Smarte Wärmetechnik: So heizen Sie intelligent Ihr Heim

Smarte Wärmetechnik: So heizen Sie intelligent Ihr Heim
Smarte Thermostate sollen Kosten einsparen und den Komfort steigern. Wir zeigen Ihnen aktuelle Lösungen und beschreiben Vor- und Nachteile.
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Smarte Wärmetechnik: So heizen Sie intelligent Ihr Heim

Smarte Thermostate sollen Kosten einsparen und den Komfort steigern. Wir zeigen Ihnen aktuelle Lösungen und beschreiben Vor- und Nachteile.

© Fotolia.com/NilsZ
05.01.2018 - 09:02 Uhr

Smart-Home-Technik macht vor Heizungen nicht halt. Smarte Thermostate sollen bei Kosteneinsparungen helfen und den Komfort steigern. Wir zeigen, welche Lösungen Sie aktuell finden.

Die Heizkosten sind in jedem Haushalt ein beachtlicher Kostenfaktor. Um diese zu senken oder zumindest einzugrenzen, suchen zahlreiche Verbraucher nach der passenden Lösung. Der neueste Trend sind Smart-Home-Techniken. Die Verbindung der Heizung mit dem Internet soll Energiekosten reduzieren und darüber hinaus für mehr Komfort im Haus sorgen. Dabei ist die Installation der smarten Thermostate keineswegs schwierig. Lediglich die Auswahl der richtigen Lösung erfordert ein wenig Zeit, denn nicht jedes Angebot passt zu jedem Nutzer. Wir haben uns für Sie auf die Suche nach guten Lösungen gemacht und versuchen, die Frage zu beantworten, für welchen Nutzertyp welcher Thermostat infrage kommt.

Das moderne Smart Home verfolgt ein klares Ziel: Die Heizung erkennt automatisch, wann die Raumtemperatur im Wohnzimmer zu niedrig ist.

So gelingt der Austausch

Damit Sie die Vorzüge der Smart-Home-Technik auch bei Ihrer Heizung genießen können, müssen Sie die Heizkörper mit den passenden Thermostaten versehen. Der Wechsel der Heizthermostate gestaltet sich recht einfach und erfordert keineswegs umfassendes handwerkliches Geschick. Den bereits montierten Thermostat müssen Sie hierfür zunächst komplett aufdrehen. Mit einer Rohrzange können Sie dann die Überwurfmutter lösen. Diese dient eigentlich der Sicherung des Thermostates. Um dieses abzunehmen, muss die Mutter gelockert sein. Nun kann auf das Heizkörpergewinde das neue Thermostat aufgesetzt werden. Hier können Sie die Mutter zunächst per Hand festdrehen, zum Nachziehen benötigen Sie allerdings die Rohrzange. Beim Wechsel des Heizkörperthermostates tritt kein Wasser aus, was den Aufwand enorm minimiert. Es gibt allerdings verschiedene Gewindetypen. Daher muss bei der Auswahl des neuen Thermostates bereits darauf geachtet werden, dass dieses auch zum jeweiligen Heizkörpergewinde passt. Sind die Gewinde nicht kompatibel, kommt ein Adapter zum Einsatz. Viele Hersteller der smarten Heizkörperthermostate liefern ihre Produkte direkt mit dem passenden Adapter aus.

Die Auswahl der passenden Funkprotokolle

Die Hersteller arbeiten bei der smarten Heizungstechnik mit ganz unterschiedlichen Funkstandards. So werden Bluetooth-Low-Energy-Protokolle, die wenig Akku-Kapazität in Anspruch nehmen, ebenso genutzt wie die Homematic-Protokolle, bei denen eine spezielle Verschlüsselung eingesetzt wird. Daneben haben sich RWE- und EnOcean-Protokolle durchgesetzt. Als Innovation gilt der ZigBee-Standard. Er wird aktuell von tado genutzt. Zuletzt hat sich sogar der DECT-Standard durchgesetzt, der bereits bei kabellosen Telefonen fest etabliert ist. Hier gilt der DECT-ULE-Standard gewissermaßen als die erste Wahl, da er besonders stromsparend ist.

Mit welchen Systemen sind die Heizungsthermostate kompatibel?

Noch bevor Sie sich für den Kauf eines smarten Heizungsthermostates entscheiden, müssen Sie kontrollieren, mit welchen Systemen diese kompatibel sind. Nicht alle arbeiten mit Google Home, Amazon Echo und Apple HomeKit zusammen. Relevant ist das natürlich nur für diejenigen, die auf diese Dienste zurückgreifen wollen. Da die Sprachsteuerung hier allerdings durchaus ihren Reiz hat, wird das Interesse an Systemen dieser Art in den kommenden Jahren deutlich steigen.

