Uro Vamtac Hybrid

Uro Vamtac Hybrid
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Uro Vamtac Hybrid

© INSIA

In Spanien wird ein neuartiges Antriebskonzept für Militärfahrzeuge getestet. Der Uro Vamtac erhält einen vollelektrischen Antrieb, behält aber den Verbrennungsmotor – als Generator.

Unter dem Projektnamen „Athemto“ wird in Spanien derzeit eine elektrisch angetriebene Variante des Militär-Geländewagens Uro Vamtac getestet. Nun gibt es erste Ergebnisse, die nicht nur positiv ausfallen.

Der Uro Vamtac ist ein nach Vorbild des US-Militärfahrzeugs Hummer konstruiertes Fahrzeug, das viele konstruktive Ähnlichkeiten mit seinem Vorbild teilt. Dazu gehört die Einzelradaufhängung an Schraubenfedern, die Luftverladbarkeit mit den charakteristischen Aufhängungspunkten für den Hubschraubertransport und generell natürlich das Design.

Uro Vamtac – ein Hummer-Klon

Üblicherweise wird der Uro Vamtac, von dem inzwischen rund 2.000 Einheiten produziert und überwiegend beim spanischen Militär eingesetzt werden, von einem Sechszylinder-Dieselmotor des österreichischen Herstellers Steyrmotors angetrieben. Der 3,2-Liter-Turbodiesel erreicht eine Leistung von 184 PS und ein maximales Drehmoment von 380 Newtonmeter.

Für den Umbau des Uro Vamtac auf Elektroantrieb ist das Forschungsinstitut INSIA verantwortlich, das zur Technischen Universität Madrid gehört. Den elektrisch angetriebenen Hybrid-Uro stellte das Institut 2018 erstmals vor, seitdem wird der Prototyp intensiv getestet. Für den Umbau gingen die Forscher einen ungewöhnlichen Weg: Der reguläre Antrieb mit dem Allison-Automatikgetriebe wurde entfernt, stattdessen an jeder Achse ein Elektromotor verbaut. Als Stromquelle wurde ein Generator an den Dieselmotor angeflanscht.

1.600 Newtonmeter Drehmoment

Der Diesel, welcher durch den Umbau stets auf einer möglichst effizienten Drehzahl gehalten wird, speist über den Stromgenerator den Antrieb und lädt parallel die Traktionsbatterie auf. Diese hat eine Kapazität von 21 kWh. Die beiden Antriebsmotoren erreichen gemeinsam eine Leistung von 286 PS und ein von den Forschern angegebenes Drehmoment von beeindruckenden 1.600 Newtonmeter.

Das Hybridsystem kann in verschiedenen Modi betrieben werden. Im „Eco“-Modus wird vorrangig die Batterie geladen und zusätzliche Antriebsenergie erzeugt, im „Power“-Modus wird die maximal mögliche Energie aus Verbrenner/Generator und Batterie für den Antrieb bereitgestellt, im reinen Elektromodus wird schließlich, ausreichend Restkapazität vorausgesetzt, ohne laufenden Verbrenner rein elektrisch gefahren.

Speziell letzteres hat für Militäreinsätze einen besonderen Aspekt, neben der nahezu lautlosen Fortbewegung erzeugt ein elektrisch angetriebenes Auto auch keine deutlich erkennbare Wärmesignatur. Die Umweltaspekte sind dagegen beim Athemto-Projekt eher nachrangig, schließlich erreicht der Motor lediglich die Euro-III-Abgasnorm.

In einem jetzt vorgelegten Zwischenergebnis des Tests kommen die Forscher auf einige interessante Ergebnisse. Die maximale rein elektrische Reichweite bei vollgeladener Batterie von rund 50 Kilometer wird als ausreichend gesehen. Vollgetankt hat der Hybrid eine Reichweite von über 600 Kilometer. Problematischer sei die verringerte Höchstgeschwindigkeit von maximal 95 km/h, man hatte mit mindestens 100 km/h gerechnet. Der normale Uro Vamtac erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 130 km/h.

Ebenfalls negativ beurteilt wird die Wattiefe des Stromer-Uro. Durch die verbauten Elektro-Komponenten sinkt diese auf weniger als 75 Zentimeter, mit regulärem Antrieb ist ein Uro Vamtac bei entsprechender Ausrüstung für bis zu 1,5 Meter tiefe Gewässer freigegeben. Positiv sei hingegen, auch durch das enorme Drehmoment, die Steigfähigkeit des umgebauten Fahrzeugs. Die Forschung am Athemto-Projekt soll fortgeführt werden.

Quelle: 2019 Motor-Presse Stuttgart
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