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    Erster Schnell-Test des VW Grand California 600: Vor- und Nachteile des VW Grand California auf einen Blick

Erster Schnell-Test des VW Grand California 600: Vor- und Nachteile des VW Grand California auf einen Blick

Das flache Solarmodul vorne auf dem hohen Camperdach ist Teil
der Sonderausstattung und liefert 104 Watt.
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Das flache Solarmodul vorne auf dem hohen Camperdach ist Teil der Sonderausstattung und liefert 104 Watt.

© Ingolf Pompe

Autohersteller VW mischt seit 2019 nun auch in der Kategorie Campingbus mit Bad mit. Wie Pkw-like und innovativ der Grand California 600 zum Kampfpreis von unter 55.000 Euro ist, haben wir uns angesehen.

Rund 110 Zentimeter länger ist der neue Grand California 600 auf Basis des VW Crafter gegenüber seinem kleinen Bruder, dem Campingbus-Klassiker California auf T6 und T6.1. Diesen zusätzlichen Innenraum hat Volkswagen genutzt: Das Sechsmeter-Fahrzeug ist ein vollständiges, mit Badezimmer ausgestattetes Reisemobil. Die Aufteilung mit Querbett im Heck, davor Küche sowie Bad und Sitzgruppe ist weder neu noch ungewöhnlich. Es ist die moderne Gestaltung sowie viele Details, die uns beim Test auffallen.

Vorteile und Nachteile des VW Grand California 600

(+) komfortabler Einstieg(+) modernes Design(+) stirnseitig verbauter Kühlschrank(+) Möbelscharniere wirken belastbar und robust(+) modernes Basisfahrzeug(+) Rahmenfenster

(+) / (-) Dachbett leicht aufbaubar, aber nur für kleine Personen (Kinder) geeignet.

(-) Kühlschrank wirkt wackelig(-) Technik unter Sitzbank nicht einfach erreichbar(-) Zuladung für 2 Personen geeignet – nach promobil-Leergewicht inkl 100% Kraftstoff, Gas und Frischwassertank: 325 kg reicht für zwei Personen plus maximal zwei Kinder und Gepäck.(-) Fahrzeug reagiert empfindlich auf Seitenwind wegen des Hochdachs(-) Fahrerhausverdunklung umständlich zu montieren

Zwei Versionen des VW Grand California

Neben dem hier gezeigten 600er-Bus mit Querbett bringt VW auch eine längere Einzelbetten-Version auf den Markt, den 680er. Beide fertigt Volkswagen im polnischen Crafter-Werk. Der markanteste Unterschied der beiden Modelle: das hohe, alkovenartige GfK-Dach des Grand California 600. Käufer der längeren 680-Version erhalten hingegen das flachere Super-Serienhochdach.

Beide Varianten sind optional mit einem Dach-Solarmodul ausgestattet; 104 Watt bei der 600-Variante, 174 Watt Leistung beim 680er. Für Durchschnittscamper, die Strom für Licht, warmes Wasser und zur Laptopnutzung brauchen, sollte das Modul mit der serienmäßigen AGM-Aufbaubatterie für eine Handvoll Tage Autarkie reichen, bei durchgehend sonnigem Wetter im Zweifel sogar für den ganzen Urlaub.

Außen versucht der Hersteller ein aerodynamisches, automotives Design zu bewahren: Hierzu tragen zum Beispiel die aufgesetzten, seitlichen GfK-Schalen im Heckbereich bei, die als Verbreiterung für das Querbett nötig sind. Die Auswölbungen laufen zur Fahrzeugfront hin flach zu, wodurch sie nicht plump aufgesetzt wirken. Angenehm unauffällg sind auch die planen Rahmenfenster oder die fast bündige Klappe des Toilettenschachts. Die Tür kommt ohne Schloss aus und wird mit der Zentralverriegelung mit auf- und zugeschlossen.

Wie komfortabel ist der Innenraum?

Eine angenehme Überraschung beim Öffnen der Schiebetür: Die elektrische Trittstufe fährt automatisch, ohne Knopfdrücken, mit aus. Beim Einsteigen fällt dann allerdings auf, dass die Öffnung der Schiebetür mit einer Höhe von 1,70 Metern relativ niedrig ist. Das kommt daher, dass hinter der ausfahrbaren Trittstufe direkt eine weitere Stufe im Eingangsbereich sitzt. Dafür ist der gesamte Innenraum stufenlos und bietet 2,06 Meter Stehhöhe.

Das Design des Fahrzeugs im Innenraum ist kompromisslos modern. Dimmbare LEDs beleuchten den Campingbus, entlang der Schrankzeile gibt es außerdem eine farblich einstellbare, indirekte Beleuchtung. Der Boden ist aus Kunststoff, mutet aber wie dunkles, edles Schiffsparkett an. Er bildet einen Kontrast zu dem weißen Möbelbau vorne, der sich von der Sitzgruppe bis ins Heck über das Bett zieht. Unter dem Bett wählt der Hersteller ein unempfindlicheres Anthrazit. Sinnvoll, wie sich zeigt: Denn beispielsweisebereits nach mehrmaligem Anfassen des Küchenblocks bleiben Fingerabdrücke nicht spurlos. VW bietet nur dieses eine Dekor.

