Ratgeber: Darauf müssen Sie beim WLAN-Router-Kauf achten

Ratgeber: Darauf müssen Sie beim WLAN-Router-Kauf achten
Ende des Routerzwangs: Wir stellen Ihnen einige der besten Router vor und sagen, worauf Sie beim Kauf achten müssen.
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Ratgeber: Darauf müssen Sie beim WLAN-Router-Kauf achten

Ende des Routerzwangs: Wir stellen Ihnen einige der besten Router vor und sagen, worauf Sie beim Kauf achten müssen.

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Seit dem Ende des Routerzwangs dürfen Nutzer frei wählen, welchen Router sie verwenden. Wir stellen Ihnen einige der besten Modelle vor und sagen, worauf beim Kauf zu achten ist.

Seit August ist der Routerzwang aufgehoben. Seither dürfen Provider von ihren Kunden nicht mehr verlangen, dass sie einen bestimmten Router verwenden. Aus diesem Grund müssen sie die Einwahldaten an die Kunden herausgeben, sodass sie diese in den neuen Router eingeben können. Im Folgenden lernen Sie eine Auswahl an zuverlässigen Routern für DSL, Kabel und WLAN kennen und erfahren, welche Kriterien beim Kauf eine Rolle spielen.

  1. Schritt: Verkabeln Sie Ihre Fritzbox richtig
    Ihre Fritzbox positionieren Sie idealerweise an einer Stelle in Ihrer Wohnung, zu der die Entfernung zu den Netzwerkgeräten möglichst gering ist. Auf diese Weise vermeiden Sie lange Kabelwege. Denn nicht nur der Computer, auch internetfähige Fernseher, Smartphones, Tablets und Internetradio können an die Fritzbox angeschlossen werden. Im nächsten Schritt verbinden Sie den Router dann mit Ihrem DSL-Anschluss. Nun stellen Sie die benötigten Kabelverbindungen zwischen der Fritzbox, ihrem DSL- sowie Stromanschluss und dem Endgerät her. Alle Kabel werden von Werk aus mitgeliefert. Zuerst stecken Sie das Netzteil der Fritzbox ein und schließen es anschließend an die Stromversorgung an. Danach schließen Sie das graue Y-Kabel an die mit "DSL/TEL" beschriftete Buchse auf der Rückseite des Routers an und verbinden das andere Ende des Kabels mit dem DSL-Splitter in Ihrer Wand. Sollten Sie im Besitz einer leistungsfähigeren Fritzbox sein, wie etwa des Modells 7490, welches zusätzlich eine Telefoniefunktion besitzt, dann müssen Sie lediglich das schwarze Kabelende mit dem Anschluss verbinden. Über das gelbe Netzwerkkabel wird zuletzt die Verbindung zwischen Computer und Router hergestellt. Dies müssen Sie unbedingt beachten, da sowohl vom PC, als auch vom Laptop aus auf die Konfigurationsmaske der Fritzbox zugegriffen wird, um den DSL-Zugang zu installieren. Denn bei diesem Router ist das WLAN noch nicht vorkonfiguriert. Zur Aktivierung ihres Funknetzes drücken Sie die Taste "WLAN/WPS". Der Netzwerkschlüssel befindet sich auf der Unterseite der Fritzbox.
  2. Schritt: Wählen Sie den passenden Internetanbieter aus
