VW Tiguan Allspace (2018)

Der Tiguan Allspace teilt sich mit dem Rest der SUV-Family aus
dem VW-Konzern die MQB-Plattform, legt beim Radstand gegenüber dem
normalen Tiguan elf Zentimeter auf 2,79 Meter zu, die Gesamtlänge
wächst um rund 21 Zentimeter.
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Der Tiguan Allspace teilt sich mit dem Rest der SUV-Family aus dem VW-Konzern die MQB-Plattform, legt beim Radstand gegenüber dem normalen Tiguan elf Zentimeter auf 2,79 Meter zu, die Gesamtlänge wächst um rund 21 Zentimeter.

© VW
04.08.2017 - 14:12 Uhr von Jörn Thomas

SUV statt Van: Als Allspace ist der VW Tiguan 21 Zentimeter länger und hat Platz für eine 3. Sitzreihe. Wie fährt sich der Kodiaq-Konkurrent? Wir konnten ihn schon vor dem Markstart fahren und haben nun auch alle Preise.

Volkswagen hat die Preise der Tiguan XL-Version Allspace bekanntgegeben. Ab sofort kann der Siebensitzer zum Einstiegspreis von 29.975 Euro in der Ausstattungslinie Trendline als 1,4-Liter-Benziner mit 150 PS bestellt werden. Darüber rangieren die Ausstattungen Comfortline (ab 32.375 Euro) und Highline (ab 40.300 Euro). Den teuersten Tiguan Allspace bezahlt der Kunde mit mindestens 46.600 Euro. Dafür arbeitet unter der Haube dann ein Zweiliter Diesel mit SCR, 240 PS und Allradantrieb. Wie sich der Allspace auf der Straße schlägt lesen Sie nun hier in diesem Artikel.

Wie lange es den VW Tiguan schon gibt? Ewig meinen Sie? Falsch, vor gerade einmal zehn Jahren beendete er die Kompakt-SUV-lose Zeit bei Volkswagen. Und wie: der hochbeinige Alleskönner auf Basis von Golf und Passat kam sah, siegte – und vermehrte sich spätestens seit Generation zwei mit irrer Geschwindigkeit innerhalb des Konzerns. Ob Seat, Skoda oder Volkswagen, bei allen Konzernmarken purzeln inzwischen kompakte SUV vom Band. Und das in drei Längen: als VW T-Roc und Seat Arona, Skoda Karoq, Seat Ateca und VW Tiguan, sowie Skoda Kodiaq und VW Tiguan Allspace. Na, rauscht es bereits im Kopf? Okay, konzentrieren wir uns auf den Allspace. Er teilt sich mit dem Rest der SUV-Family die MQB-Plattform, legt beim Radstand gegenüber dem normalen Tiguan elf Zentimeter auf 2,79 Meter zu, die Gesamtlänge wächst um rund 21 Zentimeter.

In Amerika ersetzt der lange den normalen Tiguan

Normaler Tiguan? Den sparen sich die Amerikaner gleich mal, nennen den 4,70 Meter lange Allspace schlicht Tiguan, sortieren ihn damit unterhalb des US-exklusiven Atlas ein. Wie das im September erscheinende Europa-Modell bietet der lange Tiguan Platz für eine dritte Sitzreihe. Wenn gerade kein kürzeres Vergleichsexemplar zur Hand ist, lassen sich die Varianten kaum voneinander unterscheiden, denn allzu viel Kosmetik verpassten sie ihm außer Chromspangen im Kühlergrill sowie der serienmäßigen Dachreling nicht. Wie der normale Tiguan ist auch der Allspace als Onroad- oder Offroadvariante erhältlich, mit jeweils eigenständiger Frontpartie und unterschiedlichem Böschungswinkel. Am besten klappt das Differenzieren noch beim scharfen Blick Richtung auf die Fondtüren, denn die sind beim Allspace länger, um den Zustieg nach ganz hinten zu erleichtern. Dort logiert es sich wie in dieser Klasse üblich zwar recht beengt, für kleinere Mitreisende reicht es aber. In Reihe zwei darf man sich dafür auf der serienmäßig verschiebbaren Bank regelrecht rekeln: gegenüber dem Tiguan gibt es beim Fünfsitzer satte sechs Zentimeter mehr Beinfreiheit, das hat Luxuslimousinen-Niveau.

