Schutzbriefe fürs Reisemobil: Welcher Automobilclub bietet am meisten?

Ob Panne oder plötzliche Krankheit im Urlaub: Die Schutzbriefe
der Automobilclubs versprechen Hilfe in vielen Notlagen.
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Ob Panne oder plötzliche Krankheit im Urlaub: Die Schutzbriefe der Automobilclubs versprechen Hilfe in vielen Notlagen.

© Andreas Becker

Ob Panne oder plötzliche Krankheit im Urlaub: Die Schutzbriefe der Automobilclubs versprechen Hilfe in vielen Notlagen. promobil hat die Angebote von fünf deutschen Clubs verglichen.

Reifenpanne, Motorschaden, Wildunfall: Das Reisevergnügen im Wohnmobil endet manchmal sehr abrupt. Strandet man am Straßenrand, hilft meistens nur noch der Pannennotdienst oder der Abschleppwagen – ein teurer Spaß. Ein probates Mittel, um den finanziellen Schaden überschaubar zu halten, sind Schutzbriefe, wie sie die Automobilclubs anbieten.

Schutzbriefe enthalten eine Vielzahl an Leistungen

Neben Pannenhilfe, Abschleppservice oder der Beschaffung von Ersatzteilen im Ausland greifen Schutzbriefe auch bei medizinischen Notfällen sowie Dokumenten- oder Schlüsselverlust. In der Tabelle ab Seite 74 haben wir die Schutzbriefe von fünf Automobilclubs – sortiert nach fahrzeug- und personenbezogenen Leistungen – miteinander verglichen. Um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten, haben wir jeweils den günstigsten Schutzbrief mit europaweiter Abdeckung genommen.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass der von 2015 bis 2019 operierende erste digitale Automobilclub Deutschlands namens Jim-Drive letztes Jahr Konkurs anmelden musste. Die Jim-Drive-Mitglieder wurden anschließend kostenlos vom AvD übernommen.

ADAC, ACE, AvD, ACV und Mobil in Deutschland

Worin unterscheiden sich die Leistungen der einzelnen Clubs? Für Reisemobilbesitzer interessant sind vor allem die Grenzwerte, bis zu denen ein Reisemobil abgesichert ist.

So lassen der AvD und Mobil-in-Deutschland nur Campingfahrzeuge bis zu einer Gesamtmasse von vier Tonnen zu – wer ein schwereres Reisemobil fährt, wird im Schadensfall also nicht abgeschleppt. Der ACV zieht in seinem Regeltarif die Grenze ebenfalls bei vier Tonnen, jedoch können mit der teureren Wohnmobil-Plus-Mitgliedschaft auch Reisemobile bis 7,5 Tonnen abgesichert werden. ADAC und ACE inkludieren bereits in ihren Standardtarifen Freizeitfahrzeuge bis zu 7,5 Tonnen Gesamtgewicht.

Neben den Grenzwerten für die Fahrzeugmasse gibt es aber noch weitere Unterschiede, die schnell im Kleingedruckten übersehen werden. Das betrifft zum Beispiel den versicherten Personenkreis: Während beim ACE der Partner und alle minderjährigen Kinder mitversichert sind, gilt der Schutzbrief bei allen anderen Clubs nur für das Mitglied. Partner können sich bei Bedarf zu einem vergünstigten Tarif mitversichern.

Generell aufpassen sollte man im Fall einer Panne, dass man die Notrufnummer des jeweiligen Automobilclubs wählt. Macht man das nicht und organisiert den Abschleppdienst selbst, übernimmt der Club in der Regel die Kosten nur bis zu einem Maximalbetrag, der die tatsächlichen Kosten oft nicht deckt.

Kann das Reisemobil im Schadensfall vor Ort nicht repariert werden, organisiert der Autoclub die Weiterfahrt zum Urlaubsziel beziehungsweise die Heimreise, indem beispielsweise ein Miet-Pkw zur Verfügung gestellt wird. Dieser Passus greift allerdings nur, wenn der Schadensort mehr als 50 Kilometer Luftlinie vom Heimatort entfernt ist.

Krankenrücktransport: Komme ich im Krankheitsfall nach Hause?

Krankheit oder ein Unfall im Urlaub sind kein schönes Thema, aber nicht nur in Zeiten von Corona ist es gut zu wissen, dass man im Notfall auf medizinische Hilfe hoffen kann. So ist der Krankenrücktransport Bestandteil aller Schutzbriefe. Unterschiede gibt es dennoch. Während zum Beispiel der ACV Krankenrücktransporte nur in medizinisch notwendigen Fällen übernimmt, machen das die anderen Clubs auch schon in medizinisch sinnvollen Fällen. Hinter dem Begriff "medizinisch sinnvoll" verbirgt sich der Gedanke, dass die Genesung in einer vertrauten Umgebung schneller vonstattengeht. "Medizinisch notwendig" ist ein Rücktransport zum Beispiel dann, wenn die behandelnde Klinik im Ausland nicht über die erforderlichen Mittel und Gerätschaften verfügt.

Auch bei anderen Unglücksfällen im Ausland springen die Automobilclubs ein. Dazu zählt der Verlust von Zahlungsmitteln, wenn man beispielsweise ausgeraubt wurde oder die Kreditkarte verloren geht. Die Maßnahmen reichen in diesem Fall von der Kontaktaufnahme mit der Hausbank bis zur kurzfristigen Bereitstellung eines zinslosen Kredits.

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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