    In diesem Schritt wird die Einrichtung der DSL-Verbindung thematisiert. Zunächst öffnen Sie am PC oder Laptop Ihren Browser und geben "fritz.box" oder die Standard-IP-Adresse der Fritzbox - "192.168.178.1" - ein. Mit der Eingabetaste bestätigen Sie dies, um im Anschluss die Konfigurationsoberfläche des Routers zu öffnen. Bei der ersten Nutzung werden Sie beispielsweise bei der Fritzbox 7490 aufgefordert, das Standardpasswort 0000 zu ändern. Neuere Modelle der Fritzbox wie die 4020 geben den Nutzern ein Menü-Kennwort vor, welches am Gehäuse aufgedruckt ist. Im Anschluss werden Sie beim ersten Start freundlich von einem Installationsassistenten begrüßt. Dieser hilft Ihnen schrittweise bei der Einrichtung der Internetverbindung. Hierfür benötigen Sie unbedingt die Zugangsdaten, die Ihnen Ihr Internetprovider zugesandt hat. Fritzbox kommt Ihnen bei der Einrichtung aber zusätzlich entgegen. Denn der Router verfügt über die Konfigurationsdaten von 25 Internetprovidern, sodass Sie lediglich im Dialog "Internetzugang einrichten" Ihren Anbieter wie "Telekom", "1&1 Internet" oder "Vodafone" aus einer Liste auswählen müssen. Falls Sie einen Vertrag bei einem anderen Unternehmen abgeschlossen haben, wählen Sie unter "Weitere Internetanbieter" Ihren Provider aus. Im Anschluss markieren Sie Ihren Anbieter. Falls Ihr Provider dennoch nicht aufgelistet sein sollte, klicken Sie "Andere Internetanbieter" an und geben bei "Name" eine Bezeichnung ein. Danach fahren Sie über den Punkt "Weiter" fort zum nächsten Schritt.
  3. Schritt: Ihre Zugangsdaten eingeben
    Unabhängig von der Wahl Ihres Internetproviders funktioniert die Eingabe der Zugangsdaten nach demselben Prinzip. Die einzigen Unterschiede bestehen lediglich im Layout der Eingabemasken. Im Folgenden werden wir Ihnen die Einrichtung anhand des DSL-Zugangs der Telekom veranschaulichen. In der Eingabemaske geben Sie die Daten "Zugangsnummer", "Persönliches Kennwort", "Anschlusskennung" und "Mitbenutzernummer" ein. Einige Anbieter wie QSC, NetCologne / NetAachen und Be-Converged verlangen vor der Eingabe noch die Auswahl der Verbindungsart oder des Tarifs. Danach klicken Sie auf die Schaltfläche "Weiter".
  4. Schritt: Testen Sie die Internetverbindung
    Nachdem Sie Ihre Zugangsdaten eingegeben haben, geht es an das Testen Ihrer Internetverbindung. Hierfür überprüfen Sie die gewählten Einstellungen im Assistenten. Dabei muss die Option "Internetverbindung nach dem Speichern der Einstellungen prüfen" aktiviert sein, um die eingerichtete Internetverbindung durch den Router überprüfen zu lassen. Falls Sie kein Flatrate-Bezahlmodell besitzen, müssen Sie unter "Tarifmodell ändern" den Punkt "Zeittarif" auswählen. Danach klicken Sie in beiden Fällen zuerst auf "OK" und danach auf "Weiter", um mit dem Test zu beginnen. Fritzbox überprüft nun, ob die Internetverbindung hergestellt werden kann. Bei erfolgreichem Test erscheint die Meldung "Die Prüfung der Internetverbindung war erfolgreich". Zur Beendigung des Vorgangs und des Assistenten drücken Sie "Weiter".
  5. Schritt: Die Interneteinstellungen ändern
    Sollten Sie entweder Ihren DSL-Provider gewechselt haben oder von DSL- auf Kabelinternet mit Modem umgestiegen sein, müssen Sie im Anschluss eine neue Internetverbindung einrichten. Dafür geben Sie "fritz.box" im Browser ein, um die Konfigurationsoberfläche des Routers zu öffnen und auf den Assistenten zuzugreifen. Über diesen wählen Sie den Punkt "Internetzugang einrichten" aus. Falls Sie lediglich Ihre Zugangsdaten anpassen wollen, genügt ein Klick auf "Internet" und danach auf "Zugangsdaten". Unter "Internetzugang" haben Sie die Möglichkeit, Ihre getätigten Eingaben zu ändern.

