Bankkonto wechseln: So funktioniert's

Bildrechte: Flickr Credit Card Thomas Kohler CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten
Die Auswahl an Girokonten ist heute riesig. Bevor man wechselt, sollte man die Bestimmungen der Bank genau prüfen.
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Die Auswahl an Girokonten ist heute riesig. Bevor man wechselt, sollte man die Bestimmungen der Bank genau prüfen.

09.11.2017 - 08:00 Uhr von MR

Zu teuer, schlechter Service oder der Umzug in eine neue Stadt: Viele Faktoren können für einen Kontowechsel sprechen. Der Markt bietet Bankkunden heute ein breites Portfolio an guten Konten. Vor einem Wechsel muss man keine Angst haben, denn er gelingt dank moderner Möglichkeiten ganz leicht.

Vor dem Kontowechsel

Bevor der Wechsel stattfindet, muss man bei der neuen Bank ein Konto eröffnen. Heutzutage haben Interessenten eine Vielzahl an attraktiven Konten zur Wahl, von denen einige sogar gänzlich kostenlos sind. Um das Girokonto bei der neuen Bank zu beantragen, benötigt man einen Personalausweis oder Reisepass, damit man die Richtigkeit seiner Personalien beweisen kann. In der Regel geht man damit zur Bankfiliale und füllt den Antrag auf eine Kontoeröffnung aus. Online- beziehungsweise Direktbanken, die keine Filialen haben, verwenden das sogenannte Post-Ident-Verfahren. Dazu geht man mit den Unterlagen und seinem Ausweis zur Post, die dann die Identität bestätigt und anschließend die Unterlagen zur Bank weiterleitet.

In der Regel sind Angaben wie Name, Adresse, Staatsangehörigkeit und Alter Pflicht. In vielen Fällen prüft das Bankunternehmen auch die Bonität, das heißt die Zahlungsfähigkeit. Dazu muss man meist eine Bonitätsklausel unterschreiben, die das Bankinstitut dazu berechtigt, eine Auskunft über eventuelle Schulden über die SCHUFA einzuholen. Den aktuellen Beruf oder die persönliche Lebenssituation hingegen muss man der Bank nicht verraten. Sind die Unterlagen unterschrieben und die Bonitätsprüfung bestanden, steht dem neuen Konto und dem Wechsel nichts mehr im Weg.

Die benötigten Unterlagen im Überblick

  • Personalausweis oder Reisepass 
  • Antrag auf Kontoeröffnung 
  • Bonitätsklausel (wenn von der Bank gefordert)

Der Kontowechsel – Vereinfachtes Verfahren seit 2016

Vor 2016 musste man für den Kontowechsel selbst alle Unterlagen durchgehen und die Kontoauszüge der letzten Monate heraussuchen, um alle wichtigen Lastschriften und Daueraufträge herauszufiltern. Anschließend musste man die entsprechenden Institute per Post über den Kontowechsel informieren. Seit 2016 ist das Verfahren einfacher und bequemer für den Kunden. Damals wurde ein neues Gesetz erlassen, das die Banken dazu verpflichtet, einen Girokontowechsel-Service anzubieten. Wer sein Konto wechseln möchte, sollte diesen in Anspruch nehmen, denn er ermöglicht einen sehr schnellen und einfachen Wechsel.

Der Kontowechsel-Service

Der Kontowechsel-Service, der bei vielen Banken über das Unternehmen Finreach stattfindet, beinhaltet die meisten Formalitäten, die man sonst selbst erledigen musste. So muss die neue Bank beispielsweise die Auskünfte vom alten Geldinstitut selbst einholen und alle relevanten Zahlungspartner (zum Beispiel Vermieter, Versicherung, Arbeitgeber) herausfiltern. In der Regel erhält man als Kunde automatisch eine Übersicht der Buchungen aus den letzten 13 Monaten. Die Software, mit der die Banken arbeiten, erkennt automatisch die relevanten Partner. Die Liste kann man dann einsehen und gegebenenfalls ändern. Die Durchsicht der Unterlagen bleibt einem also nicht ganz erspart, allerdings muss man nicht mehr selbst alle Kontoauszüge der vergangenen Monate zusammensuchen.

Ein weiterer Vorteil des Wechselservices: Die Bank muss alle relevanten Zahlungspartner per Post über den Wechsel informieren. Das spart eine Menge Zeit und Geld. Bis heute muss die Bekanntgabe über den Wechsel schriftlich per Post geschickt werden. Man selbst hat weder den Aufwand, die Adressen der Zahlungspartner herauszusuchen und Briefe anzufertigen, noch muss man die Druck- und Portokosten tragen. Damit die Benachrichtigungen von der Bank verschickt werden können, muss man lediglich seine Unterschrift einreichen. Das ist mittlerweile auch digital möglich, indem man über Smartphone, Tablet oder PC unterschreibt. Anschließend gehen die Informationsbriefe an die Zahlungspartner.

Relevante Zahlungspartner, die über den Kontowechsel informiert werden müssen, können sein:

  • Arbeitgeber 
  • Stromversorger 
  • Vermietung 
  • Versicherungen 
  • Finanzamt 
  • Internet-/Telefonanbieter 
  • Zeitschriftenabonnements etc.
  • