Volvo XC60: Der Auslieferung ausgeliefert

Gutaussehender Schwede: der neue Volvo XC60
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Gutaussehender Schwede: der neue Volvo XC60

© Volvo
17.05.2017 - 16:18 Uhr

Kein Modell in der Volvo-Geschichte verkaufte sich besser als der XC60. Die zweite Generation des Premium-SUV dürfte nahtlos daran anknüpfen.

Wenn ein Hersteller sich vor Aufträgen kaum retten kann, klingt das zunächst nach einem Luxus-Problem. Volvo hat eines. Seit dem der neue XC60 im März auf dem Genfer Autosalon vorgestellt wurde, stapeln sich bei den Händlern die Bestelleingänge. Das Resultat sind logischerweise längere Lieferzeiten. Um die Kunden möglichst schnell bedienen zu können, dürfen Volvo-Mitarbeiter bis auf weiteres keinen Werkskauf tätigen.

Ein echter Eye-Catcher

Eine wirkliche Überraschung ist das nicht. Das Design des neuen XC60 ist ein Eye-Catcher, reduziert und klar, die Proportionen stimmen, der gesamte Auftritt des SUV ist elegant, ohne Anflug von Aggressivität. Das kommt beim Publikum an. Volvos Chef-Stylist Thomas Ingenlath nennt es schlicht "skandinavisches Design".

Wie die gesamte 90er-Baureihe XC, S und V baut der XC60 ebenfalls auf der sogenannten SPA (Scalable Product Architecture) auf. Ziel ist es, möglichst viele Gleichteile zu verwenden und somit Kosten zu sparen. Damit verschwindet auch der kernige Fünfzylinder-Diesel von der Bildfläche. Vom Sechszylinder-Benziner hat Volvo sich bereits vor einigen Jahren im XC60 verabschiedet. Das neue Motto heißt: konsequentes Downsizing. Alle Motoren, egal ob Diesel oder Benziner, erhalten einheitlich zwei Liter Hubraum und vier Zylinder.

Die grüne Alternative heißt T8 Twin Engine

Wenn im Juli die ersten XC60 zum Händler rollen, hat der Kunde die Wahl zwischen dem bekannten D4- und D5-Diesel mit 190 und 235 PS oder dem T5-, beziehungsweise T6-Benziner mit 254 oder 320 PS. Die grüne Alternative heißt T8 Twin Engine. Hier handelt es sich um die Plug-in-Hybrid-Version, wie sie bereits unterm XC90 steckt. 407 PS Systemleistung, 640 Newtonmeter Drehmoment, 45 Kilometer elektrische Reichweite. Allerdings ist der Spaß nicht günstig. Der Teilzeitstromer kostet stolze 69.270 Euro und damit über 20.000 Euro mehr als der Einstiegsdiesel D4 (48.050 Euro).

Fahren konnten wir zwei Versionen, den D5 (ab 52.600 Euro) und den T6 (ab 55.500 Euro). Beide hinterlassen einen souveränen Eindruck. Der Diesel überzeugt durch kräftigen Antritt und leisen Lauf. Nur in der Stadt und beim Beschleunigen aus niedrigen Geschwindigkeiten ist zu vernehmen, was vorne unter der Haube werkelt. Auf Landstraße oder Autobahn hält sich der Selbstzünder akustisch komplett zurück. Der Benziner hat mit seinen 320 PS und 400 Newtonmetern von Natur aus wenig Probleme, die Fuhre sportlich nach vorne zu treiben. Immerhin wiegt dieser XC60 zwei Tonnen. Merkwürdig nur, warum Volvo bei seiner SPA-Plattform stets von Leichtbau redet.

Lohnen Investitionen in Dieselmotoren noch?

Mehr als acht von zehn XC60-Kunden haben sich beim Vorgänger für einen Dieselmotor entschieden. Ob dies im Zuge des derzeit angeschlagenen Image (Stickoxid-Ausstoß, Einfahrverbote in Städte etc.) in Zukunft so bleibt, ist schwer abzuschätzen. "Wir registrieren bereits einen Rückgang", sagt Anders Gustafsson, bei Volvo zuständig für den Vertrieb in Europa.

