Alle SUV in Genf

Bereits zum Jahrestart bringt Citroen den facegelifteten
E-Mehari.
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Bereits zum Jahrestart bringt Citroen den facegelifteten E-Mehari.

© Citroen
12.03.2018 - 08:33 Uhr von Torsten Seibt

Auf der ersten großen europäischen Automesse des Jahres stehen einmal mehr die SUV im Rampenlicht. Wir zeigen alle neuen Modelle vom Autosalon Genf 2018 im Detail.

Bildershow: Neue SUV auf dem Genfer Autosalon>>

Vom Facelift für den kompakten Jeep Renegade bis zum Elektroantrieb für das Bombast-Schlachtschiff Bentley Bentayga – am Genfer See haben SUV in diesem Jahr Hochkonjunktur, und es sind in erster Linie Modelle, die bald schon zu den Händlern kommen. Die visionären Studien sind eher rar gesät. Eigentlich gut so, denn so können wir tatsächlich bald anfassen, was momentan noch auf den sorgsam geputzten Messeständen parkt.

Aus dem großen Aufgebot (die komplette Übersicht, in alphabetischer Reihenfolge, finden sie in der Bildergalerie) haben wir uns ein paar Highlights der neuen SUV in Genf 2018 herausgesucht. Aus deutscher Sicht besonders spannend, und das im wörtlichen Sinn, ist ein Besuch bei Audi. Dort parkt mit dem E-Tron Quattro ein Elektro-SUV mit Q5-Abmessungen, das noch in diesem Sommer auf den Markt kommen soll und der Auftakt für Audis künftige Elektroauto-Strategie ist.

G 63 AMG Weltpremiere

Handfeste Technik im althergebrachten Stil zelebriert man derweil „beim Daimler“. Der neue Mercedes G durfte zwar bereits in Detroit Messeluft schnuppern, doch in die Schweiz haben die Stuttgarter etwas teureres mitgebracht, passend zur Kundschaft am Genfer See. Der Mercedes AMG G 63 soll den Reichen und Schönen künftig wieder standesgemäßen Vortrieb und eine völlig neue Fahrdynamik garantieren. Der 585 PS starke AMG G 63 wird wohl wie sein Vorgänger wieder das meistverkaufte Modell der Baureihe werden.

Ebenfalls bereits bekannt und dennoch neu ist sein Standnachbar, die X-Klasse. Erstmals zeigt Mercedes hier die Topversion X 350 d, den schwäbischsten unter den Pickups. Denn angetrieben von einem Mercedes V6-Diesel, mit Mercedes-Allradsystem und Mercedes-Automatik bleibt im Vergleich zu den Vierzylinder-X-Klassen bis auf den Rahmen nichts mehr vom Plattformspender Nissan Navara übrig. Der X 350 d wird, eine erste Mitfahrt hat das bereits klar gemacht, in Sachen Fahrdynamik eine völlig neue Ära bei den Kleinlastern einläuten.

Jeep mit Großaufgebot in Genf

Ebenso wie Mercedes bei der G-Klasse hat auch Jeep mit dem Wrangler der Versuchung widerstanden, eine kostengünstigere Zeitgeist-Variante zu konstruieren. Der neue Jeep Wrangler ist ganz der Alte, mit Starrachsen und herausragender Geländetauglichkeit, in einer (modernisierten) Karosserie, die auf den ersten Blick identifizierbar ist. In Genf debütiert die Europa-Version des Jeep Wrangler mit spezifischen Änderungen nach den hiesigen Zulassungsbestimmungen und mit den entsprechenden Europa-Motoren (Vierzylinder-Diesel und -Benziner). Doch Jeep feiert diesmal ganz besonders hart. Denn neben dem kleinen Renegade (Facelift und Mopar-Sondermodell) haben die Amis noch zwei weitere Neuigkeiten im Gepäck. Der neue Cherokee zeigt sein nach dem umfangreichen Facelift endlich partytaugliches Gesicht im Stil des Grand Cherokee. Und letztgenannter hat ein paar Ponys extra im Gepäck: Der Grand Cherokee Trackhawk steht als Europapremiere in Genf. Ob sie ihn über Nacht auf dem Stand anbinden, konnten wir noch nicht klären, sinnvoll wäre es wohl bei 710 PS. Tankt schon mal voll, liebe G 63 AMG-Fahrer, ihr bekommt Vorsprung!

