Gebrauchte Campingfahrzeuge im Check

VW California als Gebrauchtmobil: Der T4 etablierte sich seit
seinem Erscheinen im Jahr 1990 als guter Standard. Er ist so etwas
wie der Golf unter den Reisemobilen.
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VW California als Gebrauchtmobil: Der T4 etablierte sich seit seinem Erscheinen im Jahr 1990 als guter Standard. Er ist so etwas wie der Golf unter den Reisemobilen.

© Ulrich Kohstall, Archiv
05.11.2018 - 16:14 Uhr von Sophia Pfisterer

Camping ist im Kommen und Gebrauchtmobile sind eine günstige Variante. Doch welche Schätzchen garantieren die größte Urlaubsfreude? promobil empfiehlt 10 Wohnmobil-Klassiker um 25.000 Euro und ein Luxusmodell unter 100.000 Euro.

  1. Campingbusse
  2. Alkoven
  3. Teilintegrierte
  4. Integrierte
  5. Luxusliner
  6. Weitere Tipps

Beim Camping setzen Einsteiger und Sparfüchse gerne auf Wohnmobile aus zweiter Hand. Es gibt eine Reihe von sehr beliebten Campingfahrzeugen, die sich als Gebrauchte bewähren. Dazu gehören Camper aller Aufbauformen (Integrierte, Teilintegrierte, Alkoven), die auf der zweiten Generation des Fiat Ducato (1996 bis 2006) gebaut wurden. Doch auch einige andere Basisfahrzeuge sind beliebt und bewährt, wie etwa der VW T5.

1. Campingbusse

Ausgebaute Kastenwagen und alltagstaugliche Campervans auf VW-, Fiat-, Ford- und Citroën-Basis

VW T4 California – Erschwinglicher Klassiker

Von einem Bulli als Campingfahrzeug träumen viele. Während die Baureihen T1 bis T3 aufgrund ihres Kultstatus schon echte Raritäten sind, kann man beim VW T4 noch echte Schnäppchen schlagen. Der California-Ausbau aus den 90er Jahren gilt als „Golf unter den Reisemobilen“ und ist ein echter Allrounder für Alltag und Urlaub. Richtig gut erhaltene Modelle des VW T4 Califonia kosten bis 30.000 Euro. Modelle, denen man Alter und Kilometerstand schon ansieht, bekommt man teilweise unter 10.000 Euro.

Augen auf beim Kauf: Beim Gebraucht-Kauf des VW T4 California sind vor allem der Stoff des Aufstelldachs und das anfällige Automatikgetriebe zu beachten.

Ford Nugget – Bestseller mit fünf Sitzen

Dieser Campingbus ist einer der Konkurrenten zum klassischen Bulli, weil er vieles anders macht. Der Fahrzeughimmel klappt sich entweder als Aufstelldach nach hinten auf oder es gibt ein Hochdach. Bei allen Dachformen ist oben das Bett angeordnet, über das man vom Heck aus einsteigt. Hier hinten befindet sich die Küche und vorne steht eine Sitzgruppe, die Bereiche Kochen und Wohnen sind also getrennt. Bis zu fünf Personen können hier sitzen und bis zu vier schlafen. Je nach Alter und Ausstatttung kosten die gebrauchten Ford-Nugget-Modelle Baujahr 2000 bis 2013 zwischen 15.000 und 30.000 Euro. Insgesamt sind diese Modelle auf dem Markt stark verbreitet.

Augen auf beim Kauf: Bei diesem Campingbus sollte man auf jeden Fall auf den Motor achten, vor allem bei den ab 2004 eingesetzten 2,2-Liter-Dieseln. Käufer sollten auf werksseitige Updates der Elektronik Wert legen.

Pössl und Globecar – Rares Campingbus-Schätzchen

Vor mehr als zwanzig Jahren gründete der Österreicher Peter Pössl die gleichnamige Marke und revolutionierte die Fahrzeugklasse: Er bot erstmals günstige Campingbusse zum Preis eines Kastenwagens. Sowohl die Fahrzeuge unter dem Namen Pössl (Baujahr 1996-2006) als auch die der Schwesternmarke Globecar (2002-2006) sind beliebte Gebrauchtcampingbusse auf Citroën- und Fiat-Basis. Die größte Krux: Von ihnen sind nicht viele zu finden. Je nach Anzeige auf dem Kilometerstand kosten die Busse zwischen 15.000 und 20.000 Euro.

Augen auf beim Kauf: Ab auf die Hebebühne! Der Abwassertank der Busse hängt relativ weit unten am Fahrzeugboden, wurde er über abenteuerliche Wege gefahren, könnte der Tank beschädigt sein. Noch gravierender sind Korrosionsschäden an Unterboden oder Fahrwerk.

2. Alkoven

Bei den Schlafnasen-Wohnmobilen loht es sich nach Gebrauchten von Dethleffs, Karmann oder Rimor Ausschau zu halten.

