Mitfahrt Mercedes GLA (X157) 2020

Mitfahrt Mercedes GLA (2020)
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Mitfahrt Mercedes GLA (2020)

© Daimler AG

Wie sich das für einen kompakten Bestseller gehört, fällt die Revolution beim Modellwechsel aus. Klettern kann aber auch die zweite GLA-Generation erstaunlich gut. Eine erste Mitfahrt zum Gipfel des A-Rock im Mercedes-Werk Rastatt.

Wenn dir Jochen Eck bei 35% Schräglage in einem überdimensionalen Abwasserrohr die Vorzüge der neuen GLA-Generation erklärt, dann ist dieser Job wirklich nicht Vergnügungssteuerpflichtig. Klar, der Leiter der Gesamtfahrzeugentwicklung hat seinen Spaß. Der hat ja auch ein Lenkrad, um der Sache einigermaßen Halt zu geben. Aber als Beifahrer? Da hängst du halt im Dreipunktgurt, lauschst den Ausführungen des erfahrenen Ingenieurs und freust dich vor allem über das bisschen Licht am Ende des Tunnels, das an diesem trüben Tag das Ende der Schrägfahrt signalisiert.

Was man könnte. Wenn man müsste.

Seit 2017 gibt’s den A-Rock, einen überdimensionalen Auto-Spielplatz am Mercedes-Werk in Rastatt. Dort holt die Daimler-Kompaktkundschaft ihre Fahrzeuge ab und kann diesen besonderen Tag gleich mit einer Runde GLA-Offroadtainment verbinden. 15 Euro kostet ein Einzelticket, das bislang an Bord der ersten GLA-Generation (X156) eingelöst wurde. Gemessen am Nervenkitzel ist das ein echtes Schnäppchen. Und darüber hinaus auch ein bisschen Erwachsenenbildung. Seht her, referiert der schlau zusammengestellte Parcours, das alles geht mit einem modernen Kompakt-SUV. Wenn man es darauf anlegt. Und einen die Restwertstabilität seines hochbeinigen Kompakten nur am Rande interessiert. Klar, mit Leiterrahmen und Sperrdifferenzial sind ganz andere Kunststücke möglich. Das ist dir aber herzhaft egal, wenn du an Bord eines GLA die 70% steile Abfahrt „runterfällst“. Das reicht völlig. Und gibt einem ein gutes Gefühl. Was man denn könnte. Wenn man müsste.

Gleiche Basis: So fährt die A-Klasse mit Plug-in-Antrieb

Die entscheidenden Zentimeter

Künftig wird hier der GLA II Dienst tun, der intern X157 heißt. Und er wird praktisch jede der Prüfungen ein bisschen besser bewältigen, als sein Vorgänger. Das gehört sich so für eine neue Modellgeneration. Ein Teil der Verbesserungen spürst du sofort. Mehr Platz. Auf allen Plätzen. Zwar fehlen zum Vorgänger 1,5 Zentimeter an Länge, dafür bringt der Wechsel auf die MFA2-Plattform 3 Zentimeter mehr Radstand. Klingt wenig, verschiebt aber im Auto die für die Passagiere wahrnehmbaren Grenzen um entscheidende Zentimeter. Ja, mit über 1,95 Metern Größe sitzt du hinten auch künftig nur bedingt entspannt. Aber alles drunter passt jetzt ganz gut rein. Hinzu kommen 10 Liter mehr Kofferraum und eine verschiebbare Rücksitzbank.

Klare Abgrenzung zum GLB

Unterm Strich ist der Raumgewinn durchaus bemerkenswert, weil das ganze Auto im Vergleich zum Vorgänger einen deutlich kompakteren Auftritt hinlegt. Das ist trotz der Erlkönig-Tarnfolie erkennbar, obwohl die auch wenige Wochen vor der Weltpremiere noch keine Lücken bekommen hat. Die Heckscheibe scheint flacher zu stehen, die hinter Türe fällt schmaler aus. Insgesamt wirkt der Prototyp coupéhafter. Damit differenziert sich der nächste GLA optisch sehr gut vom deutlich kastigeren GLB.

Blick durch die Motorhaube

Vorne gibt’s ab Ende 2019 auch im GLA das MBUX-Cockpit mit den zwei großen Displays, das seit dem Start der neuen A-Klasse alle kompakten Mercedes‘ prägt. Noch ist die volle Pracht mit ein paar Lappen verhängt, wobei das lediglich noch Erlkönig-Folklore ist. Überraschungen gibt es aus Design-Sicht im Cockpit keine. Nettes Detail: Weil wir in einem GLA 200 mit Allradantrieb und optionalem Offroad-Paket sitzen, kucken wir per Kamera „durch“ die Motorhaube und sehen auf dem großen MBUX-Display, wohin die Vorderräder zeigen und was sich vor, bzw. unterm Auto befindet. Sehr hilfreich, wenn du über eine Baumstammbrücke fahren musst.

Der Stolz der Ingenieure

Mitten auf der Verwindungsbahn (zwei Räder in der Luft), brauchst du dann das Hintergrundwissen von Jochen Eck, um zu bemerken, dass die Fahrwerkssteuerung des optionalen Allradantriebs jetzt die in der Luft hängenden Räder schneller abbremst und damit überhaupt ein Weiterkommen möglich macht. Bessere Sensoren, schnellere Steuergeräte, schlankere Algorithmen. Der Stolz der Ingenieure. Die Kundschaft wird’s so detailliert nicht wahrnehmen. Eher die Summe aller Maßnahmen, die den GLA II auf der Straße noch souveräner machen wird. Und natürlich auch daneben.

Quelle: 2019 Motor-Presse Stuttgart
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