Skoda Octavia RS 245 Fahrbericht

Skoda Octavia RS 245 Fahrbericht 2017
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Skoda Octavia RS 245 Fahrbericht 2017

© Skoda
07.06.2017 - 16:00 Uhr von Jörn Thomas

Skoda legt nach: der Octavia RS 245 bietet mehr Leistung und eine Differenzialsperre – und bleibt trotzdem ganz er selbst. Ausfahrt mit dem stärksten Modell der Octavia-Familie.

Danke Skoda! Danke, dass ihr uns Männer, die vom Jäger- ins Sammler-Lager wechseln (müssen), rettet. Rettet vor der Hölle windelweicher Familiengurken oder staksiker SUV, die nicht nur Vätern den letzten Rest Testosteron klauen. Stattdessen erhörtet ihr seit dem Jahr 2000 unsere unausgesprochene Bitte. Der Octavia RS war schon in Zeiten eine feste Kompaktklasse-Burg, als man beim ersten Ultraschallbild sofort einen Siebensitzer ordern musste. Und ihr pflegt das turbogeladene Universaltalent bis heute, wo es statt des Van gern ein SUV werden soll. Doch der RS schützt davor, liefert Argumentationshilfen gegenüber der argwöhnischen Partnerin. „Schatz, so ein Kombi ist doch praktisch, oder? Schau mal, 610 Liter Kofferraum beim Kombi, wenn Du die Rückenlehnen umklappst gehen sogar 1.740 Liter rein.

Das reicht für Deine Möbelhausstöbereien ebenso wie für den Luxus-Kinderwagen. Und erst das ganze Simply-Clever-Zeug wie ein praktischer Flaschenhalter zur Einhandbedienung von PET-Pullen in der Mittelkonsole, Mini-Mülleimer in der Türablage, Regenschirmhalter, Wendematte, Taschenlampe, Gepäckmanagement. Toll, was?“ Und was sagt Schatz? „Ist gebongt.“ Sogar der neue Octavia RS 245 dürfte damit genehmigt sein, zumal er trotz seine Topmodellstatus optisch nicht dick aufträgt, sich irgendwelche Aufkleber oder ähnliche Insignien verkneift.

Der stärkste Octavia ever

Dabei war noch kein Octavia stärker als er: 245 PS und 370 Newtonmeter. Nur Kenner registrieren das um 15 Prozent größere RS-Logo am Frontgrill sowie die zweifarbigen 19-Zoll-Räder im Streitwagendesign. Hinterm Hochglanzgrill pusht der bekannte Zweiliter-Turbo mit neuer Abgasanlage für weniger Gegendruck und präsenteren Sound. Heißt es. Das testen wir doch gleich mal. Auf geht’s. Rein in die einteiligen Sportsitze mit dem griffigen Alcantara-Bezug und los. Auch im Innenraum verzichten die Tschechen auf übertriebene Sportfolklore, setzten eher auf gediegene Eleganz und sorgfältige Verarbeitung. Hinzu kommt auf Wunsch das volle Programm an Infotainment und Assistenz. Vom Abstandsregeltempomaten über den Spurwechselassistenten und Rear Traffic Alert bis zum Anhänger-Rangierassistent. Ach ja, Voll-LED-Scheinwerfer sind ebenfalls Serie.

Schnelles Doppelkupplungsgetriebe

Wer will, kann selbst schalten, oder erstmals beim Octavia das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe für sich arbeiten lassen. DQ 381 ist effizienzoptimiert, arbeitet mit Nasskupplung und verkraftet bis zu 420 Newtonmeter. Es schaltet ebenso sanft wie schnell, dennoch bleibt der RS 245 ein Skoda, trotz Performance Sound Generator akustisch zurückhaltend: kein Auspuffgeballer beim Raufschalten, eher dezente Zwischengasstöße beim Runterschalten. Da machen andere von weniger Leistung mehr Aufhebens. Dabei ist der mit einer 30 Millimeter breiteren Spur hinten versehene RS 245 sogar ernsthaft sportiv: ein Sperrdifferenzial (VAQ) verbessert die Traktion spürbar. Keine halbherzige Simulation per Bremseneingriff, sondern ein echtes mechanisches System mit elektronischer Kontrolle (Normal- oder Sportmodus).

Um Potenzial des Top-RS auszuloten, sollte man die Familie am besten zu Hause lassen. So beschleunigt der 4,69-Meter-Kombi nicht nur in 6,7 Sekunden auf 100 (die Limousine ist 0,1 Sekunden schneller), sondern zieht auch druckvoll durch, bremst dank der vergrößerten Stopper standesgemäß und frisst Kurven mit großem Appetit – auch wegen der Sperre. Diese arbeitet – typisch Skoda – nicht hart und zornig, sondern sanft und effektiv, bleibt ohne Einflüsse in die Lenkung. Damit fördert der RS 245 einen runden, weichen Fahrstil, der hilft möglichst viel Leistung und Drehmoment auf den Asphalt zu bringen. Die Lenkung arbeitet fest und präzise, mit feiner Rückmeldung sowie passender Servounterstützung, je nach gewähltem Modus. Sie ist progressiv übersetzt, das bedeutet sanft um die Mittellage und zupackender bei größerem Lenkwinkel. Das gefällt bei ein paar schnellen Runden auf der Rennstrecke von Vallelunga nahe Rom ebenso wie beim Trip über die umliegenden Landstraßen.

Adaptivdämpfer sorgen für Komfort

Deren teils ungepflegter Zustand sorgt für perfekte Bedingungen, um die optionalen Adaptivdämpfer schätzen zu lernen. Okay, die großen Niederquerschnittsreifen (225/35-19) rollen etwas hölzern ab, Unebenheiten pariert der RS 245 ansonsten jedoch gekonnt. Dazu bedarf es nicht einmal der Komfort-Einstellung, bereits im Normalmodus nimmt er seine Passagier in Schutz, selbst im Sportmodus fühlen die sich niemals traktiert. Womit der RS 245 wie seine Vorgänger und Geschwister die besten Anlagen für eine lange, glückliche Beziehung mitbringt.

Quelle: 2017 Motor-Presse Stuttgart
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