Zunächst muss prinzipiell geklärt werden, ob ein Gerät erstanden werden soll, das zusätzlich zum WLAN ein DSL- oder Kabelmodem bietet, oder ob es ein reiner WLAN-Router sein soll, der an ein separates Modem angeschlossen wird. Bei beiden Router-Arten gibt es eine große Auswahl an Modellen von unterschiedlichen Herstellern. Diese unterscheiden sich in Preis und Ausstattung, aber auch bezüglich der WLAN-Geschwindigkeit und der integrierten USB- und LAN-Anschlüsse.

Ein Modemrouter bietet ein Gesamtpaket

Ein Router, in dem sowohl ein Modem als auch die WLAN-Funktion vereint vorliegen, bietet den großen Vorteil, dass ein einziges Gerät genügt, um Zugang zum Internet zu erhalten und das Heimnetz zu betreiben. Auf Wunsch kann sogar ein Modell gewählt werden, an das analoge, digitale und schnurlose Telefone angeschlossen werden können. Somit fällt zusätzlich noch die Notwendigkeit für eine Telefonanlage oder Basisstation weg. Beim Kauf ist darauf zu achten, dass der Router und die Geschwindigkeit des Onlineanschlusses kompatibel sind. So werden von heutigen DSL-Routern meist VDSL und ADSL2+ unterstützt.

Des Weiteren sind solche WLAN-Router im AC-Standard ausgelegt, während Modelle mit ADSL2+ lediglich 11-n WLAN bieten. Die Telekom ist in einigen Regionen dabei, die DSL-Geschwindigkeit mittels Vectoring zu erhöhen. Wer sich hierauf vorbereiten will, sollte ein Router-Modell kaufen, das für diese Technologie geeignet ist. Ob das der Fall ist, kann im Datenblatt nachgelesen werden. Bei Routern, die Vectoring unterstützen, ist dort dann der Standard ITU G.993.5 verzeichnet. Ferner sind VDSL-Router für All-IP-Anschlüsse ausgelegt, wohingegen bei ADSL2+-Modellen darauf geachtet werden muss, dass diese Annex J unterstützen.

Wer einen Kabelrouter kauft, sollte darauf achten, dass dieser den Standard DOCSIS 3.0 unterstützt. Aus diesem Grund entscheiden sich viele Nutzer für ein Modell des Marktführers AVM. Ein beliebtes Modell ist beispielsweise die Fritzbox 7490, die unter anderem ein ADSL2+ Modem, Anschlüsse für Telefone, eine DECT-Basisstation und zwei USB-3.0-Ports für gerade einmal 200 Euro bietet. Mittlerweile ist als Nachfolger die Fritzbox 7580 erschienen, die über Multi-User-MIMO die Geschwindigkeit des WLANs optimiert. Hierfür werden allerdings 290 Euro fällig.

Eine ähnliche Ausstattung weist der TP-Link Archer VR900v für etwa 150 Euro und der Archer VR2600v für etwa 240 Euro auf, allerdings wird hier kein ISDN geboten. Noch günstiger wird es bei der Telekom. Diese hat den Speedport W 724V im Angebot, der mit VDSL-Anschlüssen anderer Anbieter verwendet werden kann und rund 120 Euro kostet. Wenn für Sie der Einsatz von Analog- und ISDN-Telefonen nicht interessant ist, eignen sich die Fritzbox 3490 für etwa 140 Euro und der Asus DSL-AC68U für ungefähr 160 Euro. Diese beiden VDSL-Router sind mit mindestens einem USB-3.0-Port ausgestattet und liefern WLAN im aktuellen 11ac-Standard.

Ein WLAN-Router sorgt für hohe Geschwindigkeit beim Surfen zu Hause

Immer mehr Nutzer sind an besonders schnellem WLAN interessiert. Für diese sind schnelle WLAN-Router ideal, die via WAN-Port mit einem separaten DSL-Modem verbunden werden. Damit das funktioniert, müssen im Menü des Routers die Zugangsdaten für das Internet hinterlegt werden. Dann ist der Router in der Lage, alle Geräte des Heimnetzwerks mit dem Internet zu verbinden. In aktuellen WLAN-Routern sorgen moderne Chipsätze für eine hohe WLAN-Geschwindigkeit. Zudem sorgen die Hersteller durch das Gehäusedesign und die Software dafür, dass eine möglichst hohe Geschwindigkeit erzielt wird. Solche Geräte verfügen teilweise bereits über MU-Mimo und Tri-Band, wohingegen Modemrouter erst noch mit diesen Techniken ausgestattet werden müssen.