Regelrecht Van-mäßig wird es beim Kofferraum – oder sollte man besser sagen: in der Kofferhalle – zwischen 230 und 1.775 Liter fasst der Siebensitzer, beim Fünfsitzer sind es zwischen 760 und 1.920 Liter, 145 Liter mehr als beim Standardmodell.

Motoren, Ausstattung, Einstiegspreis

Stichwort Liter: In den USA steckt unter der Haube ausschließlich ein Zweiliter-TSI mit 186 PS und einer Achtgang-Wandlerautomatik – gemütlich abgestimmt, wie es der Amerikaner mag. Schließlich soll keine Soccer-Mum auf dem Weg zur Drive-in-Apotheke ihren Kaffee verschütten. Damit beim Fahren alles glatt geht, bekommt der Lange schon bei der Einstiegsversion für unter 30.000 Euro serienmäßig Multikollisionsbremse, Spurhalteassistent und Notbremsassistent samt Personenerkennung mit auf den Weg. Weitere Goodies wie LED-Scheinwerfer, Abstandsregeltempomat, Parkhilfe, Umgebungskameras, Stauassistent und Anhängerrangierhilfe sowie das große Infotainmentsystem mit Gestensteuerung kosten extra.

Motorseitig gibt es bei uns ebenfalls Auswahl: TSI-Benziner mit 1,4 und zwei Litern Hubraum (150, 180 und 220 PS) sowie TDI mit 150, 190 und 240 PS. Bis auf die 150 PS starken Versionen ist Allradantrieb sowie Doppelkupplungsgetriebe obligatorisch, was eine Anhängelast von 2,5 Tonnen bedeutet, mit Vorderradantrieb sind es zwei Tonnen.

Und wie fährt der Tiguan aus Amerika? Entspannt

Ohne übertriebene Fahrdynamik-Anwandlungen fährt er los. Im Vergleich zum direkten Verwandten Skoda Kodiaq etwas softer, nicht ganz so beherzt. So verschleift die Achtgang-Wandlerautomatik Gangwechsel naturgemäß stärker als das vergleichsweise trocken nachlegende DSG. In der Stadt und beim Cruisen über Land sorgt das für ruckfreie Fahrt, sobald es pressiert, wirkt die Motor-Getriebe-Kombination etwas angestrengt, was auch am auf Sparsamkeit getrimmten Verbrennungsverfahren des Zweiliters inklusive des damit auf 300 Newtonmeter beschnittenen Drehmoments liegt. Lenkung und Federungskomfort passen, das Fahrverhalten lässt sich beim Allradmodell per Dreh- und Drücksteller anpassen – bis hin zu speziellen Offroad-Modi. Konkreten Aussagen über das Handling stehen die mit überschaubarem Grip ausgestatteten Pirelli Scorpion entgegen.

Viel Platz und nette Details im Maxi-Tiguan

Ansonsten überzeugt der Maxi-Tiguan mit luftigem Platzangebot inklusive hoher Funktionalität mit zahlreichen Ablagen, der verschiebbaren Rückbank, verstellbarem Ladeboden und netten Details wie der herausnehmbaren Taschenlampe im Gepäckraum. Sitzkomfort und die Bedienung der Grundfunktionen konnte VW schon immer, der Allspace profitiert wie der Rest der Familie von den aktuellen Infotainment-Systemen. Beim serienmäßigen Composition Colour gibt es noch mechanische Regler für Lautstärke und Menü, beim Topsystem Discover Pro inklusive Gestensteuerung läuft alles über den Berührungsbildschirm. Bestellbar ist der Allspace in Deutschland ab August 2017, ausgeliefert wird ab November.

Kommt ein Hybrid nach Europa?

Für den chinesischen Markt ist ein Plug-In-Hybrid mit der Technik des Passat GTE fest eingeplant. Ob er nach Europa kommt, hängt laut VW davon ab, wie sich der Markt für Hybride in den kommenden Monaten und Jahren entwickelt.

Seine Weltpremiere feiert der 4,70 Meter lange Tiguan Allspace (er ist exakt so lang wie der Skoda Kodiaq) im Januar auf der Detroit Auto Show. Markteinführung ist dann im Sommer 2017 in den USA. Nach Deutschland kommt er im September.

Quelle: 2017 Motor-Presse Stuttgart
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