E-Auto zu Hause laden

BMW i3 Concept, i Wallbox
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BMW i3 Concept, i Wallbox

© BMW

Ein E-Auto an der Haushaltssteckdose zu laden dauert lange und kann gefährlich sein. Eine Wallbox schafft Sicherheit und Abhilfe. Was Sie dabei beachten müssen.

Die Entscheidung für ein Elektroauto ist zwingend mit der Frage verbunden, wo man den Stromer aufladen kann. Die Zahl der öffentlichen Ladepunkte wächst, zudem setzen immer mehr Einzelhändler und Gewerbetreibende auf die Werbewirksamkeit einer kostenlosen Ladesäule für Kunden. Dennoch funktioniert die Rechnung eigentlich nur dann wirklich komfortabel, wenn man zu Hause laden kann. An einer so genannten Wallbox.

Warum eine Wallbox?

Zwar finden sich in den meisten Garagen oder Carports Haushaltssteckdosen, die reichen in der Regel aber nicht aus, um damit Elektroautos dauerhaft zu „betanken“, weil sie nicht für langes Laden unter hoher Last ausgelegt ist. Mit etwas Glück springt springt dabei einfach nur die Sicherung raus. Schlimmer wird’s, wenn Stecker, Kabel oder die Steckdose überhitzen und dabei ein Brand entsteht. Wichtig: Nur fachgerecht installierte Leitungen und Steckdosen, die explizit den Anforderungen an das Aufladen eines Elektroautos entsprechen, dürfen fürs Laden benutzt werden!

Eine Wandladestation, auch Wallbox oder Wall Connector genannt, ist deshalb die optimalste Schnittstelle zwischen dem häuslichen Stromnetz und dem Ladekabelstecker. Sie kann im Innen- und Außenbereich angebracht werden, eignet sich also sowohl für die Garage, als auch für den Carport. Sie haben den Vorteil, auch mit höheren Ladeleistungen operieren zu können. Statt 3,7 kW, wie bei der Haushaltssteckdose, bieten Wallboxen je nach Modell und Anschluss zwischen 3,7 und 22 KW.

Im Test: Fest installierte und mobile Wallboxen

Woraus besteht eine Wallbox?

Je nach Modell bietet eine Wallbox ein bis zwei Ladepunkte (meist vom Typ 2) für Wechselspannung. LED-Anzeigen über den Ladepunkten zeigen den Status des Ladevorgangs an. Eine Wallbox hat keinen direkten Netzanschluss. Sie wird an einen separaten Stromkreis in einem Haus angeschlossen. Ein spezielles Steuergerät (Electric Vehicle Charge Controller) regelt den Ladevorgang. Es kommuniziert mit dem Fahrzeug und bestimmt vor allem die Ladeleistung. Eine Wallbox verfügt über zahlreiche Schutzmechanismen, zum Beispiel einen speziellen Fehlerstromschutzschalter (FI-Schalter) mit Fehlerstromerkennung. Ein Leitungsschutzschalter schützt das Ladekabel vor Überlastung. Die meisten Wallboxen sind mit einem Schlüsselschalter, bzw. einem Kartenleser (RFID) ausgestattet. Darüber können sich Nutzer identifizieren und Zugang zum Ladepunkt zu erhalten. Dafür meldet er sich über einen Schlüsselschalter oder einen RFID-Kartenleser an, um den Ladepunkt freizuschalten.

Ladeleistung und Genehmigung

Eine Wallbox benötigt in der Regel einen Drehstromanschluss mit einer Spannung von 400 Volt. Dabei kann man dreiphasig laden. Bei einer Stromstärke von 16 Ampere lässt sich damit eine Ladeleistung von 11 kW erreichen. Eine entsprechende Absicherung mit 32 Ampere erlaubt die doppelte Ladeleistung von 22 kW. Unabhängig von der Ladeleistung müssen alle Wallboxen beim örtlichen Netzbetreiber gemeldet werden. Ab einer Ladeleistung von 22 kW ist für Installation und Inbetriebnahme die Zustimmung des Netzbetreibers erforderlich.

