Verkehrstage der UNO-Klimakonferenz COP26: Verbrenner-Aus in zwei Dutzend Staaten

Verkehrstage der UNO-Klimakonferenz COP26: Verbrenner-Aus in
zwei Dutzend Staaten
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Verkehrstage der UNO-Klimakonferenz COP26: Verbrenner-Aus in zwei Dutzend Staaten

© AFP

Bei der UNO-Klimakonferenz in Glasgow diskutieren heute 24 Länder und 6 führende Autokonzerne ein Enddatum für den Verkauf von Fahrzeugen mit Verbrennungs-Motoren. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer lehnt die Initiative ab.

"Glasgow Declaration on Zero Emission Cars and Vans" – so heißt das Abkommen, über das sich zwei Dutzend Staaten, sechs führende Hersteller sowie einige Städte und Investoren heute im Rahmen der UNO-Klimakonferenz in Glasgow beraten. Die beteiligten Regierungen wollen darauf hinarbeiten, dass alle neuen Pkw und leichten Nutzfahrzeuge bis zum Jahr 2040 emissionsfrei sind – und zwar weltweit. Führende Märkte sollen bereits bis spätestens 2035 frei von Autos und Vans mit Verbrennungsmotoren sein.

Genaue Informationen zu den Unterzeichnern lagen am Mittwochmorgen noch nicht vor, teilten die britischen Organisatoren der Klimakonferenz mit. Was bekannt ist: Mercedes, Volvo, Tochter des chinesischen Geely-Konzerns sowie der ebenfalls chinesische Hersteller BYD sowie Jaguar Land Rover, Tochter des indischen Konzerns Tata Motors sowie die US-Autobauer Ford und General Motors – sie allesamt wollen sich der Allianz anschließen und den Verbrenner bis 2035 ausmustern. Volvo verfolgt dabei eigene Klimaziele, die über diese Verpflichtung hinausgehen und plant die Komplett-Umstellung auf Elektroantrieb schon für 2030.

Passend dazu hat Volvo eine Lifecycle-Analyse (LCA) zu seinen beiden ersten rein elektrischen Modellen XC40 und C40 Recharge veröffentlicht. Sie errechnet, dass die beiden Fahrzeuge über ihre Lebensdauer nach 200.000 Kilometern Gesamtfahrleistung einschließlich Produktion und Recycling 44 bzw. 42 Tonnen CO2 bzw. Treibhausgas-Äquivalente emittiert haben werden, wenn sie mit dem Srommix der EU geladen werden. Kommt der Ladestrom aus erneuerbaren Quellen (Windstrom), sinkt der CO2-Fußabdruck auf 27 Tonnen. Der vergleichbare XC40 mit Verbrennungsmotor hingegen kommt auf 59 Tonnen. Obwohl die Produktion der Elektroautos 70 Prozent mehr Treibhausgas emittiert als die des XC40 mit Verbrennungsmotor, ist der Gesamt-CO2-Abdruck der E-Autos selbst unter der ungünstigen Annahme, dass die Elektro-Volvos ihre Akkus mit Strom nach dem Weltmix laden, ab 110.000 Kilometern geringer als der des Verbrenner-XC40. Weil aber der CO2-ungünstige Welt-Strommix die LCA-Gesamtemissionen der E-Autos auf 50 Tonnen hebt, weist Volvo darauf hin, wie wichtig der Ausbau der Energieversorgung aus regenerativen Quellen ist.

Kritik aus Deutschland

Beteiligt sich auch Deutschland an diesem Klima-Abkommen? Das ist bislang noch unklar. Die Verhandlungen dauerten zwar bis am späten Dienstagabend an, eine endgültige Entscheidung fiel aber noch nicht. Im voraus hatte jedoch der scheidende Verkehrsminister Andreas Scheuer den Vorschlag öffentlich abgelehnt. "Der fossile Verbrenner wird 2035 auslaufen. Die Verbrennertechnologie wird aber weiterhin gebraucht. Wir wollen sie mit synthetischen Kraftstoffen klimaneutral machen und die Vorteile der Technologie erhalten", stellte Scheuer vor Journalisten klar. Da die geplante Erklärung den Antrieb mit synthetischen Kraftstoffen jedoch nicht berücksichtige, sei das Ministerium dagegen – eine Haltung, der sich auch die Bundesregierung anschließe. Ob dem so ist, bleibt vorerst abzuwarten.

Polestar fordert mehr Tempo

Wenig begeistert von der "Glasgow Declaration on Zero Emission Cars and Vans" ist übrigens auch Polestar-CEO Thomas Ingenlath. Allerdings nicht etwa aufgrund mangelnder Berücksichtigung synthetischer Kraftstoffe. Vielmehr lasse man sich weiterhin zu viel Zeit. "Die Autokonzerne reden immer noch davon, Benzin- und Dieselfahrzeuge bis 2040 zu verkaufen. Wenn man die Lebensdauer eines Autos bedenkt, werden diese noch in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts fahren und die Umwelt verschmutzen. Sie verzögern damit eine der wirksamsten Klimaschutzlösungen, die uns zur Verfügung stehen", so Ingenlath in einer Pressemitteilung mit Blick auf das in Glasgow angestrebte Abkommen.

Quelle: 2021 Motor-Presse Stuttgart
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