Der letzte Chiron
Bugatti legt ein Sondermodell des Chiron zu Ehren von L'Ébé Bugatti auf. Drei Exemplare im Art-Déco-Look entstehen im Namen der Tochter von Ettore Bugatti. Es sind die letzten Exemplare von Chiron und Chiron Sport für Europa.
Das Interessante an Hypercars wie dem Bugatti Chiron ist ja, dass man das Auto einmal als Neuerscheinung technisch durcherklären muss, und dann erfreut man sich hauptsächlich der regelmäßig erscheinenden Sondermodelle. Längst besteht keine Notwendigkeit mehr, dem Leser zu erklären, dass die Ingenieure aus dem Achtliter-W16-Motor bis zu 1.600 PS und ebenso viele Newtonmeter Drehmoment pressen. Dass gleich vier Turbolader ihren Dienst verrichten, den Chiron in 2,3 Sekunden auf 100 Sachen katapultieren und Geschwindigkeiten von bis zu 490 km/h möglich sind – all das wissen Sie längst. Deshalb sagen wir Ihnen jetzt etwas, das Sie vielleicht noch nicht wussten: Chiron und Chiron Sport biegen mit den L'Ébé-Sondermodellen auf die Zielgerade ihrer Europa-Karriere. Drei Exemplare (ein Chiron L'Ébé und zwei Chiron Sport L'Ébé) entstehen insgesamt, danach ist für diese Modellvarianten Schluss.
Sicher wird es Sie nicht überraschend, dass alle drei bereits verkauft sind. Zwei davon gar schon ausgeliefert; der dritte soll noch im Juni 2022 an seinen neuen Besitzer gehen. Dass Sie auch nur einen davon jemals in der echten Welt zu Gesicht bekommen, ist ohnehin unwahrscheinlich – deshalb versinken Sie jetzt vielleicht auch nicht im tiefsten Tal der Tränen. Außerdem haben Sie ja uns, um sich ein Bild von dem exklusiven Fahrzeug zu machen. Schauen wir uns also an, was die finalen Modelle auszeichnet.
Den Namen vergoldet
Der Schriftzug "L'Ébé" (versuchen Sie das übrigens mal selbst auf einer Computer-Tastatur zu schreiben) ist an zahlreichen Stellen zu finden. Sowohl unter dem Heckflügel als auch auf den Einstiegsleisten, den Kopfstützen und natürlich auf einer Plakette in der Mittelkonsole. Laut Hersteller war L'Ébé nicht nur Ettore Bugattis ältestes Kind, sondern gar seine Seelenverwandte. Da kann man den Namen also schon ein paar Mal in goldenen Lettern anbringen, versteht sich. Goldene Akzente finden sich aber noch an anderen Stellen. Sie zieren die Charakterlinien der Karosserie, umrahmen den Kühlergrill und schmücken die Felgen. Dazwischen schimmert eine Außenhaut aus blau getöntem Carbon.
Innen setzt sich das Design-Thema fort. In den Türtafeln verewigt Bugatti die Evolution der eigenen Fahrzeuge in einer Stickerei – die beiden Seiten unterscheiden sich aber durch ein invertiertes Farbschema. Während die seit 2016 angebotene Basisvariante eines Bugatti Chiron mit rund 2,4 Millionen Euro zu Buche schlägt und im Falle eines Chiron Sport schnell drei Millionen Euro den Besitzer wechseln, dürften die L'Ébé-Modelle nochmal deutlich teurer ausfallen. Wie teuer, das bleibt vorerst ein Geheimnis – aber das wussten Sie sicher auch bereits.