Urlaub mit Gasmaske: Die irre Geschichte einer japanischen Insel

Bereits aus der Vogelperspektive lässt sich erahnen, was das
große Problem auf Miyake-jima ist
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Bereits aus der Vogelperspektive lässt sich erahnen, was das große Problem auf Miyake-jima ist

© Hit1912 / Shutterstock.com
09.01.2018 - 13:23 Uhr

Japan besteht aus 6.852 Inseln, Miyake-jima ist eine davon. Mit nicht einmal 4.000 Bewohnern wurde dem Eiland vor der Ostküste des Landes lange Zeit nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Das sollte sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts ändern. Heute lockt die "Gasmasken-Insel" zahlreiche Touristen an.

Den Juli 2000 werden die (ehemaligen) Bewohner Miyake-jimas wohl nie vergessen. Damals brach der Vulkan Oyama aus, nachdem es in den Tagen zuvor bereits zu mehreren Seebeben in der Nähe der Insel gekommen war. Die Folge war nicht nur eine acht Kilometer hohe Rauchsäule, die den Flugverkehr im knapp 200 Kilometer entfernten Tokio schwer beeinträchtigte, sondern auch die Evakuierung der kompletten Bevölkerung. Niemand durfte auf Miyake-jima bleiben, alle 3.600 Bewohner wurden aus Angst vor unberechenbaren Schlammlawinen in die Hauptstadt umgesiedelt.

Als eigentliches Problem sollte sich allerdings rasch die extrem hohe Schwefeldioxid-Konzentration herausstellen, die die Insel nach dem Ausbruch in eine tödliche Wolke hüllte. Erst nach fünf Jahren sank die Schwefelkonzentration in der Luft wieder auf ein tolerierbares Maß und die Regierung gab erste Teile Miyake-jimas wieder frei. Rund 2.000 Einwohner kehrten zurück und bauten ihre Heimat wieder auf. Auf einen ständigen Begleiter können sie seither allerdings nicht mehr verzichten: die Gasmaske. Denn der Vulkan kommt nicht zur Ruhe. Immer wieder wird auf der Insel Alarm ausgelöst und Gasmasken-Pflicht ausgerufen.

Eine Tragödie, die Touristen anlockt

Ein lebensfeindlicher Ort, den Reisende meiden, würde man meinen. Doch Miyake-jima scheint durch das Unglück eine besondere Faszination auszuüben. Der Tourismus erlebt seit 2005 groteskerweise einen Aufschwung. Hauptargument dafür sind - neben der nach wie vor beeindruckenden Tier und Pflanzenwelt - die zerstörten Dörfer, die von den ehemaligen Bewohnern bewusst nicht mehr aufgebaut wurden.

Dadurch entstanden Sehenswürdigkeiten für Urlauber, die jetzt die zerstörerische Kraft des Vulkans an verwüsteten Straßenstrichen hautnah erleben können. Auch Taucher verschlägt es immer öfter auf Miyake-jima. Selbst bei einem kurzen Aufenthalt auf der Insel gilt allerdings: Immer eine Gasmaske zur Hand haben. Oyama kann Miyake-jima binnen Stunden erneut in eine Todeszone verwandeln.

Quelle: spot on news AG
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