Auswandern im Alter: Diese Länder lohnen sich für Rentner

Auswandern im Alter: Diese Länder lohnen sich für Rentner
Sie haben schon immer mit dem Gedanken gespielt, einmal auszuwandern? Warum nicht den Lebensabend im Ausland verbringen? Wir verraten Ihnen, was Sie in den verschiedenen Ländern erwarten können.
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Auswandern im Alter: Diese Länder lohnen sich für Rentner

Sie haben schon immer mit dem Gedanken gespielt, einmal auszuwandern? Warum nicht den Lebensabend im Ausland verbringen? Wir verraten Ihnen, was Sie in den verschiedenen Ländern erwarten können.

© imago/allOver-MEV

Viele Rentner zieht es ins Ausland. Welche Gründe sie dafür haben und was dabei beachtet werden muss lesen Sie in unserem Artikel.

Warum gehen Rentner ins Ausland?

Sie wollten schon immer in ein anderes, wärmeres land ziehen, nur die Arbeit ließ es nicht zu? Viele Menschen im Rentenalter machen diesen Traum nach dem Arbeitsleben wahr. 

Rentner und Rentnerinnen träumen davon, gesund und entspannt in der Sonne zu liegen und ziehen es daher vor, den Lebensabend in einem wärmeren Land als Deutschland zu verbringen. Doch es gibt auch andere Gründe für einen längeren Auslandsaufenthalt.

Zum einen sind in anderen Ländern die Immobilienpreise deutlich geringer als in Deutschland, zum anderen sind auch günstigere Einkaufsmöglichkeiten und Medikamente oft der ausschlaggebende Punkt, um ins Ausland zu ziehen.

Wie viele Rentner leben im Ausland?

2017 ließen sich laut finanztip.de rund 240.000 deutsche Staatsbürger ihre Rente ins Ausland überweisen. Insgesamt wurden im selben Jahr rund 25,6 Millionen Renten an deutsche Staatsbürger bezahlt (Quelle: Statista.de).

Der Trend, als Rentner oder Rentnerin im Ausland zu leben, findet immer mehr Anklang. Die deutsche Rentenversicherung überwies 2018 Renten in mehr als 150 Länder.

Wo leben die meisten Rentner im Ausland?

Häufigstes Ziel sind die deutschen Nachbarländer oder Nordamerika. So erfreut sich die Schweiz besonders großer Beliebtheit, gefolgt von Österreich und den USA.

In den letzten Jahren ist außerdem die Zahl der deutschen Rentner und Rentnerinnen in Osteuropa stark angestiegen. Ungarn, Tschechien und Polen ziehen geringer Verdienende ( ja, auch Rentner gelten als Verdienende) an, denn die Lebenshaltungskosten sind hier deutlich niedriger als in Deutschland.

Weniger Rentner und Rentnerinnen als in den letzten Jahren zieht es in die USA, nach Kanada, Großbritannien und Australien. In diesen Ländern sind die Lebenshaltungskosten deutlich höher als in Deutschland.

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Pflege im Ausland

Für Pflegebedürftige gewinnen die Philippinen immer mehr an Bedeutung, denn hier ermöglicht eine geringe Patientenzahl eine intensive Pflege. Außerdem spezialisieren sich die Seniorenresidenzen dort beispielsweise auf Krankheiten wie Demenz und sind günstiger als hierzulande.

Bisher sind Pflegebedürftige auch gern nach Polen, Thailand oder Spanien ausgewandert, denn hier sind die Pflegekosten zwischen 30 und 50 Prozent geringer als in Deutschland.

Flucht vor Altersarmut

Altersarmut bedeutet, dass nach Zahlungen von Fixkosten, wie Miete und Versicherungen, nur noch sehr wenig von der Rente zum Leben bleibt. Vor allem Langzeitarbeitslose, Arbeitnehmer aus dem Niedriglohnsektor und Alleinerziehende laufen Gefahr, im Alter eine sehr geringe Rente zu erhalten. 

An Luxus ist in Deutschland mit geringer Rente nicht zu denken. Einen hohen Lebensstandard erfahren Menschen mit einer geringen Rente aber häufig im Ausland. Dort können sie sich nicht nur ein eigenes Haus, sondern auch eine eigene Pflegekraft leisten. Die geringen Lebenshaltungskosten wirken sich dabei deutlich positiv aus.

In Bulgarien und Rumänien gehören Menschen mit einer geringen deutschen Rente zu den wohlhabenderen Einwohnern und können sich im Alltag vieles leisten, worauf sie in Deutschland verzichten müssten.