Beim Kauf sollte unbedingt ein Modell mit dem 11ac-Standard gewählt werden. Diese Technik ist auf dem Vormarsch. Immer mehr Smartphones, Notebooks und WLAN-Adapter arbeiten mit diesem Standard. Deswegen sollte im Namen der Zukunftsfähigkeit auf einen Router gesetzt werden, der diesen Standard bietet. Des Weiteren sollte die Funknetz-Geschwindigkeit ein Kaufkriterium bei Routern sein. Hierbei müssen aber die Geschwindigkeitsangaben der Hersteller mit Vorsicht genossen werden. Diese sind meist übertrieben und können lediglich als grobe Orientierung dienen. Zudem kommt es darauf an, dass die WLAN-Gegenstellen in Ihrem Zuhause die vom Router gebotene Geschwindigkeit überhaupt ausnutzen können.

Eine bessere Orientierungshilfe sind die Angaben zu den Datenströmen, die vom Router parallel versendet werden können. Im Datenblatt werden diese Angaben als 2x2, 3x3 oder 4x4 angegeben. Diese Werte geben an, wie viele Datenverbindungen zwischen dem Router und einer Gegenstelle aufgebaut werden können. Je mehr Verbindungen dieser Art bestehen, desto schneller ist die Verbindung und desto weniger Zeit nimmt der Datenaustausch in Anspruch. In diesem Zusammenhang ist es nützlich, zu wissen, dass jede Antenne eine eigene Datenverbindung aufbaut.

Die Angabe 2x2 sagt somit auch etwas über die Anzahl der genutzten Sende- und Empfangsantennen für die jeweilige Frequenz aus. Im Falle des 11 ac-Standards wären das also 5 GHz und 2,4 GHz. Hierbei ist aber zu beachten, dass die Maximalgeschwindigkeit eines 2x2-Routers auch nur mit einer 2x2-Gegenstelle erreicht werden kann. Besonders günstige 11 ac-Router sind schon ab 40 Euro zu haben. Diese Modelle funken aber nur über eine Antenne und bieten gerade einmal eine Höchstgeschwindigkeit von 433 MBit/s sowie 5 GHz. Solche Router erreichen in einem 2,4 GHz-Netz maximal 300 MBit/s und werden entsprechend als AC750-Router verkauft. Für kleine Netzwerke mit Geräten mit 5 GHz WLAN sind sie gut geeignet. Zu den Nachteilen solcher Geräte zählt, dass sie ausschließlich LAN-Anschlüsse bieten, die Fast-Ethernet-Tempo liefern, oder keinen USB-Port besitzen. Eine rühmliche Ausnahme bildet hierbei der TP-Link Archer C2, der unter anderem einen USB-2.0-Port sowie Gigabit-Lan mitbringt.

Die richtige WLAN-Geschwindigkeit für den eigenen Bedarf finden

Ein 2x2 Router mit dem Namen "AC1200" eignet sich immer dann, wenn im heimischen Netzwerk Tablets, Notebooks und Smartphones funken, die 5 GHz nutzen und einige 11n-Geräte mit mehr als 2,4 GHz betrieben werden. Sehr viele Mobilgeräte arbeiten nämlich mit 2x2-WLAN, sodass das volle Geschwindigkeitspotential des Routers zum Tragen kommt. Des Weiteren sind solche Modelle mit einem sogenannten Gigabit-Switch ausgestattet, der für Kabelverbindungen gedacht ist, die durch ihre Geschwindigkeit und Stabilität punkten. Der TP-Link Archer C5 ist für 80 Euro zu haben und bietet USB-2.0-Anschlüsse, wohingegen die Fritzbox 4040 sogar für USB 3.0 geeignet ist und für 90 Euro erworben werden kann.

