Probleme mit Tesla Smart Summon

Probleme mit Tesla Smart Summon
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Probleme mit Tesla Smart Summon

© Tesla

Seit Kurzem können Teslas selbstständig über Parkplätze fahren und sich mit ihren Besitzern treffen. Doch der autonome Service macht noch Probleme. Deshalb sieht sich die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA das System jetzt genauer an.

Schon Ende 2018 hatte Elon Musk angekündigt, dass die Tesla-Elektroautos schon sehr bald völlig selbstständig über Parkplätze fahren können, um sich mit ihren Besitzern an einem vorher markierten Punkt zu treffen. Die „Smart Summon“ genannte Funktion wurde dann ab Anfang 2019 an Beta-Tester verteilt und kann inzwischen im Zuge des jüngst erfolgten großen Software-Updates der Version 10.0 von allen Tesla-Fahrern genutzt werden, deren Auto über die bestmögliche Assistenzfunktion „Enhanced Autopilot“ verfügen. Einem Musk-Tweet zufolge haben die Tesla-Kunden reichlich Gebrauch davon gemacht und Smart Summon „über 550.000 Mal in ein paar Tagen“ genutzt.

Die Tesla-Fahrer sind grundsätzlich begeistert, berichten aber von ganz unterschiedlichen Erfahrungen. Dass ihr Fahrzeug wenige Meter vorwärts oder rückwärts aus Garagen oder Parklücken fahren kann, kennen sie seit 2016. Die so genannte Summon-Funktion (engl. für Bereitstellung) macht es nicht nur möglich, das Fahrzeug ferngesteuert aus einer Parklücke zu fahren, sondern kann je nach Infrastuktur dabei auch noch gleich das Garagentor öffnen. „Smart Summon“, also das „schlaue Bereitstellen“, kann deutlich mehr.

Einen Treffpunkt mit dem Auto vereinbaren

Dreh- und Angelpunkt ist wie bei der klassischen Bereitstellung die entsprechende Fahrzeug-App. Die übermittelt den eigenen Standpunkt an das Fahrzeug, das anschließend selbstständig und autonom dorthin fährt. „Find me“, nennt sich das im Tesla-Sprachgebrauch. Oder eben „bei Fuß!“. Weil das Auto zum Beispiel auf dem Parkplatz eines Shopping-Centers naturgemäß nicht überall hinfahren kann, gibt es optional auch die Möglichkeit, auf einer Karte einen beliebigen Abholpunkt zu vereinbaren und sich mit seinem Auto zu treffen. Wichtig: Der Treffpunkt muss in einem Umkreis von rund 46 Metern (150ft) um das parkende Auto liegen. Und: Das Fahrzeug fährt zwar autonom, bewegt sich aber nur, so lange sein Besitzer den Summon-Button in der App gedrückt hält.

Mehr als 5 km/h sind autonom noch nicht drin

In der Erprobungsphase (Beta) war die Funktion noch gespickt mit Sicherheitshinweisen, die Tesla den Testern mit an die Hand gab. So wiesen die Entwickler darauf hin, dass das Fahrzeug eventuell bestimmt Gegenstände (noch) nicht erkennen und damit auch nicht darauf reagieren könne. Auf Fahrräder zum Beispiel. Oder besonders flache Hindernisse. Deshalb sei es extrem wichtig, das Fahrzeug während seiner autonomen Fahrt jederzeit im Auge zu behalten. Das dürfte nicht schwer fallen. Denn so lange der Tesla sich autonom bewegt, ist die Geschwindigkeit auf maximal 5 km/h begrenzt. Außerdem weist Tesla darauf hin, dass das Feature ausschließlich für die Verwendung auf „Parkplätzen und Auffahrten“ gedacht sei.

Nun, da „Smart Summon“ für viele Teslas freigeschaltet ist, dokumentieren immer mehr Nutzer ihre Erfahrungen damit in den sozialen Netzwerken. Unter dem Hashtag #TeslaSummonIssues gibt es einiges zum Schmunzeln zu sehen. Noch eher harmlos sind jene Teslas, die unbeholgen und wild lenkend über Parkplätze schleichen und nicht so recht zu wissen scheinen, an welchen Linien sie sich orientieren sollen. Videos zeigen aber auch Fast-Unfälle mit anderen Autos, die jeweils vom autonom fahrenden Tesla heraufbeschworen wurden. Oder ein rückwärts fahrendes Model S, das einen zu Versuchszwecken dort platzierten Karton plattfährt. Und einen hilfsbereiten Passanten, der versucht, das vermeintlich führerlose Auto zu stoppen. Und manchmal steht ein verirrter Tesla auch in den Rabatten oder mittendrin im Gebüsch.

Trocken ins Auto – trotz Starkregen

Die Reaktionen der Beta-Tester bei Youtube waren noch durchgehend positiv, auch wenn im Alltag nicht immer alles glatt lief. So quittierte der Smart Summon-Modus auf stark frequentierten Parkplätzen den Dienst. Außerdem kam das System noch nicht mit Steigungen oder Schlaglöchern klar. Ganz leer sollte der Parkplatz aber auch nicht sein, denn ohne benachbarte Fahrzeuge taten sich die autonomen Teslas damals schon mit der Orientierung schwer.

Die verschiedenen Probleme nimmt die NHTSA jetzt zum Anlass, sich die Smart Summon-Funktion genauer anzusehen. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde sammelt eigenen Angaben zufolge derzeit Informationen über die Fälle und steht mit Tesla in ständigem Kontakt. „Die Agentur wird nicht zögern zu handeln, wenn sie Beweise für sicherheitsrelevante Fehler findet“, heißt es laut „ Automotive News“ in einem offiziellen Statement.

„Das ist gefährlich“

Sollte die NHTSA zu dem Schluss kommen, dass Smart Summon noch nicht sicher genug ist, konnte sie Tesla zu einem Update des Systems zwingen. Sicherheitsexperten sind allerdings skeptisch, ob das wirklich passieren wird. „Tesla testet weiterhin an lebenden Menschen, die nicht zugestimmt haben, an diesem Experiment teilzunehmen – und das ist gefährlich“, sagt Jason Levine, Geschäftsführer des in Washington DC ansässigen Centers of Auto Safety laut „Automotive News“. Tesla schreibt in den Smart Summon-Nutzungsbedingungen, dass die Technik nur auf privaten Parkplätzen und Einfahrten genutzt werden dürfe. Aber auch da gebe es ein erhebliches Risiko, und Tesla versuche sich durch dieses Vorgehen, „aus der Verantwortung zu stehlen“.

Es gibt unter #TeslaSummonIssues aber auch positive Beispiele. Wie diese eine Situation auf einem Parkplatz, als bei Starkregen viele Autofahrer völlig durchnässt an ihrem Fahrzeug ankommen – und der Tesla-Besitzer seinen Wagen entspannt zu sich kommen lässt und fast trocken einsteigt.

Quelle: 2019 Motor-Presse Stuttgart
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