Im Jahr 2018 lag jede zweite ins Ausland gezahlte Rente unter 800 Euro monatlich. In Deutschland würde mit diesem Betrag nach Abzug der Miete kaum etwas übrig bleiben.

Rentenzahlungen im Ausland beziehen

Ein Wechsel der Staatsbürgerschaft ist dabei mit einem finanziellen Abzug der gesetzlichen Rente verbunden, wer privat vorgesorgt hat ist hier besser dran. Doch Vorsicht bei der vom Staat unterstützten Rente: hier zahlen Sie den Anteil das Staates zurück, wenn Sie sich ins Ausland absetzen.

Durch die unterschiedlichen Währungen außerhalb der Europäischen Union müssen Sie mit Geldverlust durch den Wechselkurs sowie Bankgebühren rechnen.

Da Sie auch im Ausland weiterhin Versicherungen zahlen müssen, sollten Sie Ihren Umzug der Krankenkasse und anderen Behörden spätestens drei Monate vorher mitteilen.

Achtung Steuern!

Grundsätzlich sind Renteneinkünfte steuerpflichtig. Bleiben Sie in Deutschland, genießen Sie einen Rentenfreibetrag, der durch das Renteneintrittsdatum bestimmt wird.

Verbringen Sie als Rentner oder Rentnerin mehr als die Hälfte des Jahres im Ausland, gilt dies als dauerhafter Auslandsaufenthalt. Dann wird Ihre Rente ab dem ersten Euro besteuert.

Jede in Deutschland erworbene gesetzliche Rente kann grundsätzlich  ins Ausland überwiesen werden. Wenn weniger als sechs Monate im Ausland verbracht werden, hat dies keine steuerlichen Auswirkungen für Sie.

Die zuständige Behörde für Rentenempfänger im Ausland ist das Finanzamt Neubrandenburg, eine umfassende Beratung vor Ihrem Umzug ist zu empfehlen.

Wie hoch ist die Durchschnittsrente?

Das deutsche Rentensystem ist auf die Standard- oder Eckrente ausgelegt, nach der ein Arbeitnehmer 45 Jahre lang gearbeitet hat und in diesen 45 Jahren das Durchschnittseinkommen verdient hat.

Da die meisten Menschen weniger als 45 Jahre arbeiten und wenn, nicht von Beginn an den Durchschnittsbetrag verdienen, wird die Eckrente selten erreicht.

Deshalb gibt es das Rentenniveau. Es bezeichnet das Verhältnis zwischen der Standardrente und dem Durchschnittseinkommen. Im Jahr 2018 lag der Prozentsatz des Rentenniveaus bei 48,1%. Das heißt, dass ein Rentner mit 48,1% seines durchschnittlichen Einkommens auskommen muss.

Rente der letzten Jahre

Im Jahr 2018 betrug die monatliche Durchschnittsrente für Männer in den alten Bundesländern 1.095 Euro, in den neuen 1.198 Euro. Frauen liegen allerdings deutlich darunter mit 622 Euro in den alten und 928 Euro in den neuen Bundesländern.

Bei diesen Zahlen muss bedacht werden, dass sie lediglich den Bruttobetrag darstellen. Bei einer Rente von ca. 1.100 Euro erhalten Sie zwischen 950 und 1.000 Euro netto.

Leben im Ausland: Das müssen Sie beachten

Generell bieten sich touristische Gegenden für ältere Menschen an. Hier gibt es meist eine gute Infrastruktur und die medizinische Versorgung ist ebenfalls gesichert. Eine so hohe Dichte an Ärzten, Krankenhäusern und Apotheken wie in Deutschland ist in anderen Ländern allerdings nicht zu finden.

Bei der Wahl des Domizils muss auf Barrierefreiheit geachtet werden. Im Alter benötigen Sie Haltegriffe im Bad, in der Dusche, im WC oder auch im Flur. In der Küche sollten alle technischen Geräte auf einer für Sie gut erreichbaren Höhe sein. 

Die Sprache Ihres Wunschlandes sollten Sie fließend beherrschen. Nicht nur im Alltag erleichtert das die Kommunikation, im besten Fall besitzen Sie für Notfälle einen Hausnotruf, über den Sie, beispielsweise bei einem Sturz, Hilfe rufen können.

Auch über die Einreisebestimmungen des Wunschlandes sollten Sie bestens informiert sein. Deutsche Staatsbürger müssen im Ausland häufig eine Mindestrente nachweisen.

Quelle: freenet.de
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