Auswirkungen der Urbanisierung: Wohnen heute und morgen

Ob Einfamilienhaus oder Eigentumswohnung – die meisten Menschen wünschen sich ein eigenes Zuhause. 
 
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Ob Einfamilienhaus oder Eigentumswohnung – die meisten Menschen wünschen sich ein eigenes Zuhause.

 

© Fotolia, Chlorophylle
04.04.2018 - 09:00 Uhr von freenet.de

Die Zahl der Singlehaushalte steigt, ebenso verdichtet sich der Wohnraum vielerorts. Der demographische Wandel und die zunehmende Urbanisierung spiegeln sich auch in der Entwicklung der Wohn- und Immobilientrends wider. Ein Eigenheim steht dennoch nach wie vor bei vielen hoch im Kurs. Wie sieht das Wohnen in den Städten und auf dem Land aus? 

Eine Wohnung oder ein Haus als privater Rückzugsort stellt für die meisten den wichtigsten Lebensmittelpunkt dar. Im Laufe der Zeit hat sich die Art, wie wir wohnen jedoch verändert. Heute zieht es immer mehr Menschen in die Städte. Die Folge ist ein umfassender Wandel der Wohngebiete, aber auch der Art, wie Häuser und Wohnungen gestaltet werden. So hat sich nicht nur die durchschnittliche Wohnfläche verändert. Neue Technologien wirken sich zudem auf den Wohnkomfort oder die Bauweise aus.

Die Veränderungen auf dem Wohn- und Immobilienmarkt

Unsere Gesellschaft wird zunehmend älter. Diese Entwicklung sorgt dafür, dass Wohnungen sich der veränderten Nachfrage anpassen müssen. Ältere Menschen haben andere Bedürfnisse als Jüngere, die es bei der Ausstattung und Gestaltung des Lebensraumes zu berücksichtigen gilt.  

Die jüngere Generation zieht es verstärkt in die Städte und Metropolen. Kurze Wege, eine gute Infrastruktur, vielfältige Arbeitsmöglichkeiten oder auch ein ausgeprägtes kulturelles Angebot: diese Faktoren sind für viele ausschlaggebend, sich für das Leben in der Stadt zu entscheiden. Dem gegenüber stehen rasant steigende Immobilen- und Mietpreise, die sich vor allem wegen der Wohnraumknappheit seit Jahren nach oben entwickeln und noch weiter klettern werden.   

Dies bedeutet schließlich, dass durch ein eingeschränktes Budget Abstriche bei der Größe oder auch bei der Ausstattung und beim Komfort gemacht werden müssen. Je nach Lage, Ausgestaltung der Infrastruktur und Größe sind die Preise auf dem Land entsprechend niedriger. Diese Faktoren führen dazu, dass sich das Wohnen in der Stadt und auf dem Land unterscheidet.

Der Wunsch vom Eigenheim

In ganz Deutschland wohnen derzeit 59 Prozent der Bevölkerung in einer Wohnung und 27 Prozent in einem Einfamilienhaus. 14 Prozent leben in einem Doppel- oder Reihenhaus. Die interhyp Wohntraumstudie zeigt jedoch ganz klar, dass das Einfamilienhaus mit 32 Prozent ganz oben auf der Wunschliste der Deutschen steht. Neben einer finanziellen Absicherung im Alter steht eine solche Investition vor allem für hohen Wohnkomfort. Mit 96 Prozent zählt ein attraktives Zuhause zu den wichtigsten Dingen im Leben hinter der Gesundheit.

Besonders wichtig ist den Deutschen bei der eigenen Wohnimmobilie die Ausstattung mit einer Einbauküche und das Vorhandensein eines Gartens oder zumindest eines Balkons oder einer Terrasse. Barrierefreiheit wird vielen zunehmend wichtiger, was die Entwicklung der Altersstruktur widerspiegelt.  

Wohnen in der Stadt und auf dem Land

Der Traum von der eigenen Immobilie lässt sich in den Städten, wo Wohnfläche knapp und teuer ist, am ehesten durch eine Eigentumswohnung erfüllen. Moderne Wohnungen in kleineren Mehrfamilienhäusern bieten heute einen hohen Komfort und zeichnen sich durch verschiedene Vor- und Nachteile aus:

  • Ausgeklügelte Grundrisse, gute Raumaufteilung und Platzausnutzung
  • Meist hohe Standards bei der energetischen Ausstattung, dadurch niedrige Nebenkosten
  • Gute Anbindung an die städtische Infrastruktur
  • Hohe Grundstückspreise, oft kleinere Wohnflächen und selten ein eigener Garten
  • Nähe zu anderen Gebäuden und Nachbarn
  • Möglicherweise hoher Lärmpegel oder schlechtere Luftqualität

Mit dem gleichen Budget ist im ländlichen Raum meist mehr drin. Aufgrund der niedrigeren Preise lässt sich dort der Wunsch vom Einfamilienhaus weitaus leichter realisieren. Auch hier gibt es positive und negative Punkte:

  • Großzügigere Grundrisse möglich
  • Wohnen in Naturnähe, gute Luftqualität und geringe Lärmbelästigung
  • Meist größere Freiheiten bei der individuellen Gestaltung der Immobilie
  • Möglicherweise wenig ausgebaute Infrastruktur (Einkaufen, medizinische Versorgung, Bildung, Kultur)
  • Häufig schlechte Verkehrsanbindung, geringeres Arbeitsplatzangebot, Auto wird zur Notwendigkeit
  • Schlechtere Immobilienpreisentwicklung, Preisverfall möglich

Gestaltungsmöglichkeiten bei Einfamilienhäusern

Je nachdem ob es sich bei der eigenen Immobilie um eine Eigentumswohnung oder ein Einfamilienhaus handelt, bieten sich verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten. Bei letzterem ist die Bandbreite besonders umfangreich. Wer ein Einfamilienhaus bauen möchte, hat die Wahl zwischen unterschiedlichen Bautypen. Je nach Lage und Größe des Grundstücks, persönlichem Platzbedarf und gewünschtem Aussehen sind ein- oder mehrstöckige Gebäude, ein Landhaus oder die Stadtvilla, aber auch ein- oder mehrseitig angebaute Häuser möglich. Das freistehende Häuschen im Grünen ist allerdings immer noch der Klassiker und bietet ein Höchstmaß an persönlichem Freiraum.

