Welt-Interview: Bach verteidigt Russland-Sanktionen

Welt-Interview: Bach verteidigt Russland-Sanktionen
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Welt-Interview: Bach verteidigt Russland-Sanktionen

 © SID
31.12.2017 - 11:08 Uhr

Thomas Bach hat das russische Staatsdoping als "schwerste Attacke auf die Integrität der Olympischen Spiele, die wir je erlebt haben" bezeichnet.

Berlin (SID) - IOC-Präsident Thomas Bach hat das russische Staatsdoping speziell 2014 in Sotschi als "schwerste Attacke auf die Integrität der Olympischen Spiele, die wir je erlebt haben" bezeichnet, die angesichts dessen eher milden Urteile des Internationalen Olympischen Komitees allerdings verteidigt. "Wenn es sauberen Athleten ermöglicht wird nachzuweisen, dass sie sauber sind, wenn man ihnen Gerechtigkeit widerfahren lässt - inwiefern ist das dann unethisch?", sagte der Tauberbischofsheimer im Interview mit der Welt am Sonntag.

Das IOC hatte Russland wegen systematischen Dopings von den Winterspielen 2018 in Pyeongchang (9. bis 25. Februar) ausgeschlossen, sauberen Athleten aber gestattet, unter gewissen Bedingungen als "Olympic Athlete from Russia" (OAR) teilzunehmen. Es sei sogar möglich, dass die Sportler bei der Schlussfeier in Südkorea wieder hinter der russischen Flagge einlaufen dürfen.

Den Vorwurf, das IOC habe Russland nur deswegen nicht härter bestraft, um Präsident Wladimir Putin nicht zu verärgern, ließ Bach nicht stehen. "Diese haltlose Theorie wird vornehmlich in Deutschland vertreten", sagte Bach. Das Wichtigste bei der Beurteilung seien für ihn die Stimmen der Athleten.

"So haben wir beispielsweise unmittelbar nach der Entscheidung eine Telefonkonferenz gemacht, an der sich 68 Vertreter von Athletenkommissionen aus aller Welt beteiligten", führte Bach aus, "kein einziger hat gegen die Entscheidung interveniert. Auch eine ganze Reihe deutscher Wintersportler hat diese Entscheidung ausdrücklich begrüßt."

Bach rechnet nicht damit, dass Putin nach Pyeongchang kommen wird: "Sein Sprecher hat bereits erklärt, dass es solche Pläne nicht gibt." Auch ein Besuch seinerseits in Nordkorea vor den Spielen sei nicht geplant.

An die Sportler, die angesichts der politischen Krise zwischen Nordkorea und den USA mit Bedenken nach Südkorea fliegen werden, appellierte Bach, "Vertrauen in die Erklärungen aller politischer Entscheidungsträger" zu haben. "Dort wird alles Erdenkliche getan, um die Spiele zu sichern. Konzentriert euch auf die Olympia-Qualifikation", sagte Bach.

Quelle: 2017 SID (Sport Informationsdienst Neuss)
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