Online-Glücksspiel in Deutschland - wie ist der rechtliche Rahmen?

Glücksspiel im Netz erfreut sich großer Beliebtheit - doch wie sieht eigentlich der rechtliche Rahmen aus?
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Glücksspiel im Netz erfreut sich großer Beliebtheit - doch wie sieht eigentlich der rechtliche Rahmen aus?

© whekevi (CC0-Lizenz) / pixabay.com
29.10.2018 - 10:00 Uhr

Dem Glücksspiel wird in der öffentlichen Meinung immer der Hauch des Frevels beigemischt und dennoch ist es mit einer der ältesten Freizeitbeschäftigungen der Menschheitsgeschichte. Mittlerweile ist das Glücksspiel längst nicht mehr nur in Casinos und Spielhallen vor Ort möglich, sondern lockt auch im Internet Fans zu sich. Aber wie sieht es damit eigentlich aus? Immerhin stehen die Casinos und Spielhallen unter scharfen Regeln und werden regelmäßig kontrolliert. Hinterzimmerspiele sind völlig illegal. Und das Spiel im Internet? Ist das legal oder macht sich ein Spieler eventuell so strafbar, als wenn er an verbotenen Hinterzimmer-Pokerrunden teilnimmt? Dieser Artikel schaut sich das Ganze einmal an.

Ist Online-Glücksspiel legal?

Zuerst: Der Spieler macht sich nicht strafbar, wenn er sich online bei einem Casino anmeldet und dort spielt. Das Online-Spiel ist legal. Anders sieht es mitunter mit den Anbietern aus. Grundsätzlich gilt für sie der Glücksspielstaatsvertrag, der bislang das Internetgeschäft eher unzureichend regelt. Somit herrscht für Anbieter stets eine rechtliche Grauzone, die jedoch weniger von einer Illegalität herrührt, denn von einer schlechten Umsetzung in Deutschland:

  • Lizenzen - jeder Glücksspielanbieter benötigt eine Lizenz. Diese werden in Deutschland jedoch (mit Ausnahme von Sportwetten) nur für lokale Geschäfte vergeben. Eine Internetlizenz gab es nur von Schleswig-Holstein, doch das Bundesland ist erneut dem Staatsvertrag beigetreten.
  • Problematik - nach deutscher Auffassung können Lizenzen nur vergeben werden, wenn sichergestellt ist, dass Nutzer ausschließlich aus Deutschland beziehungsweise dem Bundesland stammen. Diese Auffassung widerspricht aber der Realität und dem EU-Recht, welches besagt, dass das Internet nun mal keine Grenzen hat.
  • Lösung - Glücksspielanbieter im Internet beantragen daher Lizenzen aus anderen EU-Ländern. Malta, Gibraltar, Griechenland, Zypern aber auch Großbritannien gehören zu den Lizenzgebern. Die Online-Casinos besitzen somit eine korrekte Lizenz und unterliegen den Auflagen des Lizenzgebers, bewegen sich aus deutscher Sicht aber dennoch in einer rechtlichen Grauzone.

Für den Spieler hat dies natürlich keine Auswirkungen, da er aus unzähligen Online-Angeboten eines wählen kann, das seinen Ansprüchen entspricht. Zudem kann er sich sicher sein, dass der Anbieter vom Lizenzgeber kontrolliert wird - was wiederum den Spieler schützt.

Was macht einen seriösen Anbieter aus?

Das Wichtigste ist natürlich die EU-Lizenz. Sie muss deutlich auf der Homepage des Casinos ausgewiesen werden. Dabei muss es dem Spieler mühelos möglich sein, die Echtheit der Lizenz zu bestätigen. Aber auch abseits der Lizenz gibt es für Spieler Anhaltspunkte, um die Seriosität zu belegen:

