SUV Neuzulassungen Juli 2019

Platz 79: Der DS DS7 Crossback. Das Modell kommt im Juli 2019
auf 120 Pkw-Neuzulassungen. Seit Januar 2019 wurden insgesamt 976
Fahrzeuge dieser Modellreihe erstmals zugelassen.
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Platz 79: Der DS DS7 Crossback. Das Modell kommt im Juli 2019 auf 120 Pkw-Neuzulassungen. Seit Januar 2019 wurden insgesamt 976 Fahrzeuge dieser Modellreihe erstmals zugelassen.

© PSA

Mit der Forderung nach einer spezifischen SUV-Strafsteuer sorgte das Umweltbundesamt kurzfristig für Aufsehen. Doch das Boom-Segment wächst munter weiter.

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Zumindest der Zeitpunkt war gut gewählt: Mitten während des zweimonatigen Sommerurlaubs der Bundestagsabgeordneten konnte sich Maria Krautzberger (SPD), Präsidentin des Umweltbundesamtes, der medialen Aufmerksamkeit sicher sein. Mit ihrer Forderung nach einer „Strafsteuer“ für SUV war Krautzberger freilich nicht alleine: Unterstützung für ihren Vorschlag bekam sie beispielsweise prompt vom Grünen-Verkehrspolitiker Stephan Kühn, der SUV pauschal als „ Klimakiller“ bezeichnete.

Faktencheck SUV-Neuzulassungen

Nun ist es zwar durchaus korrekt, dass die SUV auch im Juli einen zweistelligen Zuwachs bei den Neuzulassungen verzeichneten (exakt +15,6 Prozent), dieser Trend ist seit Jahren ungebrochen. Doch ein sachlicher Blick auf dieses Segment jenseits populärer Polemik zeichnet ein etwas differenziertes Bild. Denn im Gegensatz zum restlichen Pkw-Markt ist das SUV-Segment ein Sammelbecken aller Klassen. Wie bei den Pkw gibt es hier Kleinwagen ebenso wie Kompakt-, Mittel- und Oberklasse. Und während wohl kaum ein Politiker auf die Idee käme, einen VW Polo oder eine Mercedes A-Klasse als „Klimakiller“ zu bezeichnen, sieht man in dieser Formulierung für die technisch eng verwandten Fahrzeuge (gleiche Plattform, gleiche Motoren-/Getriebe-Kombinationen) aus dem SUV-Segment offenbar kein Problem.

Tatsächlich befindet sich unter den Top 25 der meistverkauften SUV in Deutschland kein einziges Modell jenseits der Mittelklasse. Dafür nahezu ausschließlich Kleinwagen- und Kompakt-SUV, allen voran das VW-Trio T-Cross, T-Roc und Tiguan. Oder auch Modelle wie Opel Crossland und Renault Captur, die noch nicht einmal mit Allradantrieb lieferbar sind und mit ihren 4,2 beziehungsweise 4,1 Meter Außenlänge auch sonst nur schwer in das übliche Diffamierungs-Raster der SUV-Gegner („Panzer“) zu pressen sind, wenn man sich an die Fakten hält und Populismus beiseite lässt.

Die unspektakuläre Wahrheit ist auch, dass viele SUV-Modelle ehemals als Pkw typisierte Fahrzeuge ersetzen, so etwa der Opel Crossland den Opel Meriva oder der Nissan Qashqai, welcher bereits vor Jahren den Kompaktklasse-Almera ablöste. Und dass sich beispielsweise der BMW X1 die Plattform mit dem Kompaktklasse-Van Active Tourer teilt, gibt bei realistischer Sichtweise ebenfalls nur begrenzte Munition zum SUV-Bashing her.

Wie kurz gesprungen die Forderung nach einer pauschalen „ SUV-Steuer“ wäre, zeigt sich auch daran, dass hiervon unter anderem auch über 20 SUV-Baureihen mit Elektro-, HEV und PHEV-Antrieb und sogar ein per Brennstoffzelle betriebenes Modell betroffen wären. Eine Strafsteuer für Fahrzeuge, die von der Regierung per „ Umweltbonus“ gefördert werden – das wäre selbst für Berliner Verhältnisse außergewöhnlich albern.

SUV Neuzulassungen Juli 2019

Nach Klärung dieser Fakten nun noch ein paar Hinweise zum eigentlichen SUV-Neuzulassungs-Geschehen im Juli: 102.018 SUV und Geländewagen wurden im Juli erstmals zugelassen, bei insgesamt 332.788 Pkw-Neuzulassungen.

Land Rover meldet sich mit einer deutlichen Steigerung um +43,7 Prozent zurück und egalisiert damit die Verluste aus den Vormonaten zumindest teilweise. Umgekehrter Trend bei Jeep (-7,1 Prozent im Juli), was die Gesamtstatistik für das aktuelle Geschäftsjahr ins Minus drückt. Der Nissan X-Trail ist nun endlich mit den neuen Motoren verfügbar und fährt allmählich wieder aus dem Zulassungskeller. Und die Zahl des Monats kommt vom Suzuki Jimny: +457 Prozent Neuzulassungen gegenüber Juli 2018 stellen ihn diesbezüglich an die Spitze des Segments. Allerdings taugt auch der 3,6 Meter kurze Jimny mit seinem 102-PS-Motor bei objektiver Betrachtung nur schwer als Feindbild der SUV-Gegner.

Hinweis: Bei der Zulassungsstatistik handelt es sich um die offiziellen Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes in Flensburg. Die Einteilung in die jeweiligen Klassen erfolgt per Schlüsselnummer über die Hersteller. In der Statistik können auch Modelle erscheinen, die es nicht auf den deutschen Markt gibt, oder nicht mehr gebaut werden. Diese Besonderheit kann bei der KBA-Statistik auftreten, wenn z.B. ausländische Fahrzeuge erstmals in Deutschland zugelassen werden oder Fahrzeuge eine neue Ident-Nr. erhalten.

Quelle: 2019 Motor-Presse Stuttgart
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