Warum Bitcoins noch immer für Unsicherheit sorgen

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© Ivaylo Sarayski / 123RF
17.10.2018 - 08:00 Uhr

Ware oder Dienstleistungen im Internet zu bezahlen, gehört für die meisten Deutschen inzwischen zum Alltag. 2017 wählten dabei 28 Prozent die Zahlung auf Rechnung, 20 Prozent entschieden sich für eine Lastschrift und ebenso viele für Paypal als Zahlungsmittel. Mit Kreditkarte, Vorkasse oder neuerdings auch Amazon Pay gibt es weitere Optionen, die gerne genutzt werden. Mit Bitcoins hingegen bezahlt kaum jemand. Zu groß ist die Unsicherheit. Aber woran liegt das?

Große Kursschwankungen

Geschichte mag sich nicht wiederholen, aber sie ähnelt sich. Während der Dotcom-Blase beobachtete US-Notenbankchef Alan Greenspan, dass Investoren Opfer von "irrationaler Überschwänglichkeit" seien. Dies ist auch bei Kryptowährungen wie dem Bitcoin der Fall. Die Marktbewertungen von Kryptowährungen bleiben äußerst unberechenbar. Der Preis für einen Bitcoin kletterte Ende 2017 auf fast 20.000 US-Dollar und fiel dann auf unter 7.000 US-Dollar. Die gesamte Marktkapitalisierung von Kryptowährungen liegt aktuell bei 260 Milliarden US-Dollar.

Ähnlich wie Börsengänge (Initial Public Offerings, kurz: IPO) sind Initial Coin Offerings (ICO), also das auf Kryptowährungen basierte Crowdfunding von Unternehmen, darauf ausgerichtet, Geld von Investoren zu beschaffen. Im Gegensatz zu IPOs erhalten Investoren jedoch keinen Unternehmensbestand. Vielmehr erhalten Mitwirkende Firmen-Tokens, mit denen an Krypto-Börsen gehandelt werden kann.

Keine Regulierung

ICOs umgehen den streng regulierten Prozess der Kapitalaufnahme bei Risikokapitalgebern, Banken und Börsen. Während Aktien von der Securities and Exchange Commission (SEC) und Rohstoffe von der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) reguliert werden, fehlt den Kryptowährungen eine effektive Aufsichtsbehörde. Geht es um Betrug? Sind die meisten Menschen zu Recht vorsichtig?

Fakt ist: Mit dem kometenhaften Aufstieg der ICOs hat die SEC ihre Besorgnis über das Betrugspotential signalisiert. Die meisten Regierungsbehörden haben Bedenken, ICOs genau zu klassifizieren und sie zu steuern und zu besteuern. Große Sorgen machen sie sich auch über den Einsatz von Kryptowährungen für Geldwäsche und Terrorismus. Während die Kritiker darüber diskutieren, ob diese Bedenken angebracht sind, haben die Regierungen weltweit Schwierigkeiten, Leitlinien für die Regulierung zu erstellen.

Während einige Aufsichtsbehörden Kryptowährungen als Zahlungsmittel sehen, definieren andere sie als Waren oder sogar steuerpflichtiges Eigentum. In Bezug auf Kryptowährungen besteht tatsächlich ein globales Rechtsvakuum. Und es gibt eine zunehmende Zahl von Sammelklagen gegen Unternehmen, die an ICOs beteiligt sind. Es geht um Verstöße gegen das Wertpapierrecht und Anlegerbetrug. Der Verkauf nicht registrierter Wertpapiere kann in den USA erhebliche Geldstrafen und sogar Haftstrafen bedeuten.

Hohes Betrugsrisiko

Natürlich gibt es auch eine andere Seite der Medaille: Der Wert von ICOs liegt darin, dass sie den Zugang zu Kapital für Start-ups radikal demokratisiert haben. Doch die Akzeptanz von Bitcoin & Co. wird erst steigen, wenn Betrügern das Handwerk gelegt wird und Hacker keine Möglichkeit haben, Krypto-Accounts zu plündern. Und natürlich müssen die digitalen Währungen reguliert werden, auch wenn für viele das Fehlen gerade eines Kontrollorgans den Reiz darstellt. Dabei handelt es sich aber um eine Minderheit.

Immerhin: In einigen Ländern wie Japan gibt es bereits hunderttausende Akzeptanzstellen für Bitcoins. In Deutschland beschränkt sich das auf hippe Cafés in Großstädten und Onlineshops. Die Seite CasinoBonus Radar listet Vor- und Nachteile einer Bezahlung mit Bitcoins auf.

Ein Problem: Die Zahlungen sind unwiderruflich. Wer eine falsche Adresse eingegeben hat, muss hoffen, dass der Empfänger die Münzen zurückzahlt. Zudem ist die Fluktation des Kurses extrem: Zum Zeitpunkt der Auszahlungsbeantragung kann er wesentlich besser sein als zum Zeitpunkt der endgültigen Überweisung.

Quelle: freenet.de
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