Überblick über die besten Smart-Home-Thermostate

  1. AVM FRITZ!DECT 300/301 spart Basisstation

    AVM ist ein Kommunikationsspezialist aus Berlin und hat mit FRITZ!DECT 301 ein smartes Heizkörperthermostat auf den Weg gebracht. Die Variante 301 ist der Nachfolger des Modells 300. Es kann sowohl programmiert als auch via App gesteuert werden. Dazu wird keine zusätzliche Basisstation benötigt. Das Thermostat kann direkt mit der FRITZ!Box kombiniert werden, wenn diese vorhanden ist. Basierend auf DECT ULE erfolgt dann der Datenaustausch. Zwar besteht hier nicht die Möglichkeit einer Heizungsregulierung in Abhängigkeit vom Aufenthaltsstandort, dadurch ist jedoch der Datenschutz höher angesiedelt. Die Zukunftsaussichten für das Modell sind nicht schlecht, denn mit den FRITZ!OS-Updates können den Thermostaten neue Funktionen beschert werden. Das DECT 301 besitzt übrigens ein gut ablesbares Display.
  2. Solide Lösung von Homematic mit Unterputz-Angebot

    Wer nicht viel Geld in die Technik und ins smarte Heizen investieren will, der ist bei Homematic richtig. Schon für weniger als 40 Euro können das Homematic 105155 erworben werden. Die Steuerung gelingt hier relativ einfach. Das Einzige, was gebraucht wird, ist die Magenta SmartHome App, die es von der Deutschen Telekom gibt. Notwendig ist in jedem Fall die zentrale Steuereinheit. Das LAN-Gateway ist als CCU2 von Homematic zu finden.
    Über die App der Telekom ist eine Steuerung per Smartphone möglich. Alternativ kann direkt am Gerät zwischen verschiedenen Heizprogrammen ausgewählt werden. Dabei besteht auch die Option, diverse Profile zu erstellen, die sich dann einfach abrufen lassen. Es gibt außerdem ein Funk-Wandthermostat von Homematic, das die Wärmesteuerung besonders komfortabel macht. Das Wandthermostat ist so aufgebaut, dass es den eingestellten Temperaturwunsch stets an den Stellantrieb übermittelt. Bei den Homematic-Lösungen gibt es außerdem eine Fenster-Auf-Erkennung. In diesem Fall können Heizkosten nachhaltig gesenkt werden. Auch eine Boost-Funktion ist vorhanden, die für ein schnelleres Aufheizen sorgen soll.
  3. Verschlüsselte Funkverbindung bei Homematic IP 

    Homematic ergänzt sein Angebot mit Homematic IP. Hierbei handelt es sich um die jüngere Version, deren Anwendung auf IPv6 basiert. Angeboten wird das System zum Beispiel im Starterset Raumklima. Es enthält das erste Heizthermostat sowie einen Fensterkontakt und die Basisstation. Die Kosten für das Starterset belaufen sich auf etwa 113 Euro. Sie brauchen allerdings noch weitere Heizkörperthermostate, um die Technologie auch im ganzen Haus nutzen zu können. In diesem Fall sind weitere 49 Euro pro Thermostat fällig.
    Gegenüber Homematic gibt es bei Homematic IP einen kleinen Unterschied. Hier werden die Einstellungen und Daten nicht auf der CCU2 abgelegt, sondern die Speicherung erfolgt auf einem Cloudserver. Dafür ist das System mit einem Access Point versehen. Dadurch kann zwischen den Apps, den Geräten, die eingesetzt werden, sowie der Cloud eine dauerhafte Verbindung hergestellt werden. Die Einrichtung kann direkt über die Homematic IP erfolgen, die es sowohl für Android als auch für iOS gibt.
  4. Elgato präsentiert bereits die 2. Generation

    Schon etwas länger ist Elgato auf dem Markt der Heizungssteuerungen zu finden. Im Rahmen der IFA 2017 wurde die smarte Heizungssteuerung in der zweiten Generation vorgestellt. Bei Eve Thermo gibt es nun auch ein Touch Display, das für die Einstellung und Bedienung genutzt werden kann. War bei Eve Thermo bislang die App zwangsläufig erforderlich, kann auf diese bei der neueren Generation nun verzichtet werden.
    Die Einstellung der Zieltemperatur erfolgt hier relativ schnell und einfach in 0,5-°C-Schritten. Für die Bedienung gibt es eine LCD-Anzeige, die weiß durchscheint, sowie ein berührungssensitives Bedienfeld. Die Aktivierung des Displays erfolgt relativ einfach via Fingertipp. Haben Sie die letzte Eingabe vorgenommen, dauert es nur wenige Augenblicke, bis sich das Display automatisch abschaltet. Dadurch kann der Stromverbrauch minimiert werden. Seinen Strom bezieht das Eve Thermo aus Batterien.
  5. tado-Lösungen für die standortabhängige Heizung

