Toyota mit Wasserstoff-Antrieb

Toyota Mirai Zweite Generation Tokio Motor Show 2019
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Toyota Mirai Zweite Generation Tokio Motor Show 2019

 © Toyota

Zweite Runde für den Wasserstoff-Toyota: Schon bald kommt der neue Mirai auf den Markt – erst in Japan, etwas später auch in Europa und Nordamerika. Nun gibt der Hersteller erste Details bekannt.

Schräges Design, wenig Wasserstoff-Tankstellen, hoher Preis: Woran es am Ende liegt, dass in Deutschland bisher kaum jemand den Wasserstoff-Toyota haben wollte, darüber lässt sich nur spekulieren. Fakt ist: Der Mirai war hierzulande nie der ganz große Wurf, das verrät schon ein Blick in die Bestands-Datenbank des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA). Lediglich 138 zugelassene Exemplare waren zum Stichtag 1. Januar 2019 (aktuellere Zahlen gibt das KBA erst später bekannt) in der Bundesrepublik unterwegs. Allerdings waren lediglich neun davon privat zugelassen.

Premiere in Tokio

Doch jetzt will es Toyota wissen und plant bereits für das kommende Jahr eine Neuauflage der 2014 eingeführten Wasserstoff-Limousine. Weltpremiere feierte die zweite Generation auf der Tokio Motor Show 2019 – als Concept, nicht als Serienmodell. Das kommt im Herbst 2020 auf den Markt. Und zwar zuerst in Japan, aber später auch in Europa und Nordamerika.

Schon bei der Automesse zeigte sich: Das Design ist plötzlich echt schick geworden. Statt eines zerklüfteten Gesichts gibt es jetzt fließende Formen, einen breiten Grill und 20 Zoll große große Räder. Doch kommt es Ihnen auch ein bisschen so vor, als hätten Sie dieses Mirai-Konzept schon mal irgendwo gesehen? Kann gut sein, denn mit Blick auf die Profilansicht ist eine frappierende Ähnlichkeit zum Kia Stinger zu erkennen. Dachlinie und Überhänge führen im Gesamtbild zu einem Eindruck gleicher Proportionen. Der Mirai allerdings zieht die hintere Seitenscheibe weiter Richtung Heck und die Frontpartie tiefer Richtung Asphalt.

Der Mirai geht straff auf die fünf Meter zu

Zudem hat der Mirai nun Oberklasse-Format. Er misst 4,98 Meter in der Länge, 1,89 Meter in der Breite und 1,47 Meter in der Höhe; der Radstand beträgt 2,92 Meter. Die Eleganz und Größe ziehen sich bis in den Innenraum des Fünfsitzers; der aktuelle Mirai bietet nur vier Sitzplätze. Innen warten Nähte und Akzente in Kupfer, ein 12,3 Zoll großes, dem Fahrer zugeneigtes Display in der Mitte und volldigitale Instrumente. Lediglich die Anzahl der Knöpfe und Tasten wirkt etwas überdimensioniert. Doch die Bedienergonomie lässt sich erst beurteilen, wenn man sich tatsächlich hineinsetzen kann.

Mirai Nummer zwei basiert auf der neuen, skalierbaren TNGA-Plattform (Toyota New Global Architecture), die dem Hersteller zufolge große technische Fortschritte im Vergleich zum Vorgänger erlaubt. Die hinterradgetriebene Brennstoffzellen-Limousine soll direkter und gleichmäßiger auf die Befehle des Fahrers reagieren, wodurch sich Komfort und Fahrspaß gleichermaßen verbessern dürften. Zu Letzterem sollen auch die optimierte Karosseriesteifigkeit und der niedrigere Fahrzeugschwerpunkt beitragen.

Drei statt zwei Wasserstoff-Tanks

Toyota stockt beim neuen Mirai die Wasserstofftanks von zwei auf drei auf (ein langer und zwei kurze), wodurch sich die Kapazität von derzeit fünf auf sechs Kilogramm erhöht. Weil der Hersteller gleichzeitig das Brennstoffzellen-System verbessert haben will, soll die Reichweite um 30 Prozent steigen. Ausgehend von den 550 Kilometern des aktuellen Mirai käme der Nachfolger mit einer Wasserstoff-Tankfüllung gut 700 Kilometer weit.

Falls die Serienversion möglichst nah am Mirai Concept bleibt, erwarten wir nicht nur einen größeren und ansehnlicheren, sondern auch einen edleren Wasserstoff-Toyota als bisher. Eine Preissenkung gegenüber dem aktuellen Modell (Start bei 78.600 Euro) ist daher eher nicht zu erwarten.

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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