Ladegeschwindigkeit

Nicht alle Elektroautos laden gleich schnell. Neben der Kapazität der Elektroauto-Batterie, angegeben in kWh (Kilowattstunden), sind dafür auch externe Faktoren, wie zum Beispiel die Außentemperatur entscheidend. Die Ladezeit für Ihr Elektroauto können Sie mit der folgenden Formel berechnen: Akkukapazität / Ladeleistung = Ladedauer in Stunden. Dabei sind allerdings allerdings Faktoren wie die Außentemperatur oder das vom Fahrzeug gewählte Batteriemanagement ausgeklammert.

Installation der Wallbox

Grundsätzlich sollte eine Wallbox ausschließlich von einem Fachmann installiert werden. Der prüft vorab, ob der heimische Netzanschluss für die Nutzung einer Wallbox ausgelegt ist. Fehlt ein entsprechender Starkstromanschluss, muss dieser neu gelegt werden. Das Gleiche gilt für die Versorgung im Hausverteilerkasten. Dafür legt der Fachmann eine neue Leitung, die mit einer Sicherung geschützt wird. Ist bereits ein Starkstromanschluss in der Garage oder im Carport vorhanden, kann dieser für die Wallbox verwendet werden.

Laden im Mehrfamilienhaus

Als Mieter, bzw. Wohnungseigentümer in einem Mehrfamilienhaus sind sie auf die Kooperation von Miteigentümern oder Vermietern angewiesen: In Deutschland muss in Mehrfamilienhäusern die Wohnungseigentümerschaft (WEG) dem Einbau von Wallboxen zustimmen – und zwar einzelnen Gerichtsbeschlüssen zufolge bis auf weiteres einstimmig.

Welche Wallbox für welches Auto?

Ohne entsprechende Onboard-Ladegräte ist eine Wallbox mit 22 kW Leistung sinnlos. Die meisten Elektroautos können serienmäßig mit lediglich 11 kW geladen werden, die doppelte Wechselstrom-Ladeleistung kostet Aufpreis. Deshalb ist nach aktuellem Stand eine 11-kW-Wallbox völlig ausreichend. Sie kann sowohl ein, zwei- und dreiphasig laden und ist damit in der Lage, selbst große Batterien über Nacht zu laden. Steht kein Starkstrom zur Verfügung können allenfalls kleinere Batterien über Nacht voll geladen werden (z.B. BMW i3, ohne Verluste gerechnet in gut 10 Stunden) oder bei einem Verbrauch des E-Autos von 15 kWh/100 km lässt sich Strom für etwa 100 Kilometer Reichweite binnen gut 4 Stunden nachtanken.

Was kostet eine Wallbox?

Je nach Anforderung und Ausstattung kostet eine Wallbox zwischen 350 und 2500 Euro, jeweils ohne Installation.

Mobile Geräte?

Neben der Installation einer festen Wallbox gibt es auch die Möglichkeit, sein Fahrzeug über einen Mobile Charger mit frischem Saft zu versorgen. Der Vorteil dieser Geräte: Sie können sowohl an der Starkstrom-Dose (CEE) mit bis zu 22 kW laden, als auch an die Haushaltssteckdose angeschlossen werden. Mit welcher Leistung geladen wird, kann direkt am Ladegerät eingestellt werden und ist von der Absicherung des entsprechenden Anschlusses abhängig. Solche mobilen Ladegeräte sind ideal, wenn sich in der Garage oder im Carport bereits ein Kraftstrom-Anschluss (CEE) befindet.

Zuschüsse für Wallboxen?

Neben der staatlichen Förderbank KfW gibt es in praktisch jedem Bundesland sowie bei Gemeinden und Stromversorgern Zuschüsse für die Installation von Wandladestationen.

Quelle: 2019 Motor-Presse Stuttgart
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