Alle Autos mit der strengen Euro 6d-Temp-Abgasnorm

Diesel: Volvo XC90 D5 (173 kW) mit 1.969 ccm erfüllt Euro
6d-TEMP.
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Diesel: Volvo XC90 D5 (173 kW) mit 1.969 ccm erfüllt Euro 6d-TEMP.

© Achim Hartmann
25.09.2018 - 04:30 Uhr von Patrick Lang

In immer mehr Städten drohen Diesel-Fahrverbote. Umso wichtiger, ein Auto zu besitzen, dass die künftige Abgasnorm Euro 6d-Temp einhält. Derzeit bieten nur neun Hersteller ausschließlich nach Euro 6d-Temp zertifizierte Autos an. Eine Übersicht.

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Wer sich vor September 2014 ein neues Auto mit Diesel-Motor zugelegt hat, wird die aktuellen Diskussionen um den Diesel mit wachsender Sorge betrachten. Denn bereits zum 01.09.2014 hat die neue Euro 6-Norm den Euro 5-Standard für Neufahrzeuge abgelöst, wovon seit Beginn insbesondere dieselgetriebene Fahrzeuge betroffen waren. Und die trifft es noch härter: Für Diesel unterhalb der Euro 6-Abgasnorm drohen Fahrverbote in Städten. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschied, dass Städte selbst Fahrverbote verhängen dürfen.

Gerichtsurteile fordern Fahrverbote

Immer mehr Gerichtsurteile fordern von Städten die Umsetzung von Diesel-Fahrverboten. Nach dem des Bundesverwaltungsgerichts drängen lokale Gerichte weitere Städte dazu, ältere Dieselfahrzeuge auszusperren. Kürzlich erwischte es Frankfurt. Zuvor verlangte bereits das Verwaltungsgericht Stuttgarts in einem Urteil vom 28. Juli 2017 fordert von der Stadt Stuttgart schärfere Maßnahmen zur Luftreinhaltung. Fahrverbote sollten nicht nur an Tagen mit hoher Feinstaubbelastung gelten, viele Autos sollten durchgängig ausgesperrt werden. In Stuttgart könnten 73.000 Diesel unterhalb der Euro-6-Norm von Fahrverboten betroffen sein.

Behörden unter Druck von der EU

Man muss jedoch auch die andere Seite sehen: Die deutschen Behörden stehen unter Druck, denn aus Brüssel droht bei Tatenlosigkeit eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof, sollten keine konkreten Schritte zur Verbesserung der Luftqualität eingeleitet werden. Der Abgas-Skandal rund um den Volkswagen Konzern hat sein Übriges zur Stigmatisierung des Diesels beigetragen und in der Folge auch andere Hersteller in Erklärungsnot um geschönte Werte gebracht.

Umstieg auf Euro 6-Diesel

Eine Untersuchung des Berliner Senats hat bereits 2005 ergeben, dass Diesel-Pkw lediglich drei Prozent zu einer im lokalen Straßenverkehr gemessenen Feinstaub-Belastung beitragen. Und zu diesem Zeitpunkt galt noch die Euro 4-Norm. Umso tragischer ist es, dass selbst Euro 5-Diesel in Ballungszentren mittelfristig keiner erhöhten Überlebenschance entgegenfahren. Das Jammern wird allerdings nichts ändern, deshalb gilt es den Blick auf die Alternativen zu richten. Das sind in erster Linie alle anderen Antriebskonzepte, also Benziner, Hybride oder Elektrofahrzeuge. Aber eben auch Diesel der aktuellen Abgasnorm Euro 6d-Temp.

