Technik-Feature Halo

Die Formel 1-Piloten werden dieses Jahr in einen Käfig
eingesperrt. Aber Halo ist nicht gleich Halo. Wir zeigen Ihnen, wie
die Ingenieure die Cockpit-Bügel aerodynamisch optimiert haben
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Die Formel 1-Piloten werden dieses Jahr in einen Käfig eingesperrt. Aber Halo ist nicht gleich Halo. Wir zeigen Ihnen, wie die Ingenieure die Cockpit-Bügel aerodynamisch optimiert haben ...

© Ferrari

Die Fans müssen sich dieses Jahr an den Halo gewöhnen. Optisch ist der Schutzbügel grenzwertig, aus technischer Sicht lassen sich aber interessante Details entdecken. Wir zeigen die unterschiedlichen Lösungen der 10 Teams in der Galerie.

Der Halo spaltet weiter die Massen. Einige Fans haben sich schon nach zwei Testwochen an das Titan-Gestell über den Fahrern gewöhnt, die anderen bekommen beim Anblick der neuen Autos immer noch Augenkrebs. Auch durch clevere Lackierungen und Design-Tricks lässt sich der Flip-Flop-Look der 2018er Rennwagen-Generation nicht komplett vermeiden.

Halo-Verkleidung verändert die Form

Aus technischer Sicht lohnt sich dennoch ein genauerer Blick auf die ringförmigen Anbauten. Je nach Team sind die Ringe nämlich gar nicht mehr so ringförmig, sondern eher oval. Den Teams ist es von der FIA erlaubt worden, den Titanbügel zu ummanteln. Bis zu zwei Zentimeter weit nach außen dürfen die Standard-Bauteile verkleidet oder mit Flügel-Elementen versehen werden.

Und je nach Team wurde dieser Spielraum auch ordentlich ausgenutzt. Schaut man sich zum Beispiel den Mercedes an, so erkennt man eine dicke Wulst an der Stelle, wo die drei Streben zusammenkommen. Mit der Verdickung wollen die Ingenieure sicherstellen, dass der Luftstrom an der Oberfläche haften bleibt und sich nicht einfach ein großer Wirbel entwickelt.

Flügel-Salat auf dem Halo

Auch Red Bull hat die Mercedes-Lösung gewählt. Sehr beliebt ist auch die Variante mit zusätzlichen Flügelchen auf der Oberseite. Bis zu drei separate Elemente bauen sich einige Teams aufs Dach. Auch sie sollen den Luftstrom zu Heck beruhigen. Bei Toro Rosso findet man ein Winglet sogar an der Unterseite des Halos.

Eine ganz individuelle Lösung haben die Aerodynamiker von Haas F1 gefunden. Sie haben den Halo sowohl an der Oberseite als auch im unteren Bereich mit kleinen Zacken versehen. Damit versuchen die Ingenieure kleine Wirbel zu produzieren, die sich einfacher in die gewünschten Bereiche dahinter lenken lassen.

Piloten müssen mehr aufpassen

Ein Problem mit den Halo-Anbauten gibt es allerdings. Die Piloten können sich beim Aussteigen fast nirgends mehr festhalten. Um Gewicht an den relativ hoch montierten Bügeln zu sparen, bestehen die Verkleidungen in vielen Fällen aus einer Art Schaumstoff oder Styropor. Bei der kleinsten Berührung entstehen Dellen, die schlecht für die Aerodynamik sind.

In der Galerie zeigen wir Ihnen die unterschiedlichen Lösungen der Teams. Und wir zeigen Ihnen, wie bei Mercedes und McLaren das Problem der Daten-Monitore für die Piloten gelöst wurde.

Quelle: 2018 Motor-Presse Stuttgart
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