Elektroauto Laden beim Einkaufen

Mit dem Elektroauto zum Wochenendeinkauf oder gar ins Möbelhaus?
Das kann klappen, vor allem, wenn man während des Aufenthalts im
Geschäft die Akkus nachladen kann.
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Mit dem Elektroauto zum Wochenendeinkauf oder gar ins Möbelhaus? Das kann klappen, vor allem, wenn man während des Aufenthalts im Geschäft die Akkus nachladen kann.

© Jochen Knecht
15.11.2018 - 12:43 Uhr von Bernd Conrad

Handelskonzerne bieten an immer mehr Standorten Ladesäulen für Elektroautos an. Die Kunden nehmen den Service gerne an, aber auch für den Einzelhändler bieten sich Vorteile. Eine Übersicht.

„Schatz, ich fahr jetzt zum Einkaufen und vorher noch kurz tanken.“ Dieser Satz wird irgendwann aussterben, zumindest in den Haushalten, in denen ein Elektroauto vor der Haustür, in der Garage oder im Carport steht. Kurz tanken funktioniert dann nämlich nicht mehr, je nach Leistung der Wallbox zuhause und der Batteriegröße des Fahrzeugs hängt man länger am Kabel.

Das machen sich die Einzelhandelsunternehmen zu Nutze. Der Tankstopp zusätzlich zum Einkauf kann entfallen, wenn der Kunde das Elektroauto auf dem Parkplatz des Supermarktes nachladen kann. Ein Service, der natürlich gerne angenommen wird. Der Betreiber des Supermarktes hat neben der Kundenbindung einen weiteren Vorteil. Durch den Ladevorgang des Autos wird die Verweildauer im eigenen Laden erhöht.

Längere Spaziergänge durch die Regale bedeuten einen praller gefüllten Einkaufswagen und damit mehr Umsatz an der Kasse, oder die Kunden nutzen ein im Markt integriertes Café, das auch Umsatzpotenziale verspricht.

Hornbach plant Ladeinfrastruktur

Jüngster Anhänger dieser Idee ist die Baumarktgruppe Hornbach. Die hat den Aufbau einer deutschlandweiten Ladeinfrastruktur für Elektroautos angekündigt. Das Projekt wird zusammen mit dem Energieversorger Pfalzwerke vorangetrieben. Rund 100 Baumärkte sollen dabei mit 50-kW-Ladesäulen ausgerüstet werden. Hornbach stellt dabei Parkflächen zur Verfügung, die künftig für das Laden von Elektroautos während des Einkaufs reserviert sein werden. 2018 können Kunden noch kostenlos Strom zapfen, 2019 sollen dann Gebühren erhoben werden.

Kaufland hat jetzt 70 Ladesäulen in Betrieb

Kaufland, wie der Discounter Lidl Teil der Schwarz-Gruppe, hatte Ende 2017 die Bereitstellung von 100 Schnellladestationen bis zum Jahr 2019 angekündigt. Jetzt hat der Einzelhändler mit 660 Filialen die 70. Säule vor seinem Markt im hessischen Pfungstadt in Betrieb genommen. Bis Ende 2020 will Kaufland weitere 50 Stromzapfstellen eröffnen und das selbst gesteckte Ziel entsprechend übertreffen.

Die Schnellladestationen sind Kaufland zufolge mit allen gängigen Steckertypen ausgestattet. Zwei Elektroautos sollen gleichzeitig mit einer Ladeleistung von bis zu 50 kW kostenlos aufgeladen werden können. Das Handelsunternehmen verspricht die Bereitstellung von Ökostrom aus zu 100 Prozent erneuerbaren Energiequellen.

Neben Kaufland bieten auch weitere Einzelhandelsketten ihren Kunden die Möglichkeit, Elektroautos nachzuladen.

Aldi Süd stockt auf 80 Ladesäulen auf

Aldi Süd hat 55 Stationen in Großstädten mit einer Ladeleistung von 22 kW in Betrieb. Bis Ende 2018 will man die Anzahl auf „über 80“ aufstocken, davon sollen 28 Schnelladestationen 50 kW Ladeleistung bieten.

Die Supermarktkette REWE bietet 90 Ladepunkte an aktuell 50 Standorten. Die meisten davon bieten 22 kW Ladeleistung, vereinzelt finden sich auch DC-Säulen mit 50 kW. Das Stromladen bei REWE ist aber nicht unbedingt kostenlos. Der Handelskonzern stellt die Flächen an Betreiber von Ladesäulen zur Verfügung, die Nutzungsmöglichkeiten und Kosten variieren dann je nach Anbieter.

E-Auto laden bei IKEA

Der Möbelgigant IKEA will bis 2019 alle 53 Standorte in Deutschland mit Ladesäulen ausstatten. Aktuell können Möbelkunden und Einrichtungsfreunde an 37 Häusern des Franchisesystems mit bis zu 22 kW kostenlosen Strom laden.

Die Kaufland-Schwester Lidl stellt im Moment das Schlusslicht dar. Aktuell unterhält der Lebensmitteldiscounter neun Ladesäulen, 12 weitere sind in Planung. Bei Lidl können je nach Standort nicht nur Autos mit bis zu 50 kW Ladeleistung, sondern auch e-Bikes mit Energie versorgt werden.

Auch vor Edeka-Märkten gibt es Ladestationen. Da es sich bei dieser Handelsmarke aber um einen Verbund rechtlich eigenständiger Kaufleute handelt, gibt es hier keine zentrale Steuerung aus der Filiale.

REWE mit Pilotprojekt

Die Handelskette REWE startet noch 2018 mit Fastned im Raum Frankfurt ein Pilotprojekt. Ziel des Pilotprojekts ist es zu testen, ob bei Fahrern von Elektroautos das Interesse besteht, ihre Fahrzeuge während des Einkaufs zu laden. Aus der Perspektive von REWE ist das zusätzliche Angebot von Schnellladegeräten ein weiterer Schritt, ihren Kunden das bestmögliche Einkaufserlebnis zu bieten. Zunächst sollen an vier Supermärkten Ladesäulen eingerichtet werden. Weitere könnten folgen.

Quelle: 2018 Motor-Presse Stuttgart
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