Steuer, TÜV, Radio: Das ändert sich 2021 für Autofahrer

Mit dem Jahreswechsel treten einige Änderungen für Autofahrer in Kraft, die sie jetzt schon kennen sollten!
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Mit dem Jahreswechsel treten einige Änderungen für Autofahrer in Kraft, die sie jetzt schon kennen sollten!

© Imago/Karina Hessland

Mit dem neuen Jahr treten neue Regeln und Vorschriften für Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer in Kraft. Hier eine ständig aktualisierte Übersicht zu Kfz-Steuer, TÜV und Versicherung.

Die wichtigsten neuen Regelungen für Autofahrer

  1. DAB+:

    Vom 21.12.2020 an müssen Radios in Neufahrzeugen die digitale Hörfunkfrequenz DAB+ empfangen und wiedergeben können.

  2. Emissionen:

    Ab 2021 dürfen neuzugelassene Pkw nach der EU-Verordnung 433/2009 im Durchschnitt nicht mehr als 95 Gramm CO2 ausstoßen. Das entspricht einem Verbrauch von 3,6 Liter Diesel pro 100 Kilometer oder 4,1 Liter Benzin. Überschreiten Hersteller diesen Wert, drohen Strafzahlungen. Bis 2030 soll der Wert um weitere 37,5 Prozent reduziert werden.

    Ab dem 1.1.2021 gilt die Anfang 2020 eingeführte verschärfte Schadstoff-Emissionsmessung für alle neuzugelassenen Modelle in der EU. Die Pkw dürfen im RDE-(Real Driving Emissions)-Test höchstens das 1,5-fache des Laborgrenzwertes bei Sickoxiden (NOx) erreichen. Das entspricht maximal 120 Mikrogramm pro Kilometer. Die Verbräuche werden über das On-Board Fuel Consumption Meter (OBFCM) in den Fahrzeugen an die EU-Kommission übermittelt.

    Vom 1.1. 2021 an gilt für neu zugelassenen Motorräder inklusive 125er die Abgasnorm Euro 5. Sie ist um rund ein Drittel strenger als die 2016 eingeführte Norm Euro 4. Die Änderung betrifft nur neu zugelassene Modelle.

    Der vom Bundestag beschlossen höhere CO2-Preis im Verkehr tritt in Kraft. An 2021 liegt der CO2-Preis fix bei 25 Euro pro Tonne. Ab 2025 steigt der Preis auf 55 Euro pro Tonnen. Entsprechend dürften die Kraftstoffpreise zwischen sieben bis acht Cent teurer werden.

  3. Fernstraßen:

    Vom 1.1.2021 sind nicht mehr die Bundesländer sondern der Bund für die deutschen Autobahnen zuständig. Das betrifft Planung, Bau, Betrieb, Erhaltung, Vermögensverwaltung sowie die Finanzierung. Dazu wurde die Infrastruktur-GmbH mit dem Ziel gegründet, das Bundesfernstraßennetz effizienter zu verwalten.

  4. Förderung E-Mobilität:

    Im Rahmen des Corona-Konjunkturprogramms wurden die staatlichen Förderprämien für Elektroautos und Plugin-Hybride bis Ende 2021 und rückwirkend ab einer Erstzulassung am 4.6.2020 verdoppelt.

  5. Hauptuntersuchung:

    Wer eine gelbe "TÜV"-Plakette auf dem Kennzeichen hat, muss 2021 zur Hauptuntersuchung nach § 29 der StVZO. Nach erfolgreicher Prüfung gibt es eine rosafarbene Plakette, das Fahrzeug muss dann 2023 wieder vorgeführt werden. Für Neufahrzeuge (Pkw und Wohnmobile bis 3,5 Tonnen) gilt eine Drei-Jahres-Frist.

  6. Kfz-Steuer:

    Die Kfz-Steuer errechnet sich wie bisher aus dem Hubraum und dem CO2-Ausstoß des Fahrzeugs. Also zwei Euro pro angefangene 100 Kubikzentimeter Hubraum bei Benzinern und 9,50 Euro bei Diesel-Fahrzeugen. Allerdings gewichtet die reformierte Steuer die zweite Komponente stärker und differenziert mehr nach der Klimaschädlichkeit. Die neue Steuer-Version gilt nur neu zugelassene Fahrzeuge.

  7. Kfz-Versicherung:

    Ab 2021 ändern sich die Typklasseneinstufungen für die Kfz-Versicherung. Rund elf Millionen Autofahrer sind davon betroffen. Für über 6,1 Millionen gelten 2021 höhere Einstufungen, ungefähr 4,6 Millionen Autofahrer profitieren sogar von besseren Typklassen.

  8. Pendlerpauschale:

    Ab 1.1.2021 steigt die Pendlerpauschale für Arbeitnehmer ab dem 21. Kilometer für die einfache Fahrt zur Arbeit. Statt 30 können 35 Cent pro Kilometer als Werbungskosten abgesetzt werden. Bis zum 20. Kilometer bleibt es bei 30 Cent pro Kilometer. Für Geringverdiener gibt es die Mobilitätsprämie mit weiteren Steuervorteilen. Ab dem 1.1.2024 steigt die Pauschale von 35 auf 38 Cent.

  9. Reise:

    Die neuen apfelgrünen Vignetten für Österreich sind ab Ende November 2020 erhältlich und gelten ab Dezember 2020 bis Januar 2022. Die Preise steigen um die gesetzlich vorgeschriebene Inflationsanpassung um durchschnittlich 1,5 Prozent. So kosten die Pkw-Jahresvignette 92,50 Euro, die Zwei-Monats-Vignette kostet 27,80 Euro und das Zehn-Tages-Pickerl 9,50 Euro. Motorradfahrer bezahlen 36,70 Euro, 13,90 Euro und 5,50 Euro. Die digitale Vignette gibt es ebenfalls in drei Modellen für zehn Tage, zwei Monate oder das ganze Jahr. Diese kann online gebucht werden, mit der Registrierung des Kennzeichens entfällt das Kleben.

    Autofahrer, die eine Jahresvignette für die Schweiz brauchen, müssen jetzt 38 Euro (+1,50 Euro) bezahlen. Die Preiserhöhung kommt durch den Wechselkurs zustande. Die Vignette kostet in der Schweiz nach wie vor 40 Franken. Ab 2022 gibt es zu der Klebe-Vignette noch eine elektronische Version.

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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