Auf dem US-Markt gestartet: BMW bietet Blitzerwarner zum Freischalten an

Auf dem US-Markt gestartet: BMW bietet Blitzerwarner zum
Freischalten an
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Auf dem US-Markt gestartet: BMW bietet Blitzerwarner zum Freischalten an

© Reinhard Schmid

BMW hat in sein großes Software-Update eine Funktion für die Warnung vor Blitzern eingebaut. US-Kunden können sie gegen Gebühr freischalten.

BMW hat kürzlich ein umfangreiches Software-Update drahtlos auf seine Fahrzeuge aufgespielt. Dabei ging es unter anderem um das Implementieren von Android Auto, um ein verbessertes Navi und eine optimierte Parkplatz- und Ladesäulen-Suche. Außerdem testet BMW mit dem Update per Abo zuschaltbare Dienste, wie beispielsweise das Freischalten der Sitzheizung in den Wintermonaten.

Nicht mit eigener Detektor-Technik

Aber BMW hat in dem Update auch eine Blitzer-Warnfunktion namens "Traffic Camera Information" eingebaut. Diese Funktion lässt sich gegen eine Gebühr in den USA freischalten. Das System zeigt die Positionen der Blitzer im Instrumenten-Bildschirm und per Headup-Display an. Die notwendigen Daten bezieht BMW dabei von Here-Karten – den Kartendienst hat BMW Ende 2015 zusammen mit Mercedes und Audi gekauft. Updates erhält das Kartenmaterial auch durch Nutzer, die per App Blitzer melden. Bei entsprechenden Berichten von US-Medien entsteht teilweise der Eindruck, dass BMW seine Fahrzeuge zusätzlich mit Radar- und Laser-Detektoren ausrüstet – dies ist nicht korrekt, wie uns BMW auf Nachfrage bestätigt hat. Eine derart spezielle technische Ausrüstung ergäbe allein für die Märkte, wo diese Geräte erlaubt wären, für die Bayern geschäftlich keinen Sinn.

Die Dienste sind in den ersten drei Monaten nach dem Neuwagenkauf kostenfrei. Danach verlangt BMW 25 Dollar (aktuell umgerechnet zirka 21 Euro) für jeweils 15 Monate.

Technik fast in ganz Europa verboten

Deutsche Kunden brauchen sich keine Hoffnung auf die neue BMW-Blitzerwarntechnik machen: Sowohl der Einsatz von automatisierten Biltzerwarnern per Navi oder App als auch nur das Mitführen von betriebsbereiten technischen Geräten, wie Radar- oder Laser-Detektoren, sind hierzulande verboten. Erwischt die Polizei einen Fahrer, der eine Blitzer-App nutzt oder einen betriebsbereiten Detektor mit sich führt, drohen ein Bußgeld in Höhe von 75 Euro, ein Punkt in Flensburg und eine Beschlagnahme des Detektors mit anschließender Vernichtung. In fast allen anderen europäischen Ländern drohen ungleich härtere Strafen: Geldstrafen bis 5.000 Euro, sofortige Fahrverbote, Beschlagnahme des Fahrzeugs und Haftstrafen machen klar, wie wenig der Einsatz von Blitzerwarnern in Europa erwünscht ist. Nur in Rumänien gibt es noch keine Regelung – allerdings sind auch dort Vorschläge für Verbote in der Diskussion.

Auf dem US-Markt können BMW-Kunden das Traffic-Camera-Information-System seit dem 1. Juli 2020 nutzen. Der aufwendige Prüfungsprozess für die Einführung des Systems auf weiteren Märkten läuft – in Europa steht bei dieser Prüfung auch Rumänien auf dem Plan. Dabei geht es nicht nur um eine gesetzeskonforme Anwendung, sondern auch um die Evaluierung der Datenlage – stehen in dem jeweiligen Land nur lückenhafte Blitzerdaten zur Verfügung, würden die Kunden den kostenpflichtigen Warndienst mit hoher Wahrscheinlichkeit meiden.

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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