Der Weg in die Selbstständigkeit

Zentral für den Weg in die Selbstständigkeit: Ein Businessplan.
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Zentral für den Weg in die Selbstständigkeit: Ein Businessplan.

© ImageFlow / Shutterstock

Die Selbstständigkeit ist der Traum vieler Angestellter. Verlockend ist vor allem die Aussicht niemandem Rechenschaft schuldig und sein eigener Herr zu sein. Doch der Weg in die Selbstständigkeit ist ein langer, der mitunter auch sehr steinig sein kann.

Immer weniger Deutsche gründen ein Unternehmen

Betrachtet man die Zahlen der letzten Jahre, zeigt sich, dass immer weniger Menschen in Deutschland gründen. Als Ursachen sehen Experten vor allem die fehlende Risikobereitschaft und die aktuellen Schwierigkeiten bezüglich der Finanzierung. Besonders die hauptberufliche Selbstständigkeit ist in Deutschland eher uninteressant, wie die folgende Statistik zeigt:

Vor allem die ersten Jahre nach einer Gründung können hart sein. Viele Unternehmen müssen in den ersten drei Jahren ihre Türen wieder schließen. Übersteht das Unternehmen aber diese kritische Zeit, hat ein Gründer statistisch gesehen gute Chancen, einen gesunden Betrieb aufzubauen und persönlichen Erfolg verbuchen zu können.

Am Anfang steht eine Idee…

Es gibt viele gute Ideen, doch nicht jede eignet sich als erfolgreiche Geschäftsidee. Meistens entstehen Geschäftsideen dadurch, dass jemand ein anderes Konzept verbessern möchte. Das ist ein guter Ansatz, es bietet aber auch Gefahren. Wer ein bestehendes Konzept verändert, schafft schnell ein Produkt, dass dem Kunden zu speziell ist und daher nicht nachgefragt wird. Eine Geschäftsidee sollte daher vor einer Gründung unbedingt auf ihre Tauglichkeit geprüft werden. Ist der Markt bereit für dieses Produkt? Wie hoch wird die Nachfrage sein? Wie wird sich der Markt entwickeln?

Voraussetzungen für einen Gründer

Nicht nur eine gute Geschäftsidee, auch die persönlichen Voraussetzungen müssen bei einer Gründung stimmen. Als Selbstständiger sollte man sich durch folgende Eigenschaften auszeichnen:

  • Fachliches Wissen: Um dem Kunden ein gutes Produkt bzw. eine gute Dienstleistung bieten zu können, muss der Selbstständige selbst ein Meister seines Faches sein.
  • Selbstbewusstsein: Ein selbstbewusstes Auftreten kommt nicht nur bei Kunden gut an, sondern ist auch für die Führung von Mitarbeitern wichtig.
  • Extrovertiertheit: Als Selbstständiger muss man nicht nur die eigene Idee, sondern auch sich selbst gut verkaufen können. Introvertierte Menschen haben es hier schwerer.
  • Durchhaltevermögen: Besonders in der ersten Zeit der Selbstständigkeit kann die Auftragslage etwas dünn sein. Hier gilt es durchzuhalten. Wer bereits bei den ersten Anzeichen von Schwierigkeiten das Handtuch wirft, hat in der Selbstständigkeit nichts zu suchen.
  • Geduld: Aller Anfang ist schwer. Zu Beginn kann es durchaus sein, dass das Produkt mehrmals verbessert werden muss, bevor sich der erste finanzielle Erfolg einstellt.
  • Belastbarkeit: Die erste Zeit der Selbstständigkeit ist meist geprägt von Überstunden und wenig Freizeit. Der Geschäftsführer muss seinen Mitarbeitern ein Vorbild sein. Er kommt morgens als Erster und geht abends als Letzter.

Beratung muss sein

Kaum ein Gründer kennt sich vorab mit den rechtlichen Voraussetzungen in Deutschland aus. Daher ist es unerlässlich, Ratschläge einzuholen. In vielen Städten gibt es eine Gründungsinitiative, die sich genau auf solche Fälle spezialisiert hat. Alternativ können Gründungsseminare bei der Handelskammer hilfreich sein. Rechtliche Fragen können gezielt mit einem Anwalt für Wirtschaftsrecht besprochen werden.