    Das in München ansässige Unternehmen tado bietet mehr als eine Lösung für die Klimaanlagen- und Temperatursteuerung im eigenen Heim. Die Anlagen richten sich in erster Linie an Eigenheim- und Wohnungsbesitzer. Hier kommen vor allem diejenigen auf ihre Kosten, die Apple HomeKit oder Amazon Echo verwenden. Auch Nutzer von Google Home können darauf zurückgreifen. Vom tado-System werden sämtliche Sprachbefehle umgesetzt, die an Siri, Alexa oder beispielsweise auch an den Google Assistant gehen.
    Bei der Suche nach den passenden Lösungen lohnt unbedingt ein Blick auf das tado Starter Kit. Hierbei sind zwei Heizungsaufsätze sowie eine Bridge und die für die Steuerung nötige App enthalten. Für knapp 200 Euro wird das Starterset im Handel lanciert. Die im Set enthaltene App kann unter Windows Mobile, iOS und Android eingesetzt werden. Die Anwendung ist einfach zu handhaben und außerdem sehr übersichtlich. Auch können Statistiken über das Heizverhalten abgerufen werden. Als Anwender können Sie selbst einen Zeitplan definieren und auf Wunsch auch aus der Distanz über die App auf die Heizung zugreifen. Ein Extra bei tado ist die geobasierte Heizungssteuerung, bei der die App den Nutzerstandort abrufen kann. Von tado wird das Thermostat dann automatisch nach unten korrigiert.
  6. devolo setzt auf Heizungssteuerung via Z-Wave

    Auch bei devolo Smart Home gibt es programmierbare Heizkörperthermostate. Die Kommunikation zwischen der Control-Zentrale und den Geräten erfolgt über das Z-Wave-Protokoll. Über die Steckdose wird die devolo-Home-Control-Zentrale mit der nötigen Energie versorgt. Per LAN-Kabel wird sie an den Router zur Internetverbindung angeschlossen. Die Zentrale kann alternativ in das Powerline-Heimnetzwerk eingebunden werden. Sämtliche Einstellungen erfolgen entweder über die App oder über das Heizkörperthermostat. Beim Thermostatdisplay besteht allerdings Nachbesserungsbedarf. Die Ablesbarkeit wird hier erschwert, da das Display sehr klein ist und sich die Zahlen nur von der Seite ablesen lassen.
  7. vilisto setzt auf Thermostate ohne Cloud-Kommunikation

    Ein weiteres Angebot ist das Thermostat ovis von vilisto. Der Hersteller verabschiedet sich beim Smart Home von der Cloud-Kommunikation. Es gibt hier allerdings eine Besonderheit: Das Thermostat ist lernfähig. Es beobachtet Sie bei Ihren Bewegungen im Haus. Die Funktionsweise basiert auf einem Sensor, der es ermöglicht, die Temperatur stets automatisch anzupassen. ovis besitzt nicht nur Sensoren für Temperatur und Feuchtigkeit, sondern ist ebenso mit den Wetterprognosen vernetzt. Natürlich besteht auch hier die Möglichkeit, die Steuerung über eine Smartphone-App zu realisieren. Sie brauchen für die ovis-Nutzung ein Gateway und zwei AA-Batterien. Für die Kommunikation wird das ZigBee-Funkprotokoll im 2,4-GHz-ISM-Band verwendet.
  8. Netatmo setzt auf Siri und Alexa

    Der aus Frankreich stammende Hersteller Netatmo setzt auch bei seinen Heizkörperthermostaten auf ein minimalistisches Design. Es gibt die Netatmo Energy App, die für die Bedienung entwickelt wurde. Sie kann mit dem iPhone ab dem Betriebssystem iOS 9 genutzt werden, bietet sich aber auch für Android-Geräte an. In diesem Fall muss wenigstens Android 4.2 vorhanden sein. Alternativ kann auf eine Web-App zurückgegriffen werden, die eine Steuerung per PC und Mac möglich macht. Die App ermöglicht die Definition von eigenen Heizplänen und fällt durch ein übersichtliches Dashboard auf. Der Fernzugriff auf die Thermostate kann über das Internet erfolgen. Es gibt eine Fenster-Offen-Erkennung. Darüber hinaus können Sie das System mit Apple HomeKit kombinieren.

Smarte Thermostate sorgen für Komfortgewinn

Alles in allem werben die Hersteller smarter Thermostate vor allem damit, dass die Heizkosten gesenkt werden. Das ist aber nicht zwingend der Fall, sondern hängt von der individuellen Anwendung ab. Eines haben die smarten Thermostate aber alle gemeinsam: Sie sorgen für einen deutlichen Komfortgewinn. Gerade Mieter und Besitzer von Wohnungen dürften hier auf ihre Kosten kommen. Sie haben oft keinen Zugriff auf die zentrale Steuerung ihrer Heizung und können sich durch die Thermostate ein wenig mehr Komfort und Flexibilität sichern.

Quelle: In Zusammenarbeit mit PC-Welt
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