlandfahrten nimmt man dennoch besser gleich im Hybridmodus mit Verbrennerunterstützung, was die Fortbewegung zwar nicht ins dramatische steigert, aber eine zügig-flüssige Fahrweise erlaubt. Dabei fällt allerdings auch ein weiteres Manko gegenüber anderen PHEV-Modellen auf: Weder lässt sich per Auswahl eine gewisse Batteriekapazität etwa für spätere Innenstadtfahrten ansparen noch die Traktionsbatterie während der Fahrt forciert aufladen.

Das Fahrverhalten passt zum braven Antrieb, wobei die Zusatzpfunde spürbar sind. Rund 200 Kilo Mehrgewicht kostet die Elektrifizierung im Vergleich zu den Verbrennermodellen, was zwar den Federungskomfort auf schlechtem Untergrund verbessert, aber auch mit einer leichten Wankneigung bei flotter Kurvenfahrt einhergeht.

Bei der Ausstattung des Ceed Sportswagon PHEV war Kia nicht sparsam, was eine direkte Vergleichbarkeit zu den Verbrennern etwas schwerer macht. Schon die beim PHEV als Einstiegs-Ausstattung fungierende Vision-Linie verfügt beispielsweise über LED-Scheinwerfer mit Fernlichtautomatik und andere Goodies, die beim Standard-Ceed Aufpreis kosten. Ab 34.990 Euro geht es hier los. Den Löwenanteil am Verkaufsmix wird nach Kia-Einschätzung die mittlere Spirit-Ausstattung (ab 36.190 Euro) mit deutlich erweiterten Fahrhilfen inklusive eines Stauassistenten ausmachen. Top-Variante ist die Platinum-Edition für 41.190 Euro, bei der außer der Weiß-Metallic-Sonderfarbe für 200 Euro das volle Ausstattungsprogramm an Bord ist. Abzuziehen hiervon ist jeweils der seit kurzem um 50 Prozent erhöhte Umweltbonus – inklusive Mehrwertsteuer reduziert die Prämie die genannten Listenpreis um 4.927 Euro.

Bei den Händlern steht der neue Kia Ceed Sportswagon PHEV ab dem 7. März 2020. Dann lässt sich auch noch ein weiterer Kia mit Stecker ordern: Der zum Crossover geschminkte Kia XCeed erhält denselben Plug-in-Hybrid-Antriebsstrang.

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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