  • Verschlüsselung - auch das Online-Casino sollte über eine verschlüsselte Verbindung erreichbar sein. Hier reicht schon das »https« in der Browserleiste. Einen weiteren Anhaltspunkt kann die Internet Security liefern, denn die Softwares prüfen in der Regel die einzelnen Webseiten.
  • Informationen - der Spieler sollte bereits vor der eigentlichen Anmeldung sämtliche Informationen rund um den Account, die Spiele, Bonusangebote und Möglichkeiten in Erfahrung bringen können. Dabei hat der Casinobetreiber sicherzustellen, dass der Spieler mühelos Kontakt mit Mitarbeitern aufnehmen kann.
  • Bonus - viele Casinos arbeiten mit einem Bonus, wenn sich der Spieler zum ersten Mal anmeldet. Da die Boni gerne an Bedingungen geknüpft sind, müssen diese dem Spieler vor der Anmeldung mitgeteilt werden. Das betrifft insbesondere die Umsetzung des Bonus und inwieweit er von einer Einzahlung abhängig ist. Ein gutes Casino erlaubt es dem Spieler, den Bonus nach der Anmeldung auszuschlagen.
  • Account - der Account muss sicher gestaltet sein - auch für den Spieler. Spieler müssen ein Limit festlegen können, sodass sie nur eine gewisse Geldmenge einsetzen und verspielen können. Gleichzeitig sollte das Casino von sich ein Höchstlimit setzen. Ein weiterer Hinweis auf ein seriöses Vorgehen ist die Verifikation des Spielers. Diese ist Pflicht, denn das Glücksspiel ist nur Volljährigen erlaubt. Ohne eine Altersverifikation über den Personalausweis oder per Video-Chat darf der Account nicht freigeschaltet werden.
  • Zahlungen - wie sind diese geregelt? Dem Kunden sollten diverse Zahlungsoptionen zur Verfügung stehen, die sich auf das Aus- und Einzahlen von Geld beziehen. Mittlerweile arbeiten immer mehr Casinos mit PayPal, wobei in diesem Fall der Käuferschutz natürlich nicht bei verlorenen Spielen greift.
  • Auszahlungen - wie sind diese geregelt? Herrscht eine Auszahlungsgrenze? Es ist gut, wenn auch schon kleine Beträge ausgezahlt werden können. Schlecht ist es, wenn erst Gewinne von über 100,00 Euro ausbezahlt werden.

Viele Online-Casinos bieten neuen Spielern die Nutzung von Testaccounts an. Wer die Chance hat, das Angebot erst einmal unverbindlich zu testen, sollte es tun. Zwar ist während des Tests kein Gewinn möglich, doch können häufig Punkte erspielt werden, die bei der vollständigen Registrierung in Einsatzgeld umgewandelt werden. Auf Portalen wie Online-Casino.de können sich Online Casino Interessenten ein gutes Bild von den Anbietern machen und letztlich das passende Angebot für sich auswählen.

Was ist sonst noch zu beachten?

Beim Online-Glücksspiel steht der persönliche Schutz immer im Mittelpunkt. Die Gefahr, der Spielsucht zu verfallen, ist leider ein wenig größer, da es keine Hemmschwelle gibt, um das Casino zu erreichen. Spieler müssen nicht mehr ins Casino gehen, sie holen es sich praktisch zu Hause auf die Couch. Daher kann jedem Spieler nur geraten werden, sich ein zeitliches und finanzielles Limit zu setzen und sich an dieses zu halten. Wer unsicher ist, ob er zu viel spielt, sollte sich folgende Fragen stellen:

  • Denkweise - dreht sich das Denken ums nächste Spiel? Wenn ja: Vorsicht.
  • Einkünfte - sollen mit Spielgewinnen Einkünfte erzielt werden oder gar Schulden getilgt? In diesem Fall ist akute Vorsicht geboten.
  • Kontakte - leiden Kontakte unter dem Online-Spiel? Auch dies ist eventuell ein deutliches Anzeichen einer möglichen Spielsucht.

Wer Probleme hat, findet in der Stadt diverse Beratungsstellen für Spielsüchtige und kann auch beim Online-Casino Beratungsangebote finden.

Fazit - für Spieler kein Problem

Obgleich sich die Online-Casinos aus deutscher Sicht in einer Grauzone bewegen, können Spieler problemlos und sorgenfrei spielen. Sie sollten nur darauf achten, dass das Casino eine gültige EU-Lizenz besitzt und allgemein offen mit dem Angebot und den gültigen Bedingungen umgeht. Zudem sollte jeder für sich selbst ein Limit im Account setzen und das Spielverhalten im Auge behalten.

Quelle: freenet.de
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