Volvo diskutiert momentan, ob es wirklich sinnvoll ist, noch mit der Neukonstruktion eines Dieselmotors zu beginnen. Doch egal, für welche Motorisierung man sich heute entscheidet - der XC60 überzeugt durch guten Komfort, handliche Fahreigenschaften und leise Fahrgeräusche. Man fühlt sich durch die kompakteren Proportionen des Autos sogar wohler als im XC90. Dazu bei trägt sicher auch die etwas niedrigere und sportlichere Sitzposition.

Beim Interieur folgt Volvo seinem reduzierten und klaren Außendesign. Die Verarbeitungsqualität hat sich im Vergleich zum Vorgängermodell deutlich verbessert. Die Anzahl der Knöpfe und Schalten wurde verringert, die meisten Bedienschritte laufen nun über das zentrale Display. Das mag anfänglich gewöhnungsbedürftig sein, doch nach kurzer Zeit läuft das nahezu intuitiv ab. Vergeblich sucht man einen induktiven Ladeplatz fürs Handy. "Wir favorisieren die Verbindung über Kabel", sagt Volvos Infotainment-Mann Robert Broström.

Vier neue elektronische Hilfen verhindern Kollisionen

Vom Package her ist der XC60 ein Fünfsitzer. Auch optional gibt es wie im XC90 keine dritte Sitzreihe. Erwachsene genießen auf der Rückbank gute Platzverhältnisse, was aufs Konto der neuen Plattform und des längeren Radstandes geht. Hinter den Passagieren bleibt ein Kofferraum mit 505 Litern. Die Rücksitzlehnen lassen sich entweder direkt per Handgriff entriegeln und in die Waagerechte bringen oder aber per Knopfdruck vom Kofferraum aus. Jetzt schluckt der XC60 immerhin 1.432 Liter und bietet beste Kombiqualitäten, zumal die Ladefläche durchgehend eben ist.

Thema Sicherheit hat oberste Priorität

Volvo wäre nicht Volvo, würde man nicht versuchen, beim Thema Sicherheit noch eine Schippe draufzulegen. Zu den zwölf serienmäßigen und sieben optionalen Assistenten im XC60 kommen vier neue hinzu. Prinzipiell greifen alle in die Lenkung ein, um eine Kollision zu verhindern. Droht das Abdriften in den Gegenverkehr, steuert das System zurück. Gleiches passiert, setzt der Fahrer zum Überholen an, obwohl der Totwinkel-Warner Alarm schlägt. Selbst ein automatisches Ausweichmanöver legt der neue XC60 hin, sollte ein Fußgänger auf die Fahrbahn treten oder der Bremsweg zum Vordermann nicht mehr ausreichen.

Leider kann auch Volvos jüngste Schöpfung noch nicht 90 Grad um die Ecken sehen. Auf der Testfahrt wäre uns fast ein Wagen in die Seite gekracht, der beim Einbiegen in die Hauptstraße spät zu sehen war. Das Radar erfasst eine solche Situation noch nicht. "Wir arbeiten auch hieran", sagt Marlin Ekholm, Vice President Volvo Cars Safety Centre. Schließlich hat der Vorstandsvorsitzende Hakan Samuelsson schon vor einigen Jahren versprochen: "Ab 2020 soll niemand mehr in einem neuen Volvo bei einem Unfall getötet oder schwer verletzt werden."

Technische Daten VOLVO XC60, Modell D5: Motor: 2,0-Liter-Vierzylinder-Diesel, Leistung: 235 PS (173 kW) bei 4.000 U/min, Drehmoment: 480 Nm bei 1.750-2.250 U/min, Getriebe: Achtgang-Automatik, Allradantrieb, 0-100 km/h: 7,2 s, Höchstgeschwindigkeit: 220 km/h, Verbrauch: 5,5 l/100 km, CO2: 144 g/km, Länge: 4.688 m, Breite: 1.902 m, Höhe: 1.658 m, Leergewicht: 1.990 kg, Kofferraum: 505 bis 1.432 l, Preis: ab 52.600 Euro.

Quelle: spot on news AG
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