Die coolsten und kuriosesten Autos der Veterama

Wir machen den Rundgang über die Fahrzeugbörse der Veterama 2017
und sammeln die Highlights. Am Eingang direkt das Erste: Ein Audi
Coupé S.
Bild 1 von 43

Wir machen den Rundgang über die Fahrzeugbörse der Veterama 2017 und sammeln die Highlights. Am Eingang direkt das Erste: Ein Audi Coupé S.

© Patrick Lang
12.10.2017 - 08:32 Uhr von Patrick Lang

Die Veterama in Mannheim ist Anziehungspunkt für abgedrehte Typen und jede Menge coole Kisten. Wir haben uns auf der Fahrzeugbörse umgesehen und die Highlights für Sie zusammengestellt.

Auf der A6 kurz vor Mannheim überholen wir einen Opel Rekord C Caravan, der nur ein Ziel haben kann: Die Veterama. Und wir sollten Recht behalten, doch dazu später mehr. Graue Wolken und Regenschauer überziehen das Mannheimer Maimarktgelände und besprenkeln das Schrauber-Mekka. Ob das die Angst vor Korrosion befeuert? Wohl kaum. Unser Ziel ist die Fahrzeugbörse.

Auf einem Rundgang suchen wir die lässigsten, aber auch die kuriosesten Old- und Youngtimer. Zwischen den Regentropfen schwebt ein Mix aus Öl, Abgas und Garagen-Odeur. Menschen in abgewetzten Lederjacken und fleckigen Bundeswehr-Parkas schieben sich durch die Gassen der Zubehörstände. Wir kämpfen uns durch das Gedränge der Wetterresistenten Besucher zum hinteren Ende des Geländes, auf den Auto-Marktplatz. Kann man an einem Ort Schnäppchen ergattern, an dem schon unspektakulärer Filterkaffee zwei Euro kostet? Finden wir es heraus.

Kein Platz für den Fünfliter-V8

Empfangen werden wir von einem tadellosen Audi Coupé S und einer Ente. Kein schlechter Einstieg. Ein Nebenstehender raunt seinem Begleiter zu; „Wer hier einmal Blut geleckt hat, verbringt Stunden auf der Veterama.“ Während wir einen weißen Mercedes 500 SEC begutachten, spricht uns der Besitzer Massimo an, der sich hier Max nennt, weil das den Leuten besser über die Lippen kommt. „Ich muss das Auto hier verkaufen. Ich habe keinen Platz mehr in der Garage und kann nicht wieder damit zurück“, erzählt der Italiener nicht ohne Reumut. 18.500 Euro stehen auf dem Zettel hinter der Windschutzscheibe, doch da ist noch Luft nach unten, wie uns Max alias Massimo verrät. Das Cockpit ist in elegantem Bordeaux-Rot ausgeführt, ein Scheckheft für den Fünfliter-V8 gibt es auch. Wir drücken die Daumen. Keine zehn Meter weiter hofft Antonio auf den Verkauf seiner Alfetta. „Ich habe ein Eiscafé, aber die Saison war leider sehr kurz dieses Jahr. Und da ich noch eine Giulia und eine Alfetta GTV fertig machen will, trenne ich mich von diesem Wagen“, erklärt er. Verschenken will Antonio den Klassiker im Originalzustand jedoch nicht. Einen Zehner will er haben. Aber einen mit drei weiteren Nullen. Wer weiß, vielleicht gibt es mit etwas Verhandlungsgeschick noch einen großen Eisbecher mit Sahne dazu?

Unbekanntes James Bond-Auto

Wir schlendern weiter über den matschigen Kiesweg, als die Wolken aufreißen und jede Menge Sonnenstrahlen ihren Weg auf den Platz finden. Einige davon werden von einem goldenen Mercedes 350 SLC reflektiert, aus dem gerade drei Leute aussteigen. Der sportliche Benz ist definitiv ein Hingucker und einer der ersten, die Lorinser 1973 umgestaltet hat, wie wir erfahren. Auf der Essen Motorshow habe er gestanden, dann einem Scheich aus Dubai gehört, einige Zeit in Israel verbacht, und schließlich wieder den Weg nach Deutschland gefunden. In die Hände eines Oldtimer-Sammlers aus Mannheim. Sogar Sean Connery habe den Wagen in einem James Bond Film gefahren, doch die Szenen haben es leider nicht in den Film geschafft, wird uns zugeflüstert. Ob er zum Verkauf steht? Kommt auf das Angebot an, sagt uns Herr Winterstein.

Weiter hinten im Gelände treffen wir auf einen alten Bekannten: Den Opel Rekord Caravan von der Autobahn. Ein grauhaariger Mann lacht uns an: „Den hab ich kurz nach München schon auf der Autobahn gesehen. Dass der hier hin will, war ja klar, aber ich war mir nicht sicher ob er’s auch schafft.“ Hat er offenbar. Sogar kaufen könnte man den mit Stickern bepflasterten Kombi von 1969 für 9.500 Euro.

Motor läuft nach 40 Jahren Scheune

Am Ende unseres Rundgangs treffen wir schließlich noch auf einen richtigen Knaller. Ein Mercedes 170 DS von 1952. Warum Knaller? 40 Jahre stand der Daimler in einer Scheune, bis er vor zwei Tagen erstmals wieder zum Leben erweckt wurde. Und die Maschine läuft tatsächlich. Entdecker Stefan Fischer schmeißt das rostige Relikt für uns an und tatsächlich: Nach etwas Anlauf nimmt das Aggregat den Betrieb auf. Nur zwei Stunden Arbeit habe es benötigt. Entlüften, säubern und Batterie einsetzen – violá. 10.400 Euro soll der Mercedes kosten. Unbezahlbar dagegen ist, was er ausdrückt: Den Spirit der Veterama – ein bisschen Rost, ein bisschen Qualm und ein kleines bisschen Wunder.

Quelle: 2017 Motor-Presse Stuttgart
Kommentare
Top-Themen
350 hübsche Damen aus ganz Europa hatten sich beworben, 12 davon sind ins Finale um die Wahl zur Miss Tuning 2017 ...mehr
Welches ist das beliebteste Auto in Deutschland? Anhand der Neuzulassungsstatistik des Kraftfahrtbundesamtes aus dem ...mehr
Wer fährt in welchem Dienstwagen zum Training? Stürmer Robert Lewandowski, Mittelfeldspieler Thiago, die Abwehrspieler ...mehr
Anzeige
Auto Motor und Sport
Anzeige
Auch interessant
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige