Camping-Erinnerungen der Redaktion: Das erste Mal im Campingurlaub

S. Zink: Damals, Anfang der 80er Jahre – gerade mit der Lehre
fertig, das erste selbst verdiente Geld, die erste große Liebe,
jede Menge Kumpels und ungebändigte Unternehmungslust.
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S. Zink: Damals, Anfang der 80er Jahre – gerade mit der Lehre fertig, das erste selbst verdiente Geld, die erste große Liebe, jede Menge Kumpels und ungebändigte Unternehmungslust.

© Steffen Zink

Viele Kolleginnen und Kollegen aus der promobil-Redaktion waren auch schon im Kindesalter campen – eine Leidenschaft, die bis heute nichts von ihrem Zauber verloren hat. Fünf Redakteurinnen und Redakteure berichten aus dem Nähkästchen.

1. Draußen sein heißt frei sein

Steffen Zink: Damals, Anfang der 80er Jahre – gerade mit der Lehre fertig, das erste selbst verdiente Geld, die erste große Liebe, jede Menge Kumpels und ungebändigte Unternehmungslust. Wann immer es ging, schnallten wir Zelt und Schlafsäcke ans Motorrad und fuhren einfach los, raus ins Grüne. Draußen sein heißt frei sein. Das Mini-Zelt wurde zu unserem ersten eigenen Zuhause, ein Zuhause, auf das wir uns immer wieder aufs Neue freuten. Wie sonst kann man der Natur so nahe sein, nachts nur durch diese dünne Stoffbahn vom Sternenhimmel getrennt.

Mittlerweile hat ein Campingbus das Zelt ersetzt. Zwei Dinge haben sich jedoch nicht geändert: die Liebe zu meiner damaligen Freundin, die nun schon seit vielen Jahren meine Frau ist, und die Begeisterung fürs Campen. Noch immer ist die Reiselust ungebrochen. So oft es nur geht, ziehen wir auch heute noch los, selbst wenn es nur übers Wochenende ist. Camping ist wie eine Droge – einmal auf den Geschmack gekommen, kommt man nie mehr davon los.

2. Vom Damals ins Heute

Ingo Wagner: Sylt, Sonthofen, Südfrankreich, Griechenland: Campingurlaub war gesetzt bei Wagners. Doch bei Ziel und Unterkunft war man flexibel: Vergilbte Bilder vom rundum und lückenlos panierten Speckwürfelchen erzählen von den ersten Sylturlauben im Miet-Tabbert. An "Rischaar”, sein Kinderfahrrad (ohne Rücktrittbremse!), sind die eigenen Erinnerungen noch so präsent wie an den Dethleffs-Tandemachser am jaulenden Fiat Argenta und an den Weinsberg Meteor, der sich auf dem glutheißen Autoput zwar die Dichtmasse aus den Ritzen schwitzte, nicht aber vor den Betonplatten kapitulierte.

Noch heute rieche ich diese betörende Mischung aus Atlantik-Pinie und Globetrotter-Leim und das unverwechselbare Odeur unserer eigenen, gut abgehangenen 70er-Comtesse, zu dem sich im Winter auf dem "Campingplatz an der Iller” dieses wunderbare Aroma der Truma-Heizung mischte. Ja, diese Erinnerungen haben mich geprägt. Und zwar in doppelter Hinsicht. Ich bin leidenschaftlicher Camper und ich schreibe darüber. So wie einst mein Vater. Und es sieht so aus, als hätte ich das Feuer weitergetragen.

3. Alles anders

Ulrich Kohstall: Stellvertretend für meine frühen Campingjahre steht hier mein erstes Auto, ein Bulli, genauer ein VW T2a aus dem Jahr 1967. Andere Campingerfahrungen sind fotografisch kaum dokumentiert – und viele gab es auch nicht. Meine Eltern konnten mit Camping wenig anfangen. Doch mit dem postgelben Bulli wurde für mich alles anders. Er brachte mich mit nie gekannter Ungezwungenheit (und Langsamkeit) an die Küsten in ganz Europa.

Der Aufkleber in der Frontscheibe stammte übrigens von einer sehr hilfreichen südfranzösischen VW-Werkstatt und war ein Like auf analoge Art.

4. Der passende Einstieg

Jürgen Bartosch: Von meinem ersten Wohnmobil-Trip, es muss wohl im Winter 1985 gewesen sein, gibt es leider keine Fotos – das links ist ein Herstellerbild aus dieser Zeit. Aber ganz ähnlich waren wir auch unterwegs. Mit einem gemieteten Niesmann + Bischoff Clou Trend 670 auf Basis des VW LT ging es zu siebt übers Wochenende ins Montafon zum Skifahren. Obwohl bei dem Kurztrip beileibe nicht alles glatt lief – angefangen mit einem Megastau auf der A8 am Aichelberg –, haben sich diese zwei Tage, diese Reiseform und dieses markante Luxusmobil tief bei mir eingeprägt.

Wahrscheinlich liebe ich deshalb bis heute Wintercamping, Alkovenmobile und den kantigen LT. Der erste Eindruck ist eben oft entscheidend.

5. War das schön!

Anne Mandel: Camping war für mich als Kind immer gleichbedeutend mit Zelten. Mit meinen Eltern und Brüdern ging es nach Frankreich, Italien und an die Ostsee. Keine Ahnung, wie mein Vater damals fünf Leute, ein Hauszelt und Gepäck für zwei Wochen in einem Opel Kadett unterbekam ... Die Urlaube sind jedenfalls unvergessen!

Gern erinnere ich mich auch an den Sommer, als ich mit Onkel, Tante und Cousine nach Kärnten fuhr. Das war meine erste Reise im Wohnmobil, einem Alkoven von Chausson. Damals hätte ich mir freilich nicht träumen lassen, dass Wohnmobile und Camping irgendwann zu meinem Beruf werden.

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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