Auch nach der Bauweise wird unterschieden. Neben der Massivbauweise gewinnen Fertighäuser heute immer mehr Anhänger. Sie bieten immer noch vielfältige Anpassungsmöglichkeiten, bei gleichzeitig niedrigeren Baukosten.

Nicht nur im städtischen, auch im ländlichen Bereich ist übrigens eine Verdichtung des Wohnraums zu beobachten. Um Kosten zu sparen werden auch auf dem Land Baulücken geschlossen, an bestehende Häuser angebaut oder diese aufgestockt.

Großes Maß an Individualisierung

Das Einfamilienhaus bietet insgesamt den größten Gestaltungsspielraum. Bei der individuellen Aufteilung des Grundrisses, der Berücksichtigung ganz persönlicher Vorlieben bei der Hausform, der Ausstattung oder der Nutzung spezieller Baustoffe bleiben keine Wünsche mehr offen. Auch die Dachform und die Fassade können den Charakter eines Hauses stark prägen, zudem beeinflusst auch die Gestaltung des Außenraums die Gesamtwirkung.

Bei vielen (künftigen) Hausbesitzern spielen Nachhaltigkeit und eine alternative Energiegewinnung eine immer wichtigere Rolle. Auch hier bietet ein Einfamilienhaus umfangreiche Wahlmöglichkeiten für die Ausstattung.

Gestaltungsmöglichkeiten bei Eigentumswohnungen

Wird in eine Wohnung investiert, ist der grobe Grundriss meist festgelegt, bei größeren Immobilieneinheiten gibt es dabei häufig verschiedene Varianten zur Auswahl. In manchen Fällen ist es möglich, die Räume durch das Einziehen weiterer Wände noch zu unterteilen.

In der Regel kann auf die Innenausstattung noch in gewissem Umfang Einfluss genommen werden. Von der Ausgestaltung der Bäder mit Fliesen und Sanitärkeramik über Boden- und Wandbeläge, der Lage von Steckdosen und Schaltern oder der Ausstattung mit weiterer Haustechnik bis hin zur Einbindung regenerativer Energieerzeugung ist vieles möglich.

In der Regel sind die Einschränkungen bezüglich der äußeren Gestaltung einer Immobilie auf dem Land meist weniger umfangreich als im städtischen Raum. Wer eine Eigentumswohnung kauft, ist zudem meist Teil einer Eigentümergemeinschaft. Verschiedene gestalterische Entscheidungen können dann nicht eigenmächtig getätigt werden.

Dies betrifft beispielsweise die Eindeckung des Daches oder die Fassadenfarbe etwa bei einer Sanierung. Aber auch bei den gemeinschaftlich genutzten Außenbereichen hat jeder der Eigentümer ein Mitspracherecht. Die Möglichkeiten der Selbstverwirklichung mit der eigenen Immobilie sind hier also geringer als mit einem Einfamilienhaus.

Wohntrends von morgen

Insgesamt haben Experten verschiedene Trendfelder ausgemacht, die unser Wohnen in Zukunft prägen werden. So ist etwa als Folge des demographischen Wandels zu beobachten, dass gemeinschaftliches Wohnen an Bedeutung gewinnt. Flexible Wohnformen, die gleichzeitig ein hohes Maß an Individualität und entsprechende Rückzugsmöglichkeiten, aber bei Bedarf auch Nähe zu anderen Menschen ermöglichen, sind immer stärker gefragt.

Eine zunehmende Flexibilität bei Grundrissen oder der Möblierung und Innenausstattung zeigt sich jedoch auch als Antwort auf eine gesteigerte Mobilität und stärker wechselnde Lebensbedingungen. Die Immobilie soll möglichst wandlungsfähig sein und sich als Lebensraum auf die jeweiligen Bedürfnisse anpassen lassen.

Künftig nimmt die technische Ausstattung von Immobilien einen größeren Stellenwert ein. Unter dem Stichwort Smart Home werden dabei die unterschiedlichsten digitalen Helfer zusammengefasst, die nicht nur den Wohnkomfort, sondern auch die Energieeffizienz und die Sicherheit erhöhen können. Aber auch abseits der Gebäudeautomation gewinnt hochmoderne Haustechnik an Bedeutung.

Viele legen immer mehr Wert auf Umweltbewusstsein und Gesundheit. Im Bereich Wohnen werden deshalb verstärkt alternative Baustoffe eingesetzt, die einen höheren Wohnkomfort versprechen und den ökologischen Fußabdruck minimieren. Die Standortwahl für das künftige Eigenheim wird bei diesem Punkt ebenfalls wichtiger. Manche werden gezielt wieder die ländliche Umgebung suchen; parallel dazu wir der urbane Lebensraum stärker als Stadtlandschaft mit Erholungscharakter gestaltet.

Quelle: freenet.de
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