Auch betriebswirtschaftliche Fähigkeiten sollten vorhanden sein

Viele Gründer haben das Problem, dass sie sich zwar in ihrer Branche hervorragend auskennen, von den Grundzügen der Betriebswirtschaftslehre jedoch keine Ahnung haben. Dies sollte ein Unternehmer jedoch mit sich bringen. Denn er muss künftig Rechnungen schreiben, Buchhaltung führen sowie den Warenein- und Warenausgang regeln. Einen eigenen Mitarbeiter für diese Aufgaben einzustellen, sprengt aber meist das Budget. Daher macht es Sinn, sich bereits vor der Gründung in diese Richtung weiterzubilden. Alternativ kann eine Unternehmenssoftware der Firma Lexware helfen.

 

Ohne Businessplan geht nichts

Wird die Idee als tauglich befunden und die Gründung ist beschlossene Sachen, sollte man einen Businessplan erstellen. Dieser dient nicht nur als eigene Orientierungshilfe, sondern muss auch bei Bankengesprächen und vorgelegt werden. Nur mit einem gut strukturierten Businessplan hat ein Gründer die Chance Finanzierungshilfen bei der Bank zu bekommen. Der Plan sollte die folgenden Punkte beinhalten:

  • Name und Lebenslauf des Gründers
  • Informationen zum Unternehmen (Rechtsform, Anschrift etc.)
  • Vorstellung der Geschäftsidee (Produkt, Preis, Mehrwert für den Kunden, Entwicklungsstand)
  • Analyse der Zielgruppe (Wer fragt das Produkt nach?)
  • Marketingplanung
  • Kapitalanalyse (benötigtes/vorhandenes Kapital)
  • Erwartete Umsätze
  • Zukunftsaussichten (Wie entwickelt sich der Markt? Wie viele Mitarbeiter sollen eingestellt werden?)
  • Risiken, Konkurrenz etc.

Obwohl es durchaus möglich ist, den Businessplan gemeinsam mit einem Steuerberater oder ähnlichem zu schreiben, sollte der Großteil doch vom Unternehmer selbst verfasst werden. Immerhin ist er es auch, der bei Gesprächen mit der Bank eben diesen Plan vorstellen muss.

Startkapital – wie viel Geld wird benötigt?

Das Kapital, das für eine Gründung benötigt wird, wird oftmals unterschätzt. Neben den Gebühren, die für das Gründen eines Unternehmens selbst anfallen, muss der Unternehmer auch Kosten für Büromiete, Kaution, Einrichtung, Warenlager, Versicherungen etc. bezahlen. All diese Kosten fallen an, bevor das Startup auch nur einen Euro Umsatz erzielt. Auch in der Folge können große Einnahmen aufgrund einer dünnen Auftragslage erst einmal ausbleiben. Diese Zeit gilt es zu überbrücken, der Unternehmer muss finanziell vorgesorgt haben.

Bei der Berechnung des Startkapitals spielt natürlich das eigene Vermögen eine tragende Rolle. Es ist immer angenehmer, einen größeren Anteil an Eigenkapital mit in das Unternehmen zu bringen, als auf viel Fremdkapital angewiesen zu sein. Dennoch wird es ganz ohne Fremdkapital nicht funktionieren. Dies kann sich aus folgenden Bereichen zusammensetzen:

 

Büroräume einrichten – Second-Hand lohnt sich

Sind alle Formalitäten abgeschlossen kann der Umzug in die neuen Büroräume beginnen. Zunächst sollte der Wert eher auf Funktionalität statt teurem Design liegen. Dafür bieten sich vor allem Second-Hand Schreibtische und Stühle an. Diese sind oft noch völlig in Ordnung und nur ausgemustert worden, weil ein Büro komplett neu eingerichtet wurde. Startups können hier viel Geld sparen, denn die Möbel aus zweiter Hand sind meist für einen Bruchteil der neuen Möbel zu haben.

Zusätzlich muss auch einiges an elektronischen Geräten angeschafft werden. Laptops sind besser geeignet als feste Rechner, denn sie können auch auf Geschäftsreise oder nach Hause mitgenommen werden. Zusätzlich wird noch das folgende Equipment benötigt:

  • Mäuse, Tastaturen, Bildschirme
  • Telefone
  • Drucker, Kopierer, Scanner (am besten Kombigeräte)
  • Kaffeemaschine

Fazit

Eine Gründung ist kein leichtes Unterfangen, dennoch sollte man sich von den bürokratischen Notwendigkeiten nicht beirren lassen. Die finanzielle Situation stellt zwar jeden Neugründer vor eine Herausforderung, doch auch davon sollte man sich nicht abhalten lassen, denn immerhin haben auch andere zuvor schon den Weg in die Selbstständigkeit geschafft. Unerlässlich ist jedoch eine ausgiebige Planung und Beratung.

Quelle: freenet.de
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