Wenn das WLAN hingegen größere Ausmaße annimmt, ist ein 3x3 Router das Modell der Wahl. Dieser bietet bei 5 GHz eine Maximalgeschwindigkeit von 1,3 GBit/s beziehungsweise 450-600 MBit/s bei 2,4 GHz. Allerdings ist zu beachten, dass es aktuell nur wenige Geräte der oberen Preisklasse gibt, die diese drei Datenströme für sich nutzbar machen können. Jedoch ist es auf diese Weise möglich, Geräte mit hohen Datenübertragungsraten wie Fernseher, NAS oder Set-Top Boxen in ein Netzwerk zu integrieren. Hierfür werden diese Geräte mit einem Netzwerkkabel an den jeweiligen 3x3-Adapter angeschlossen. Dieser wird dann als Netzwerk-Client eingerichtet. Solche 3x3-Router wie der TP-Link Archer C7 sind bereits ab 100 Euro zu haben. Wenn das Gerät etwas mehr können und schneller sein soll, ist der für 160 Euro erhältlichen Asus RT-AC68U oder der Netgear Nighthawk R7000 empfehlenswert.

Wissenswerte Fakten zu Tri-Band-Routern und MU-Mimo

Sogenannte 4x4-Router stellen den neuesten Stand der Technik dar. Modelle wie der AC3100, der AC5300 und der AC5400 beeindrucken durch besonders hohe Datenraten. Allerdings können diese Maximalgeschwindigkeiten im Alltag nicht erreicht werden, da es keine Gegenstellen gibt, die über vier Antennen funken - es sei denn, ein 4x4 Router wird als WLAN-Brücke genutzt. Sinnvoll werden solche Modelle erst durch die Zusatzfunktionen, die sie mitbringen. Hierzu gehören zum Beispiel Tri-Band und Multi-User-Mimo (MU-Mimo). Das Ziel dieser Funktionen ist, dafür zu sorgen, dass möglichst viele Clients von großen Datenraten profitieren.

MU-Mimo macht es möglich, Daten an mehrere Empfänger zugleich zu schicken. Das unterscheidet diese Modelle von klassischen Routern, bei denen die Datenübertragung hintereinander abläuft. Wenn ein langsamer 11ac- oder 11n-Adapter eingesetzt wird, reduziert sich hierdurch automatisch die Geschwindigkeit des gesamten Netzwerks. Schließlich müssen selbst schnelle WLAN-Komponenten warten, bis sie an die Reihe kommen. Mit MU-Mimo können aber selbst mehrere langsame Gegenstellen parallel mit Daten versorgt werden. Entsprechend kommt es zu kürzeren Wartezeiten und der Datendurchsatz im Netz verbessert sich spürbar.

Allerdings sind aktuell selbst 4x4 Router nur in der Lage, drei Gegenstellen gleichzeitig mit Daten zu versorgen. Hinzu kommt, dass der Empfänger die MU-Mimo-Technik unterstützen muss, damit sie zum Tragen kommen kann. Immerhin kommen bei der Übertragung sogenannte Kontrolldatenpakete zum Einsatz, die nur von Geräten genutzt werden können, die MU-Mimo begreifen. Einige Smartphones und Notebooks wie das Google Nexus 5X oder das Acer Aspire V15 können das bereits, allerdings bringt erst der Einsatz mehrerer MU-Mimo-Geräte effizienten Tempogewinn. Die Investition in einen entsprechenden Router dürfte sich daher aktuell noch nicht auszahlen. Wer dennoch einen solchen Router möchte, sollte sich einmal mit dem TP-Link Archer C2600 oder der Fritzbox 7580 auseinandersetzen.