Abgasnormen Euro 1 bis Euro 6 im Überblick

Die Europäische Union definierte mit Euro 1 ab Juli 1992 Grenzwerte für den Schadstoffausstoß und einen Fahrzyklus für die Emissionsmessung. Die Abgasnorm galt ab Juli 1992, gemessen wurden HC und NOx, CO und bei Dieselmotoren auch der Rußausstoß. Vor der Abgasmessung lief der Motor 40 Sekunden im Leerlauf, um den Katalysator auf Temperatur zu bringen. Das war ab dem Jahr 2000 mit der Euro-3-Norm nicht mehr möglich; jetzt wurde der Kaltlauf mitgemessen.

On-Board-Diagnose ab Euro 3

Ab Euro 3 ist auch eine On-Board-Diagnose Pflicht, die Schäden an der Abgasreinigung registriert. Seit Euro 3 gelten auch Grenzwerte für Stickoxid (NOx) –erhöhte NOx-Werte in großen Ballungsräumen lösten die aktuelle Diskussion um Diesel-Fahrverbote aus. Die EU-Richtlinie 70/220/EC legt die Grenzwerte zunächst auf 0,15 g/km bei Otto- und 0,5 g/km bei Dieselmotoren fest.

Euro 4 mit Partikel-Grenzwerten

Mit Euro 4 ab Januar 2005 sinken die Stickoxid-Grenzwerte auf 0,08 und 0,25 g/km für Otto- und Dieselmotoren. Die Partikelgrenze (PM) für Dieselmotoren halbiert sich auf 25 mg/km. Noch ist es möglich, die Grenzwerte ohne Rußfilter zu erfüllen. Der wird mit Einführung der Euro-5-Norm ab Januar 2009 praktisch Pflicht: Der Grenzwert für die Partikelmasse (PM) sinkt auf 5,0 mg/km. Die erlaubten Stickoxid-Werte sinken leicht auf 0,06 und 0,18 g/km für Otto- und Dieselmotoren.

Euro 6 begrenzt Anzahl der Partikel

Die Euro-6-Norm, gültig ab September 2014, definiert erstmals Grenzwerte für die Anzahl der Partikel im Abgas. Gleichzeitig sinkt auch der erlaubte Wert für die Partikelmasse von 5,0 auf 4,5 mg/km. Der Fahrzyklus bleibt zunächst gleich, ebenso die restlichen Grenzwerte. Das Besondere daran: Ab 2018 gelten auch für Benziner verschärfte Bedingungen beim Partikelausstoß. Ohne Partikelfilter sind die Grenzwerte häufig nicht zu unterbieten. In der Galerie zeigen wir alle Benziner, die heute schon mit Partikelfilter unterwegs sind – oder demnächst einen bekommen sollen.

Euro 6c mit WLTC-Fahrzyklus

Mit Euro 6c ändert sich ab 01.09.2017 der vorgeschriebene Fahrzyklus: Neue Fahrzeugtypen werden dann nach WLTC gemessen. Während des Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Cycle legt das Testfahrzeug in 30 Minuten 23,26 Kilometer zurück. Auf dieser Strecke werden vier Geschwindigkeitsprofile mit unterschiedlich langen Stillstandszeiten durchfahren. Maximal erreicht ein Auto im WLTC 131,3 km/h. Im Vergleich dazu ist der bisher verwendete Neue Europäische Fahrzyklus (NEFZ) mit knapp 20 Minuten deutlich kürzer und mit niedrigeren Geschwindigkeiten auch weniger verbrauchsintensiv.

Euro 6d misst RDE auf der Straße

Euro 6d-TEMP, das praktisch gleichzeitig in Kraft tritt, sieht zusätzlich eine Messung der Real Drive Emissions (RDE) auf der Straße vor. Ab 1. Januar 2020 wird Euro 6d verbindlich für die Zulassung neuer Fahrzeugtypen, ein Jahr später müssen alle Neuwagen die Grenzwerte auf dem Prüfstand und auf der Straße erfüllen. Einige Hersteller überspringen Euro 6c und zertifizieren gleich nach Euro 6d TEMP. In unserer Fotoshow zeigen wir alle Euro6-TEMP-Autos.

Quelle: 2018 Motor-Presse Stuttgart
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