Dethleffs Advantage A – Der unproblematische Alkoven

Dethleffs baute bereits in den achtziger Jahren Alkovenmobile, der Advantage war ursprünglich ein Sondermodell der Baureihe Esprit A. Jedoch entwickelte sich dieser Preis-Leistungs-Champion zu so einem Verkaufsschlager, dass 2001 eine eigene Baureihe daraus entstand. Bis heute gilt der Alkoven selbst als Gebrauchtmobil als robustes und beständiges Urlaubsfahrzeug. Vor allem der Aufbau ist besonders solide und wenig anfällig für Feuchtigkeitsschäden. Zu haben sind die Mobile bis heute ab zirka 25.000 Euro, die Preise sind allerdings stark vom Grundriss abhängig.

Augen auf beim Kauf: In unserer Umfrage entpuppte sich die Aufbautür als neuralgischer Punkt. Hier sollte man darauf achten, dass sie richtig eingepasst sich, das Schloss keine Defekte hat und die Gummidichtung richtig anliegt.

Karmann Colorado auf VW T4 – Der große Bulli-Ausbau

Den T4 gibt's nicht nur als Campingbus, die Firma Karmann baute ab 1996 den Volkswagen-Transporter zum Alkoven aus. Die Firma startete 1901 als Karosseriebauer, das erste Karmann-Mobil auf VW-Basis wurde in den Siebziger Jahren verkauft. Bis zu vier Schlaf- und sechs Sitzplätze bietet diese ausgebaute Reisemobil. Zwei Grundrisse bietet dieses Alkovenmodell: Ein etwas mehr verbreitetes mit Hecksitzgruppe (Colorado H) und eines mit seitlicher Dinette (Colorado S), von dem es nicht so viele Fahrzeuge gibt, da es nur vier Jahre lang gebaut wurde. Gut erhaltene Mobile liegen derzeit etwa bei 20.000 Euro.

Augen auf beim Kauf: Bei diesem Alkoven sollte man vor allem die Außenhaut beim Kauf prüfen. Einige, vor allem etwas jüngere Modelle, neigen dazu, dass sich hier die Gfk-Haut ablöst.

Rimor Alkoven – Ein Wohnmobil zeigt Kante

Als Rimor in den Neunziger Jahren den Alkoven auf dem Ford Transit an den Start brachte, war er ein echtes Schnäppchen. Bis heute sind die kantigen Wohnmobile auf Fiat- und Ford-Basis mit der großen Schlafkoje über dem Fahrerhaus Preisschlager: Gebrauchte gibt es schon ab 10.000 Euro. Fahrzeuge der neueren Transit-Generation kosten 15.000 bis 20.000 Euro. Für diesen sehr günstigen Preis erhält man ein Wohnmobil, bei dem die Bordtechnik bis heute recht zuverlässig funktioniert.

Augen auf beim Kauf: Feuchtigkeit ist der größte natürliche Feind der Rimor Gebrauchtalkoven. Bei manchen älteren Exemplaren führt das zu Alufraß, die jüngeren Modelle haben eine Außenhaut aus Gfk.

3. Teilintegrierte

Diesen aufgebauten Wohnmobile von Adria und Bürstner können sich lohnen!

Bürstner T-Modelle – Verkaufsschlager aus den 90ern

Die Firma Bürstner hatte schon in den frühern 1990er Jahren ein großes Sortiment an Teilintegrierten. In den Nullerjahren boomte diese Aufbauform, daher gibt es viele Bürstner T-Modelle aus der Baujahr-Generation 1994-2006. Vor allem die Möbel sind in den meisten Fahrzeugen bis heute sehr gut erhalten. In unserer großen Umfrage zu dem Gebrauchtmobil kam heraus, dass sich fast drei Viertel aller Befragten das Fahrzeug so noch einmal kaufen würden. Zwischen 20.000 und 25.000 Euro muss man für dieses Gebrauchtmobil rechnen. Etwas mehr muss man für Modelle ausgeben, deren Dieselmotor bereits mit Rußfilter nachgerüstet wurden und eine grüne Umweltplakette haben.

Augen auf beim Kauf: Im Gegensatz zum Möbelbau gibt es recht viele Bürstner T-Modelle mit Mängeln im Aufbau. Daher sollte man das Fahrzeug auf Undichtigkeiten am Boden checken.

Adria Teilintegrierte – Familienwagen aus Slowenien

Die teilintegrierten Reisemobile von Adria aus den Baujahren 1999 bis 2006 waren damals schon ihrer Zeit voraus. Viele gut erhaltene Modelle können auch heute noch mit ihrem stimmigen und zeitgemäßen Konzept überzeugen. In unserer promobil-Community würden über 90 Prozent sich dasselbe Fahrzeug noch einmal kaufen, da es sich als sehr zuverlässig erwies. Schwerwiegende Mängel sind bei diesem Wohnmobil die Ausnahme. Viele Modelle bis Baujahr 2006 kosten um 25.000 Euro, einige liegen sogar etwas darüber.

Augen auf beim Kauf: Die Kunsstoffteile im Sanitärraum können, wie bei fast allen Gebrauchtmobilen, über die Jahre rissig werden. Achten Sie darauf, dass Wascbecken und die Bodenwanne der Dusche keine Risse aufweisen.