Bei den sogenannten Tri-Band-Routern ist die Sachlage ähnlich. Deren Funktionsweise besteht darin, zwei WLAN-Netze über die 5 GHz Frequenz und die 2 GHz Frequenz zu spannen und die WLAN-Gegenstellen mittels Smart Connect auf diese Funknetze zu verteilen. Somit wird die höchstmögliche Geschwindigkeit erreicht und es kommt nicht so leicht zu Störungen und Fehlermeldungen. Außerdem wird auf diese Weise die Datengeschwindigkeit erhöht und es kommt ähnlich wie bei den MU-Mimo-Geräten zu keinen Wartezeiten. Auch wenn der Name der Router anderes vermuten lässt, werden also nicht drei Netze aufgespannt, sondern bei der Übertragung zwei verschiedene Funknetze genutzt.

Diese bringen allerdings nur dann die gewünschten Effekte, wenn im Netz zahlreiche Geräte vorhanden sind, die die von den 3x3- und 4x4-Routern angebotene Geschwindigkeit auch nutzen können. Ebenso müssen die Gegenstellen die über 5 GHz übertragenen Daten empfangen können. Das ist nur dann der Fall, wenn die Geräte Dynamic Frequency Collection (DFS) und Transmit Power Control (TPC) unterstützen. Außerdem neigen einige Clients dazu, sich auf einen Kanal zu beschränken, was sich negativ auf die Übertragungsgeschwindigkeit auswirkt. Zu beachten ist aber, dass solche Router deutlich teurer als Dual-Band-Modelle sind. Das liegt unter anderem daran, dass zusätzliche Chips und Signalverstärker in das Gerät integriert sein müssen. Für den TP-Link Archer C3200 werden etwa 240 Euro fällig, wohingegen der Netgear Nighthawk X6 R8000 für 280 Euro zu haben ist. 4x4 Tri-Band-Router sind aktuell am teuersten. Modelle wie der Asus RT-AC5300 oder der Netgear Nighthawk X8 R8500 schlagen mit etwa 450 Euro zu Buche.

Auf diese Ausstattungsmerkmale kommt es beim Router-Kauf an

In einen WLAN-Router ist immer auch ein sogenannter LAN-Switch eingebaut. Meist verwenden die Hersteller Modelle mit vier Anschlüssen. Auf diese Weise wird es möglich, kabelgebundene Geräte in ein Netzwerk zu integrieren beziehungsweise verschiedene Geräte mittels Powerline-Adapter oder Netzwerkkabel miteinander zu verbinden. Sehr empfehlenswert sind Modelle mit Gigabit-Switch, da Gigabit-LAN mittlerweile bei Modellen nahezu aller Preisklassen Standard ist. Dessen Tempo kann aber nur voll zum Tragen kommen, wenn es nicht durch einen Fast-Ethernet-Switch beeinträchtigt wird. Der WAN-Port ist dann ebenfalls für Gigabit geeignet und kann genügend Reserven für Onlinezugänge mit 100 MBit/s aufbauen.

Mittlerweile gibt es Router, die etwas mit der sogenannten Link Aggregation anfangen können. Das ist deshalb möglich, weil ein 11ac-Router theoretisch ein höheres Tempo als 1 GBit/s erreichen kann. Über die Link Aggregation können Datenströme über zwei Gigabit-Anschlüsse verknüpft werden, sodass ein besonders schnelles NAS angeschlossen werden kann. Ein wichtiges Kaufkriterium ist in diesem Zusammenhang der Routerprozessor. Dieser sollte eine möglichst hohe Leistung bieten, da er es dem Router erlaubt, das für die Übertragung beste Funknetz und für einzelne Programme die ideale Verbindung auszuwählen.

Die Datengeschwindigkeit ist ebenfalls interessant, wenn Daten über USB versendet werden sollen. Ein interessanter Router mit Dualcore-Prozessor ist zum Beispiel der Netgear X4S R7800, der mit 1,7 GHz arbeitet. Hierüber kann zum Beispiel ein Drucker in das Heimnetzwerk integriert werden, der dann Ausdrucke von allen Geräten im Netzwerk aus möglich macht. Ebenso ist es möglich, einen USB-Stick am Router anzubringen, der dann zum Netzwerkspeicher wird. Ähnliches gilt für eine externe Festplatte. Günstige Modelle sind mit einem oder mehreren USB-2.0-Anschlüssen ausgestattet, während bei hochpreisigen Modellen gelegentlich auch USB-3.0-Anschlüsse zu finden sind.