Bordtechnik und Liegeflächen

Im Heckstauraum befinden sich Frischwassertank und Gaskasten. Für leichteres Rein- und Raushieven der Gasflaschen setzt VW auf ein herausnehmbares Brett anstelle einer Tür. Serienmäßig, neben den Zurrschienen zum Befestigen von Fahrrädern und sperrigem Gepäck, ist hier auch ein Außenduschenanschluss.

Das Querbett darüber bietet mit 191 mal 135 bis maximal 150 Zentimetern ein angenehm breites, nicht allzu langes Bett. Gut gelungen an Kopf- und Fußende des Bettes: der fließende Übergang von Karosserieseitenwand in GfK-Schale. Die aufgesetzten „ Heckohren“ fügen sich so gut in das Raumdesign. Tellerfedern unter der Matratze sorgen für zusätzlichen Komfort. Sie erinnert mit sieben Zentimeter Dicke allerdings an Matratzen aus dem Kompaktbus-Bereich à la T6.

Stauraum bieten sieben fast vollständig umlaufende Stauschränke. „Fast“, weil als Kleiderschrankersatz eine 30 Zentimeter lange Kleiderstange zwischen Schrank und Badwand dienen soll. Optional ist an dieser Stelle auch ein Kleiderschrank möglich, was wiederum auf Platzkosten geht.

Küche und Bad

Das Bad ist mit 84 mal 80 Zentimetern kompakt und zweckmäßig ausgestattet. Es gibt keine Seitenfenster, dafür eine Dachluke. Neben einer Handtuchstange und nützlichen Haken befinden sich hier Ablagen hinter der Spiegelschranktür, hinter der das Klappwaschbecken platzsparend verschwindet.

Die gegenüberliegende Küche ist wie das Bad Campingbus-typisch ausgestattet: Zweiflammkocher, ein 70 Liter fassender Kühlschrank samt Gefrierfach. Da der schubladenartige Kühlschrank stirnseitig tief am Küchenblock sitzt, ist die Sichtachse von vorne nach hinten offen. Dies unterstreicht zusammen mit den angeschrägten Oberschränken die offene, luftige Optik des gesamten Campingbusses.

Die Sitzgruppe bietet vier Personen Platz, wobei der Tisch nicht für den Beifahrer erweitert werden kann. Nützlich: die offenen Krimskrams-Fächer unterhalb des Tischs samt USB-Steckdosen. Über der Sitzgruppe befindet sich das optionale, herausziehbare Extrabett. Es trägt bis 150 Kilogramm. Links zum Bad ist die Liegefläche bis zu 191 Zentimeter lang, ansonsten 162. Mit einer Breite von 117 Zentimeter bietet es genug Platz, auch als Schlafplatz für einen Erwachsenen.

In der Basisversion gibt es den Grand California mit 177 PS und Automatikgetriebe, wahlweise mit Vorder- oder Allradantrieb. „Pkw-like“, im Sinne von leise, modernem Design und vielen Assistenzsystemen, trifft beim Grand California 600 zu. Innovativ sind Detaillösungen wie das Solardach, die elektrische Trittstufe oder der Bewegungssensor im Bad.

Basisinformationen VW Grand California 600

Gurte/Schlafplätze: 4/2-3 Zul. Gesamtgewicht: 3500 kg Länge/Breite/Höhe: 5,98/2,03/3,10 m Radstand: 3,64 m Grundpreis: 54.990 Euro Aufbau: Stahlblechkarosserie mit 2 GfK-Schalen am Heck, aufgesetztes Hochdach, Innenverkleidung Türen Polyester, Isolierung Boden XPS-Schaum, Wände PE, 4 vorgehängte KunststoffIsolierfenster, 3 Dachhauben. Ausbau: Möbel aus Sperrholz (HPL), Sitzbank mit 2 Dreipunktgurten, Heckbett 1910 x 1350–1500 mm, optionales Dachbett 1620–1910 x 1170 mm, Sanitärraum mit Kassettentoilette und integrierter Dusche, Küche mit Zweiflammkocher und Kompressorkühlschrank 70 L (Gefrierfach 10 L). Bordtechnik: Gas-Gebläseheizung/Boiler Truma 6 (wahlweise 6E oder D6E), Frischwassertank 110 L, Abwassertank 90 L, Solarmodul 104 Watt (Zusatzausstattung), Bordbatterie 95 Ah, Gasflaschen 2 x 11 kg. Basisfahrzeug: Volkswagen Crafter L3, 2.0 TDI, Vorderradantrieb, Vierzylinder-Turbodiesel, Hubraum 1968 cm3, Leistung 130 kW/177 PS, Achtgang-Automatik.

Testwertung

(maximal 5 Punkte möglich)

Sitzgruppe: 4 Punkte Möbelbau: 4,5 Punkte Schlafen: 3 Punkte Sanitär: 3 Punkte Küche: 4 Punkte Fahren: 4 Punkte

Technische Daten:

Sonstige

Leistung: 130 KW (177 PS)

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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