Wohnmobil-Zuladung realistisch ermitteln: Kein Kilogramm zu viel

Für eine korrekte Wiegung ist ein ebener Untergrund nötig sowie
Ausgleichsplatten für die übrigen Räder.
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Für eine korrekte Wiegung ist ein ebener Untergrund nötig sowie Ausgleichsplatten für die übrigen Räder.

© Ingolf Pompe

An der Zuladung von Reisemobilen scheiden sich die Geister. Weil Überladung mehr ist als nur eine Bagatelle, legt promobil größten Wert auf eine exakte Gewichtsbestimmung.

Die meisten Reisemobile haben maximal 3,5 Tonnen Gesamtgewicht. Bei diesem Limit – aber auch bei schwereren Mobilen – ist die Zuladung von vornherein begrenzt. Die Praxis zeigt, dass diese selbst bei 3,5-Tonnen-Wohnmobilen mit einer gängigen Länge von sieben Metern knapp werden kann; erst recht dann, wenn vier Personen damit in Urlaub fahren wollen.

Überladung birgt dabei nicht nur die Gefahr eines Strafzettels. Auch Fahrwerk und Bremsen werden auf Dauer überlastet, und bei einem Unfall wird schon deswegen eine Teilschuld angesetzt.

Realistische, praxisnahe Gewichte

Damit Interessenten wissen, wie viel Zuladung ein bestimmtes Fahrzeug bietet, begann promobil bereits vor Jahrzehnten, Wohnmobile in den ausführlichen Tests penibel nach dem immer gleichen, praxisnahen Schema zu wiegen – lange bevor die Beladungsnorm nach EN 1646-2 aufgestellt wurde, die die Gewichtsverhältnisse von Mobilen regelt, aber auch manches Hintertürchen offen lässt.

Bei promobil werden alle Verbrauchsstoffe wie Frischwasser und Kraftstoff stets zu 100 Prozent aufgefüllt. Eine oft übliche Fahrstellung für den Wassertank berücksichtigen wir dabei nicht, zumal manche Hersteller geradezu lächerliche Restmengen von zehn oder noch weniger Litern vorgeben. Auch der Gaskasten wird stets mit der maximal möglichen Zahl an vollen Stahlflaschen bestückt, bevor der Testwagen auf die beiden geeichten Plattenwaagen rollt.

Die zwei – oder vier – übrigen Räder stehen derweil auf Ausgleichsplatten, um Gewichtsverschiebungen durch die sonst drohende leichte Schräglage auszuschließen. So werden die einzelnen Radlasten exakt bestimmt. Sonderausstattungen des Testwagens stehen dabei mit auf der Waage, weil sie in der Regel nicht einfach ausgebaut werden können.

Schematische Darstellung und Ampelsystem

Im Gewichtsschema ist darum nicht nur klar abzulesen, welche Werte gewogen wurden, welche maximal beim Testwagen zulässig sind und wie viel Zuladung daraus resultiert, sondern auch, wie viel die Extras in Summe wiegen. Damit lässt sich auch errechnen, wie viel das "nackte" Serienfahrzeug auf die Waage bringen würde. So kann jeder Interessierte seine Wunschausstattung zusammenstellen und addieren und sieht dann klar, wie viel übrig bleiben würde.

Übrigens, ein theoretisches Fahrergewicht von 75 Kilo wird bei promobil nicht automatisch hinzugerechnet. Wir meinen, dass jeder selbst am besten weiß, wie viel Gewicht die Besatzung auf die Waage bringt.

Zur Einschätzung der Zuladung an Rädern, Achsen und insgesamt verwendet promobil ein leicht verständliches Ampel-Schema. Dabei gelten unterschiedliche Grenzwerte, je nachdem, ob ein Modell eher für zwei oder vier Personen ausgelegt ist. Signalfarbe Rot warnt, wenn nicht einmal 100 Kilo pro Person übrig bleiben. Auf Grün springt die Ampel, sobald jeder Insasse mehr als 200 Kilo zur Verfügung hat. Kann die Situation durch eine Auflastung noch verbessert werden, gibt es zusätzliche Pluspunkte.

Hätten Sie's gewusst?

Den gebräuchlichen Begriff "Gewicht" gibt es physikalisch gar nicht. Es gibt nur die Gewichtskraft, die in der Einheit Newton angibt, wie stark ein Körper von der Erde angezogen wird. Eine Waage misst eigentlich diese Gewichtskraft, gibt den Wert aber in Kilogramm aus und damit in der physikalischen Größe "Masse". Die Masse ist eine ortsunabhängige Eigenschaft eines Körpers, die auch im Weltall gleich bleibt, wo die Waage aber null Kilogramm anzeigen würde.

Quelle: 2021 Motor-Presse Stuttgart
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