Mercedes Concept EQ Mitfahrt

Mercedes Concept EQ Mitfahrt
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Mercedes Concept EQ Mitfahrt

© Mercedes
13.05.2017 - 00:00 Uhr von Patrick Lang

Mit der Produktmarke „EQ“ möchte Mercedes ab 2018 Elektroautos auf den Markt bringen. Zuerst ein Kompakt-SUV namens EQC. Wir sind da mal mitgefahren und haben die Elektro-Zukunft hautnah erlebt.

Den Begriff „EQ“ kennen wir eigentlich aus der Hifi-Welt, in der jener „Equalizer“ für die Aussteuerung von Höhen und Tiefen verantwortlich ist. Übertragen wir dieses Prinzip nun also auf das Concept EQ von Mercedes und begeben uns im Kompakt-SUV auf die Suche nach den Höhen und Tiefen. Nachdem die elektrifizierte Studie bereits auf dem Pariser Autosalon vorgestellt wurde, durften wir uns jetzt in Berlin einen bewegten Eindruck von der Stuttgarter E-Vision machen.

Ruckeln und Poltern auf der Fahrt

Was fällt bei der Mitfahrt auf? Es ruckelt schwer beim Beschleunigen, es poltert hart auf 21-Zöllern über Querfugen und viel wichtiger: Es hat mit dem späteren Serien-Antrieb und –F ahrwerk überhaupt nichts zu tun. Dieses Umstandes ermahnt man uns direkt zu Beginn. Aha. Warum dann die Mitfahrt? „Es geht uns darum unser Concept EQ im realen Tageslicht und umgeben von anderen Autos in Bewegung zu zeigen. Einfach um zu sehen, wie es sich in die echte Welt einfügt“, erklärt EQ-Designer Thomas Sälzle. Und das macht er gut. Trotz des futuristischen Gesamteindrucks fühlt es sich nicht befremdlich an, in dem Concept Car zu sitzen. Kein Raumschiff-Feeling, sondern eine zukunftfähige Idee. Mit zugegeben einigermaßen grausigen Fahrdynamik-Eigenschaften.

Ok, wir stellen fest: Der Schock darüber, ein Concept-Car in freier Wildbahn zu erleben, fällt äußerst milde aus. Das verdankt das Elektroauto der Herangehensweise der Designer. Formell hält man sich nämlich an bekannte SUV-Proportionen. Eine Ähnlichkeit zum GLC ist schon ob der gleichen Länge von 4,73 Metern nicht wegzudiskutieren. High-Tech-Details akzentuieren lediglich das Exterieur; am deutlichsten erkennbar an der Black-Panel-Front. Dort leuchtet der obligatorische Stern, eingerahmt in einen digitalen blauen Kühlergrill. Man wolle die Mercedes-DNA nicht verwässern, sondern lediglich in einen modernen Kontext setzen. Breite Schultern und ein sportliches Greenhouse – der bullige Concept EQ verzichtet auf Sicken und Kanten. „Nahtlos“ soll es sein. Geschlossene runde Front, vollverkleideter Unterboden, sogar auf Türgriffe wird verzichtet. Das Öffnen funktioniert via Touch-Sensor. Doch wie immer stellt sich die Frage: Welche Teile werden es in die Serien-Version schaffen? „Wir haben wirklich überraschend viel vom Concept in die Serie retten können,“ verrät Sälzle. Deutlich mutiger als üblich sei man bei Mercedes mit dem Concept EQ, doch Details bleiben vorerst geheim.

Sehr konkreter Ausblick auf die Serie

Apropos Serie: Einige Werte, die bislang natürlich rein hypothetisch sind, kennen wir ja bereits. So etwa die Reichweite von 500 Kilometern, die Leistung von bis zu 300 kW aus zwei Motoren, die auf der Vorder- und Hinterachse sitzen und die damit vollvariable Momentverteilung. Antriebs-Ingenieur Jörg Weinhold bestätigt: „Das ist schon ein sehr, sehr konkreter Ausblick auf das echte Modell.“ Was die Assistenzsysteme und die Fähigkeit zum autonomen Fahren betrifft, so wird mit dem ersten EQ-Modell noch eine Schippe auf die neue S-Klasse draufgelegt. Ein weiterhin wichtiger Faktor dafür ist hochauflösendes Kartenmaterial im Speicher des Navigationssystems. Die Batterien, die sich flächig im Boden des Fahrzeugs verteilen, baut Mercedes ab diesem Jahr übrigens selbst, und zwar in Sachsen. Eine Milliardeninvestition, die verdeutlicht, dass es die Stuttgarter ernst meinen mit der Elektromobilität.

Spektakulär ist der Innenraum mit einem rundherum gezogenen Lichtband, großer Displayfront und funktionalen LEDs, die durch das perforierte Leder der Türverkleidungen pulsieren. UX-Designerin Vera Schmidt beschreibt die Idee wie folgt: „Das Licht ist nicht nur Illustration, sondern wir stellen Informationen im Raum dar, anstatt nur auf dem Display. So könnte das Lichtband sich ändern wenn man – visionär gesprochen – auf einer induktiven Straße fahrend sein Fahrzeug auflädt.“ Die Leuchtpunkte in den Seitenwänden synchronisieren sich zudem mit der Musik. Das Erscheinungsbild der Anzeigen lässt sich frei konfigurieren. Von einer völlig reduzierten Darstellung der notwendigsten Informationen bis hin zu einem komplexen Layout mit einer Vielzahl von Fahrzeug-Daten ist alles möglich.

Boost-Mode sorgt für weißes Licht

Aktiviert man durch den sogenannten Boost-Mode die volle Power der Motoren, taucht das Cockpit in weißes Licht. So werden also auch die Fahrmodi optisch unterlegt. Bildschirme in den Türen und mittig oben ersetzen konventionelle Spiegel, wenn auch nicht besonders kontrastreich. Aber es geht ja um´s Prinzip. Die Lüftungsdüsen gestaltet Mercedes nicht im Jet-Design, sondern flach und – natürlich – ebenfalls illuminiert. Bei warmer Luft rot, bei kühler Luft blau. Rot leuchtet auch die Heckscheibe, zumindest beim Bremsen, dank LEDs im Spoiler. Auf dem Lenkrad befinden sich berührungssensitive Tasten, die, anders als in der aktuellen E- oder S-Klasse, mit OLEDs hinterlegt sind und somit verschiedene Layouts darstellen können.

Ein Marktstart für das Serienmodell ist für 2018 geplant. Dem Kompakt-SUV, das den Namen EQC tragen soll, werden Limousinen und Kompaktmodelle mit Elektroantrieb folgen. Achja, den Erlkönig des EQC haben wir auch bereits in freier Wildbahn erwischt.

Quelle: 2017 Motor-Presse Stuttgart
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