TV-Film "Die Konfirmation": Ben Braun glaubt an das Gute im Menschen

Ben Braun spielt den Stiefvater Felix, der seinem Stiefsohn ein
Halt sein will
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Ben Braun spielt den Stiefvater Felix, der seinem Stiefsohn ein Halt sein will

 © ARD Degeto/Rainer Bajo
16.06.2017 - 19:00 Uhr

In "Die Konfirmation" wendet sich ein Sohn überraschend dem Glauben zu und die atheistische Familie muss damit umgehen. Ben Braun spielt den Stiefvater. Welche Rolle die Religion in seinem eigenen Leben spielt, verrät der Schauspieler im Interview.

Im Rahmen der Themenwoche "Woran glaubst Du?" zeigt das Erste am heutigen Freitag um 20:15 Uhr den TV-Film "Die Konfirmation". In der ungewöhnlichen Coming-of-Age-Geschichte wird eine atheistische Familie damit konfrontiert, dass der Sohn - Ben, gespielt von von Tim Litwinschuh - anders als Gleichaltrige, die ihre Grenzen austesten möchten, Halt im Glauben sucht. Der Heidelberger Schauspieler Ben Braun (37, "Tatort - Mord ist die beste Medizin") spielt Bens Stiefvater Felix. Im Interview mit spot on news verrät er unter anderem, wann er zuletzt gebetet hat.

Was halten Sie denn generell von der Themenwoche "Woran glaubst Du?"

Ben Braun: Spannendes Thema! Der Glaube an sich - in welcher Form auch immer - ist ein extrem starkes Instrument. Es heißt ja nicht umsonst "Glaube versetzt Berge". Und auch ich mache mir von Zeit zu Zeit Gedanken über das große Ganze...

Woran glauben Sie selbst?

Braun: Ich glaube daran, dass jeder Mensch mit einer natürlichen, angeborenen Ethik auf die Welt kommt und somit das Potenzial hat, ein "guter Mensch" zu sein. Diese Gemeinsamkeit, die uns alle verbindet, ist für mich Menschlichkeit. Obwohl wir durch unsere Herkunft, Bildung und unser Umfeld unterschiedlich vorgeprägt sind, haben wir doch alle die Möglichkeit, diese Anlage in uns zu stärken und so zu liebevolleren Menschen zu werden.

Welche Rolle spielt Religion in Ihrem Leben?

Braun: Ich bin katholisch aufgewachsen, wurde getauft und bin als Kind sonntags in die Kirche gegangen. Das ist jetzt aber schon ein paar Tage her und heute kann ich mich mit keiner Religion wirklich identifizieren. Ich finde, die meisten Religionen betonen eher unsere kulturellen Unterschiede statt unserer menschlichen Gemeinsamkeiten. Andererseits ist es aber auch nicht zu unterschätzen, dass Religion auch die positive Macht besitzt, vielen Menschen Halt und Zuversicht zu geben. Meine Werte sind Offenheit, alle Menschen mit demselben Respekt zu behandeln und auch Achtsamkeit und Toleranz. Und ich persönlich habe nicht das Gefühl, dass ich dafür eine Religion brauche. Das habe ich in mir selbst und durch meine Erziehung mitbekommen.

Wann haben Sie zuletzt gebetet?

Braun: Wahrscheinlich an Weihnachten bei meiner Oma. Ohne Tischgebet gibt's da nichts zu essen, und sie macht richtig gute Spätzle. Es hat sich also sehr gelohnt...

Was ist Ihnen an dem Film "Die Konfirmation" besonders wichtig?

Braun: Was ich an dem Film sehr mag ist, dass die Story - ein Jugendlicher schockt seine Eltern - ziemlich auf den Kopf gestellt wird. Vor 20 Jahren provozierte man seine Eltern mit einer Tätowierung, heute leben wir in einer Welt, in der es der viel größere Skandal ist, wenn sich ein Jugendlicher, wie Ben in unserem Film, heimlich taufen lässt. Darin liegt natürlich eine große Komik. Ein Jugendlicher schlägt einen christlichen Weg ein und seine Familie dreht durch. Seine Mutter, gespielt von Ulrike C. Tscharre, quält sich mit Selbstvorwürfen, und sein eigentlich so lockerer Stiefvater, den ich spiele, will auf einmal mit ihm nach Nepal reisen, um ihn wenigstens zum Buddhismus zu bewegen. Stefan Krohmer legte bei seiner Regiearbeit großen Wert auf natürliches Spiel und subtilen Humor. Das sieht man dem Film an und für mich als Schauspieler war das sehr inspirierend.

Wann haben Sie sich schon mal ausschließlich auf sich selbst verlassen und sich anders entschieden, als Ihnen geraten wurde?

Braun: Ein Jahr vor dem Abitur hatte ich mir in den Kopf gesetzt, über die Weihnachtsferien mit zwei Freunden aus meiner Klasse die Dufour-Spitze zu besteigen. Der Dufour ist nach dem Mont Blanc der zweithöchste Gipfel Europas, und wir hatten nicht besonders viel Erfahrung. Alle haben versucht, uns das auszureden, aber wir waren 18 und haben einfach geglaubt, wir würden das packen. Am Ende ist unser Lager, die Monte Rosa Hütte, fast abgebrannt und die Schweizer Bergwacht hat uns mit dem Helikopter aufgespürt. Wir waren jung und naiv, aber irgendwie doch froh, dass wir´s einfach probiert hatten.

Quelle: spot on news AG
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