Brennstoffzellen fürs Reisemobil

Mit entsprechenden Montagesätzen sind Brennstoffzelle und
Methanol sicher verstaut.
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Mit entsprechenden Montagesätzen sind Brennstoffzelle und Methanol sicher verstaut.

© pattilabelle/Adobe Stock
30.05.2018 - 16:17 Uhr von Benjamin Köbler-Linsner

Reisemobilisten sind gerne frei und unabhängig – auch von Stromquellen. Vielversprechend klingt die Ököalternative Brennstoffzelle: Sie lädt die Bordbatterie ohne Nebenwirkungen wie Lärm und Abgase. Was kann die Methanol-Brennstoffzelle?

Brennstoffzellen erzeugen Strom ohne fossile Brennstoffe und unabhängig von der Wetterlage. Wie Solar- bzw. Photovoltaikanlagen geben sie die produzierte Energie nicht direkt an Verbraucher ab, sondern laden die Batterie regelmäßig auf. Das Angebot an Brennstoffzellen ist überschaubar, denn für den Einsatz in Reisemobilen ist das Unternehmen SFC Energy aktuell der einzige Anbieter. 39.000 Efoy-Brennstoffzellen hat das Unternehmen bisher verkauft, wobei nur ein Teil der produzierten Stromerzeuger an den Campingfachhandel geliefert wird.

Zu den großen Abnehmern zählt unter anderem die Bundeswehr. 2012 wollte auch Truma mitmischen, stellte den Vertrieb der Vega genannten Brennstoffzelle aber bereits nach kurzer Zeit wieder ein. Für den Betrieb der Efoy ist Methanol nötig. Dieser Alkohol ist in Kanistern mit fünf beziehungsweise zehn Litern Inhalt erhältlich. In Verbindung mit Sauerstoff entsteht elektrischer Strom, als Abfallprodukte entweichen warme Luft und Wasserdampf mit Kohlenstoffdioxid.

So gesehen ist die Brennstoffzelle die Ökovariante eines Stromgenerators (siehe Artikel „ Generator fürs Wohnmobil: Mobil oder fest eingebaut“), erzeugt aber selbst keine 230 Volt, weshalb zum Betrieb von Haushaltsgeräten ein zusätzlicher Wechselrichter notwendig ist. Sobald der in der Efoy integrierte Laderegler eine Batteriespannung von 14,2 Volt registriert, schaltet sich der Stromerzeuger automatisch ab. Sinkt die Spannung unter 12,3 Volt, beginnt die Brennstoffzelle, die fehlende Ladung wieder auszugleichen.

Brennstoffzelle für Camper: Einbau und Verbrauch

Der Einbau ist bei nahezu allen Reisemobilen möglich: Brennstoffzelle und Methanol finden in der Heckgarage oder einem Außenstaufach Platz. Der Abwärmeschlauch wird über einen Ausschnitt in der Seitenwand oder im Boden nach draußen geführt. Der Anschluss ans Bordnetz erfolgt über den Elektroblock. Während des Betriebs gibt die Efoy ein leises Brummen von sich, das im Fahrzeuginneren kaum bis gar nicht zu hören ist.

Der Verbrauch an Methanol ist bei allen Efoy-Comfort-Brennstoffzellen gleich. Für eine Kilowattstunde benötigt sie 0,9 Liter. Je nach Leistungsklasse kann die Bordbatterie mit 80 bis 210 Amperestunden täglich versorgt werden. Zehn Liter Methanol reichen bei üblicher Nutzung etwa einen Monat lang. Alle Batterietypen, einschließlich Lithium-Eisenphosphat, sind kompatibel.

Eigenschaften der Brennstoffzelle

(+) Strom wird umweltfreundlich und mit geringer Geräuschentwicklung erzeugt.(+) Betrieb unabhängig von der Wetterlage.(-) Verhältnismäßig geringe Leistung.(-) Hoher Anschaffungspeis, zuzüglich laufende Kosten für Methanol (30 Euro/5 Liter).

Eignet sich für: Reisende, die häufig in Regionen mit wenigen Sonnenstunden unterwegs sind und nur selten Landstromanschluss haben. Die Brennstoffzelle kann als alleinige Stromquelle dienen, lässt sich aber auch als Ergänzung zu einer Solaranlage betreiben.

Quelle: 2018 Motor-Presse Stuttgart
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