Skoda Octavia Combi und Superb Combi im Test: Lohnt sich der größere Superb?

Seit der mittelgroße Octavia Combi runderneuert wurde, stellt
sich die Frage, was der größere und vor allem teurere Superb als
Combi eigentlich noch besser kann.
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Seit der mittelgroße Octavia Combi runderneuert wurde, stellt sich die Frage, was der größere und vor allem teurere Superb als Combi eigentlich noch besser kann.

© Hans-Dieter Seufert

Der geräumige Octavia Combi ist mit dem Modellwechsel noch attraktiver geworden, doch der viel teurere Superb Combi bietet vor allem den Fondpassagieren mehr Platz. Klären wir also, welche Vorteile er sonst für sich verbucht.

Bildershow: Octavia gegen Superb - Welcher ist der bessere Skoda? >>

Schon 1990 hat VW erste Skoda-Aktien gekauft und den Hersteller 2000 vollständig übernommen. Seitdem hat die tschechische Marke ihre Mo­dellpalette kontinuierlich mit VW-Technik ausgebaut und das einstige Billig-Image abgelegt. Heute sind Skoda-Modelle in allen Belangen nah an die Wolfsburger gerückt, was auch preislich gilt.

35.670 Euro kostet ein Octavia Combi 2.0 TDI in gehobener Style-Ausstattung, 43.860 Euro sind es beim Superb Combi Style mit dem gleichen 150-PS-Diesel. Auf gut 5.000 Euro sinkt die Differenz bei angeglichener Ausstattung mit Matrix-LED-Licht, elektrischen Ergositzen und E-Heckklappe plus Kleinkram.

Im 17 cm längeren Superb gibt es vor allem noch mehr Beinfreiheit im Fond (+ 75 mm), die schon im Octavia richtig anständig ausfällt. Mit 660 Litern hat der knapp längere Gepäckraum nur 20 Liter Vorsprung. Hier wie dort gibt es eine Fernentriegelung für die bequeme Rückbank und Platz für das Rollo unter dem Ladeboden, genau wie eine 12-Volt-Buchse im Kofferraum sowie optional einen 230-Volt-Anschluss im Fond.

Neben der Größe vermittelt der Superb den Klassenunterschied auch mit Solidität, denn auf schlechten Straßen hört man eher im Octavia mal eine Verkleidung leicht vibrieren, obwohl die Materialien ähnlich gut anmuten. Der gleiche Eindruck entsteht in puncto Fahrwerksgeräusche, wobei sich die Konstruktionen mit MacPherson-Feder­beinen vorne und Mehrlenker-Hinterachsen gleichen.

Eine Fahrwerksfrage

Mit hohem Komfort überzeugen beide, doch die Aufbaubewegungen sind im Superb stark genug, um seine Abstimmung zur Geschmackssache zu machen. So taucht die Frontpartie auf langen Bodenwellen mitunter ziemlich tief ein und kippelt anschließend leicht. Mit den optionalen Adaptivdämpfern wäre das womöglich anders, doch die hat hier nur der Octavia-Testwagen. Der lässt im Comfort-Modus zwar auch ausgeprägte Aufbaubewegungen zu, kontrolliert sie aber präziser und reduziert sie im Normal-Modus spürbar.

Über Land bewegt sich der 135 kg leichtere Octavia zwei Klassen agiler und bleibt bei Kurventempi noch entspannt, die sich im stark wankenden Superb schon abenteuerlich anfühlen. Weil beide eine sichere Abstimmung und eine kommunikative Lenkung haben, klappt das Schnellfahren bei Bedarf aber auch mit dem Großen problemlos.

Unter beiden Motorhauben steckt der Zweiliter-TDI EA288 evo, der aus dem Stand einen Moment braucht, grundsätzlich aber ausreichend zügig auf Gaspedalbefehle reagiert und auch den Superb adäquat motorisiert. Dessen Testverbrauch von 6,3 l/100 km unterbietet der Octavia sogar noch um 0,5 Liter.

Im Großen läuft die Bedienung mit der optimalen Klimasteuerung dagegen etwas weniger touchlastig ab. Wer zudem statt des hier gezeigten Columbus- (Extra) das serien­mäßige Bolero-Infotainment nimmt, erhält zwar einen kleineren Bildschirm, aber auch einen Drehdrücker plus Lautstärkeregler am Touchscreen. Apple CarPlay und Android Auto gehören dazu, eine Navi-Software gibt es als Upgrade. Im Octavia arbeitet nur das Basissystem Swing mit Drehreglern (ohne Navi und Smartphone-Integration). Das Columbus-Gerät im Testwagen ist im Test zweimal abgestürzt, hat sich jeweils erst nach einer Zündung-aus-an-Prozedur wieder gefangen.

Bewertung

Testwertung: Punkte

Quelle: 2022 Motor-Presse Stuttgart
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