4. Integrierte

Ein echter Klassiker ist der aufgeführte Integrierte von Hymer und auch das Knaus-Wohnmobil lockt Reisemobilisten.

Hymer B-Klasse – Der begehrte Integrierte

Dieses Modell aus dem Hause Hymer ist der Integrierte, den man am häufigsten auf deutschen Straßen sieht. Immer wieder bringt die Marke neue, überarbeitete Generationen dieses Verkaufsschlagers auf den Markt, jüngst auf Basis des neuen Sprinters. Doch auch die Gebrauchtfahrzeuge der Generation 1994-2006 sind begehrt, daher sind diese Integrierten auch aus zweiter Hand häufig kein Schnäppchen und man muss mindestens 25.000 Euro oder mehr einrechnen. Vor allem lohnt es sich, in die B-Klasse kurz vor dem Modellwechsel 2006 zu investieren, da diese Fahrzeuge am ausgereiftesten sind. Die Preise hier starten bei 30.000 Euro.

Augen auf beim Kauf: Die häufigsten Mängel treten hier am Basisfahrzeug auf, daher unbedingt den Motor des Fiat oder Mercedes checken! Darauf folgen Schäden an der Wasseranlage, die meisten lassen sich allerdings mit einem Tauchpumpen-Tausch beheben.

Knaus Sun Liner – Der elegante Schrittmacher

Ein modern wirkendes, schnörkelloses Wohnmobil stellte Knaus mit dem Sun Liner von 2003 bis 2006 auf die Räder - und hatte der Konkurrenz gegenüber die Nase vorn. Er brachte damals schon viele Ausstattungsmerkmale mit, die heute in dieser Klasse Standard sind. So bekam er schon damals robuste Materialen für den Fahrzeugboden und große Faltverdunkelungen im Bug. Da viele Exemplare verkauft wurden, gibt es eine gute Auswahl auf dem Markt. Der Preis für einen Gebrauchten beginnt bei 30.000 Euro.

Augen auf beim Kauf: Immer wieder beklagten Leser an der Bordelektrik bei ihren Fahrzeugen – diese also bei der Besichtigung genau unter die Lupe nehmen!

5. Luxusmobile

Liner fahren ohne das entsprechende Kleingeld? Bei diesen zwei Gebrauchten wird der Traum vom Luxus wahr.

Niesmann + Bischoff Flair – Luxusliner unter 50.000 Euro

Von 1994 wurde dieser noble Integrierte der 7-Meter-Klasse als kleiner Bruder des großen Liner Niesmann + Bischoff Clou eingeführt. Bis jetzt zeichnet sich sein hoher Standard aus: Er kam damals wie heute komplett holzfrei im Aufbau und glänzt bis heute mit Doppelboden, Warmwasserheizung und separater Duschkabine. Hinzu kommt, dass sich dieses Modell nicht wie ein übliches Reisemobil sondern wie ein Luxusliner fährt und überdurchschnittlich gut ausgestattet ist. Die frühen Modelle kosten heute um die 30.000 Euro, die zweite Generation, die ab 1999 gebaut wurde bis zu 40.000 Euro.

Augen auf beim Kauf: Besser nach einem stärkeren Motor Ausschau halten! Die damalige Minimal-Motorisierung von 115 PS ist nach aktuellen Standards für Luxusmobile und 4,5-Tonner zu niedrig.

Concorde Charisma – 5-Tonner unter 100.000 Euro

Die zweite Generation des Charisma, auch Charisma II genannt, war ein Meilenstein in der Luxusliner-Entwicklung. Bei seiner Einführung im Jahr 2001 wurde in dem Mobil der Fahrerplatz nach vorne gesetzt und das Cockpit bekam ein eigenes Armaturenbrett. Auf dieser Grundkonstruktion basieren viele recht individuell ausgestattete und geplante Fahrzeuge. In unserer Umfrage waren Charisma-Besitzer vor allem vom hochwertigen Aufbau begeistert, weniger gut kommt das Basisfahrzeug Iveco Daily weg, bei dem manchmal Kleinigkeiten wie Fehlermeldungen nerven. Der Preis für den Liner beginnt bei knapp 90.000 Euro.

Augen auf beim Kauf: Problem des frühen Daily-Chassis können unter Umständen die Klimaanlage machen, die eigentlich halbautomatisch funktionieren sollte, oder das wenig harmonisch arbeitende Getriebe.

6. Weitere Gebrauchtmobile und Kauftipps

Regelmäßig checken unsere Redakteure Gebrauchtfahrzeuge, die es so auf dem Markt zu kaufen gibt, und gleichen diese via Umfragen bei unseren Lesern mit Erfahrungsweiten aus der promobil-Community ab. In unserem Themenspecial Gebrauchtmobil finden Sie alle Ratgeber-Artikel und viele weitere Gebraucht-Checks im Überblick.

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Quelle: 2018 Motor-Presse Stuttgart
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