Volltanken können Bentley-Fahrer künftig an einer Wallbox. Von den Reichen lernt man das Sparen, weiß der Volksmund zu berichten. Und so gibt es künftig einen Plugin-Hybrid für das Riesen-SUV, der sich auf Verbrennerseite mit einem V6 begnügen muss. Shocking, isn´t it? Humor haben sie jedenfalls bei Bentley, denn der Normverbrauch des Bentley Bentayga Plugin-Hybrid wird mit 3,2 Liter/100 km angegeben. Weil man einem Bentley-Kunden aber keine schnöde Schuko-Steckdose zumuten möchte, ließ der Hersteller eine Wallbox von Stardesigner Philippe Starck entwerfen, was einen geschätzten Kollegen zum gelungenen Kalauer „Starck-Strom“ greifen ließ.

Hybride und neue Benziner

Lieber wieder bodenständig? Horchen wir doch mal genau hin, was da von den Motorenentwicklern auf dem Autosalon Genf 2018 geflüstert wird. So hat Renault beispielsweise einen neuen 1,3-Liter-Benziner ins Reisegepäck gesteckt, der gemeinsam mit Mercedes entwickelt wurde und künftig unter anderem den Captur antreiben wird. 130 PS wird er dort leisten, stets mit einer manuellen Schaltbox zusammenarbeiten und dieser die Verwaltung von 220 Newtonmeter überlassen. Etwas mehr Musik gefällig? 150 PS, 250 Nm und automatisiertes Doppelkupplungsgetriebe stehen auch zur Wahl.

Und noch etwas, um beim Thema Antrieb zu bleiben, lässt uns auf dem Autosalon Genf 2018 aufhorchen. Toyota hat den neuen Auris ins Scheinwerferlicht gestellt, bekanntlich alles andere als ein SUV. Doch künftig gibt es den Golfklässler neben dem relativ überschaubar emotionalen Prius-Hybridpaket auch mit einem zweiten Hybrid-Antriebsstrang, der mit zwei Liter Hubraum auf Verbrennerseite eine Systemleistung von 180 PS bereitstellt. Warum wir das erwähnen? Weil es schon sehr seltsam wäre, wenn diese Spaß-statt-Sparbrötchen-Hybridisierung nicht ziemlich bald im Toyota C-HR anzutreffen ist. Wer das jetzt trotzdem total unsexy findet – bei Lexus gibt es den neuen Kompakt-SUV UX anzusehen, der dem Betrachter die Kante gibt. Antrieb: Ein neuer Zweiliter-Benziner sowie – da ist er wieder – der oben genannte Hybrid-Strang mit diesmal 178 PS Systemleistung.

Konzept-SUV in Genf

Concept cars, anyone? Tatsächlich haben sich auch hier ein paar Modelle im SUV-Kleid auf den Weg nach Genf gemacht. Bei Nissan zeigen sie mit dem IMX Kuro eine Elektro-SUV-Studie (stand schon in Tokio, wurde nochmals überarbeitet). Der IMX Kuro soll, das ist selbst für eine japanische Studie ziemlich abgefahren, mit „ Brain-to-Vehicle“-Technik unterwegs sein, die Hirnströme des Fahrers überwachen und entsprechend reagieren. Der Pilot muss sich dazu eine entsprechende Mütze aufsetzen, um mit dem IMX Kuro zu kommunizieren. Haben wir uns nicht ausgedacht, das meint Nissan wirklich so.

Mitsubishi hat nicht nur die überarbeitete 2018er-Version des Plugin-Hybrid Outlander nach Genf gefahren, gleich daneben parkt das e-Evolution-Concept. Interessant an diesem natürlich vollelektrischen SUV: Gleich drei Motoren kümmern sich um den Vortrieb. Einer für die Vorderachse, zwei im Heck, wodurch an der Hinterachse ein radweises Anliefern der E-Power ermöglicht wird. So ähnlich sieht das auch Ssangyong, wo neben dem neuen Musso Pickup auch der e-SIV zu besichtigen ist. Das rund 4,5 Meter lange Elektro-SUV sieht formal relativ serientauglich aus, die Reichweite wird mit rund 450 Kilometer angegeben, mehr möchte Ssangyong noch nicht verraten.

Quelle: 2018 Motor-Presse Stuttgart
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