Zu beachten ist aber, dass die Prozessoren in Routern deutlich langsamer sind als diejenigen in PCs. Hierdurch soll unter anderem eine zu starke Wärmeentwicklung im Gehäuse verhindert werden. Entsprechend sind die Übertragungsraten beim USB-Datentransfer in diesem Bereich deutlich langsamer als bei NAS oder PC. Zum Drucken, Videostreamen oder Musikhören ist die Geschwindigkeit vollkommen in Ordnung. Aufwendige Kopier- oder Backup-Aufgaben nehmen mit der angebotenen Geschwindigkeit hingegen reichlich Zeit in Anspruch.

Bedienkomfort und Sicherheitsaspekte bei Routern

Viele Hersteller bieten bei ihren Produkten mittlerweile nützliche Sicherheitsaspekte. Unter anderem sind diverse Router ab Werk mit einer WPA-2-Verschlüsselung versehen. Trotzdem ist es ratsam, das vorgegebene Passwort zu ändern. Ansonsten können es Unbefugte leicht im Handbuch oder an der Seite des Geräts finden. Beim Einrichten kommt ein eigener Assistent zum Einsatz. Dieser fragt alle relevanten Passwörter und Zugangsdaten ab und überprüft direkt, ob mit diesen ein Internetzugang möglich ist.

Des Weiteren bemühen sich die Hersteller um ein möglichst übersichtliches Routermenü. So können Nutzer beispielsweise zwischen Standardeinstellungen und Funktionen für Fortgeschrittene wählen. Eine besonders attraktive Benutzeroberfläche mit einer Vielzahl von Funktionen ist bei AVM-Geräten zu finden. Das ist mittlerweile ein Alleinstellungsmerkmal, da die Grundfunktionen bei nahezu allen Routern am Markt identisch sind. Somit ist es ohne Weiteres möglich, Gastnetzwerke einzurichten, individuelle Regeln für das heimische Netzwerk festzulegen oder die Router als WLAN-Brücke oder Access Point zum Einsatz zu bringen. Deswegen wählen immer mehr Nutzer genau die Geräte aus, mit denen sich diese einzelnen Funktionen besonders leicht einrichten und nutzen lassen.

Ferner sollte beim Kauf ein Blick auf IPv6 geworfen werden. Jenes wird zwar von nahezu allen Routern angeboten, dennoch bestehen bei der Nutzung teils deutliche Unterschiede. Nicht zuletzt glänzt AVM im Bereich der Firmware-Updates. Das Unternehmen ist deutlich schneller als Mitbewerber, wenn es darum geht, Sicherheitslücken aus der Welt zu schaffen oder einem Router neue Funktionen zukommen zu lassen. In diesem Zusammenhang sind zum Beispiel DFS/TPC und MU-Mimo zu nennen.

Nicht allen Tempo-Versprechen glauben

Beim Kauf muss klar sein, dass die Geschwindigkeitsangaben der Hersteller mit der praktischen Alltagswelt nichts zu tun haben müssen. Im Gegenteil werden die Methoden zur Bestimmung der Geschwindigkeiten immer dreister. So werden bei Tri-Band-Routern zum Beispiel die Geschwindigkeiten der einzelnen Netze addiert. Wenn im Heimnetzwerk aber nur Geräte vorhanden sind, die jeweils eine Gegenstelle mit 5 GHz und 2,4 GHz bieten, ist dieser Router genauso schnell wie ein langsames Modell. Des Weiteren werden bei der Berechnung sogenannte Beschleunigungsfunktionen berücksichtigt. So können mit bestimmten Modulationen in der Theorie 2,4 GHz erzielt werden. Aber selbst das funktioniert nur dann, wenn ein entsprechender Chipsatz genutzt wird, der diese Modulation unterstützt.

Quelle: In Zusammenarbeit mit PC-Welt
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