GMC Hummer EV (2021): SUV und Pickup mit 1.000-Elektro-PS

GMC Hummer EV (2021): SUV und Pickup mit 1.000-Elektro-PS
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GMC Hummer EV (2021): SUV und Pickup mit 1.000-Elektro-PS

© GMC

Die General Motors-Marke GMC bringt im Herbst 2021 den legendären Hummer zurück – als Elektro-Modell. Der Autobauer hat Ende Januar 2020 das Comeback des Hummer offiziell bestätigt und erste Daten bekanntgegeben.

Ursprünglich sollte die Enthüllung des GMC Hummer EV am 20.5.2020 im GM-Werk Hamtramck in Detroit stattfinden. Wegen der Corona-Pandemie ist die Premiere auf unbestimmt Zeit verschoben worden.

GMC Hummer EV mit 15.000 Nm

Einen ersten Ausblick auf den E-Hummer gab GMC in einem Werbeclip im Rahmen des Super Bowls am 2. Februar 2020. Die Videos zeigen schon die schmale Front des E-Pickup mit dem Hummer-typischen Grill inklusive den vertikalen Streben. Beim neuen Modell ist der "Hummer"-Schriftzug illuminiert und wird von den ebenso schmalen Scheinwerfereinheiten flankiert. Eine konturierte Motorhaube sowie schmale Außenspiegel gibt es noch zu erkennen.

In einem neuen Video ist zudem das Open-Air-Dach zu erkennen. Die Dachelemente des Hummer EV lassen sich komplett abnehmen. Lediglich ein Steg im Bereich der Rücksitzbank bleibt stehen. Vorne über Fahrer und Beifahrer ist grenzenlose Offenheit angesagt. Auch die Holme zwischen A- und B-Säule fehlen.

Ein drittes Video zeigt Auszüge aus der Entwicklung und Produktion. Auch die beiden Karosserieformen als SUV und Pickup sind zu sehen.

Der Hummer EV basiert auf der neuen GM-Plattform BEV3 mit der Akku-Architektur Ultium. Sie bietet eine skalierbare Batteriekapazität von 50 bis 200 kWh. Letztere dürfte im Hummer zum Einsatz kommen und zwar in Form gestapelter Batteriepakete zu je 100 kWh. Die Schnellladung der 800-Volt-Akkus erfolgt per 350-kW-Technik. Die maximale Reichweite der Plattform beträgt knapp 650 Kilometer.

Im Gegensatz zum Hummer erlaubt die Plattform nur je einen Elektromotor an der Vorderachse und an der Hinterhand. Beim großen Pickup unter dem Markenlabel GMC dürfen indes drei Motoren arbeiten. Zwei wirken auf die hinteren Räder, einer auf die vordere Achse. Zusammen ergibt es eine Systemleistung von 680 kW (924 PS). Diese Power ergibt sich aus den beiden je 250 kW starken Heckmotoren und dem 180 kW starken Frontmotor. Bei der Vorstellung der neuen Plattform hat GM angegeben, dass die Top-Modelle in drei Sekunden auf 100 Meilen pro Stunde (96 km/h) sprinten können.

Insofern decken sich die Angaben mit den ersten drei Leistungsdaten die GMC bereits veröffentlicht hat. Der Hummer EV erhält 1.000 PS, unfassbare 15.000 Nm Drehmoment (an den Rädern gemessen) und eine Spurtzeit von 0 auf 60 Meilen pro Stunde (96,6 km/h) von 3,0 Sekunden.

Neuer Hummer-Schriftzug

Die Einführung des GMC Hummer EV bezeichnet das Unternehmen als "leise Revolution" und kündigt zudem "unglaubliche" On- und Offroad-Qualitäten an. Nach Angaben von amerikanischen Medien soll der Hummer EV jedoch nur in einer Kleinauflage angeboten werden.

Mit dem neuen Hummer EV führt GM wohl auch einen veränderten Schriftzug ein. Beim US-Patentamt hat das Unternehmen unter der Nummer "88784232" am 4. Februar 2020 den neuen Schriftzug eintragen lassen. Das Layout gilt für Fahrzeuge, Trucks und SUV sowie Fahrräder. Der neue Hummer-Schriftzug zeigt sich zwar weiterhin in Versalien, die Buchstaben bis auf das "H" sind abgeschrägt, der E-Strich steht losgelöst.

In das Hamtramck-Werk investiert General Motor rund zwei Milliarden Euro und rüstet es für die Produktion von Elektro-Fahrzeugen um. Neben elektrischen Pickups – eines der ersten Modelle ist der Hummer EV – rollt dort auch ein autonom fahrendes Robotaxi vom Band: der Cruise Origin. Das unter dem Namen BT1 beschlossene Programm zur E-Mobilität soll auch noch einen Cadillac-SUV mit Elektroantrieb bis zum Jahr 2023 hervorbringen.

Dass der erste E-Pickup von General Motors als Hummer in einer Kleinserie erscheint, hat eine gewisse Logik. Der Markenname ist weltweit bekannt, in den USA genießen die Fahrzeuge der 2010 eingestellten Marke längst Kultstatus. Entsprechend wäre das Marketing ein Selbstläufer. Die künftigen Fahrzeuge des BT1-Programms sollen wie branchenweit inzwischen üblich auf einem sogenannten Skateboard-Chassis aufbauen, das sämtliche Komponenten für Antrieb und Stromspeicher aufnimmt.

Elektro-Hummer für 90.000 Dollar?

Für einen E-Hummer werden US-Experten zufolge Basispreise von 90.000 Dollar erwartet. Spätere Elektro-SUV etwa von Cadillac würden deutlich über 100.000 Dollar kosten – eine Preismarke, mit der sich leichter Geld verdienen lasse als mit einem Chevy Bolt für unter 40.000 Dollar. Die neue Elektro-Plattform für das BT1-Programm soll sehr flexibel einsetzbar und für Front-, Heck- und Allradantrieb nutzbar sein.

Das Werk Detroit-Hamtramck soll bis 2024 auf eine Produktion von 80.000 Elektroautos pro Jahr kommen. General Motors plant auch den Aufbau einer eigenen Batteriefabrik in Ohio und will bis 2023 auf dem Weltmarkt insgesamt 20 verschiedene Modelle mit Elektroantrieb einführen.

Hintergrund für die gesteigerte Betriebsamkeit von GM in Sachen E-Pickup dürften die jüngsten Entwicklungen auf diesem Markt sein. Zuvorderst natürlich die Vorstellung des Tesla Cybertrucks. Auch die jüngste Entwicklung des US-Startup-Unternehmens Rivian könnte eine Rolle gespielt haben. Rivian hatte die Fertigung eines Premium-Pickups mit Elektroantrieb im Preissegment über 90.000 Dollar angekündigt. Insidern zufolge wollte General Motors sich an Rivian beteiligen, doch dem kam Rivale Ford zuvor: Mit 500 Millionen Dollar ist Ford im April 2019 bei Rivian eingestiegen. Klarer Hintergedanke ist die Nutzung der Rivian-Plattform für Ford-SUV und Pickups. Mit dem Auftrag seitens Amazon, für den Internet-Versandhändler 100.000 elektrische Lieferfahrzeuge zu produzieren, hatte Rivian vor kurzem einen spektakulären Coup gelandet.

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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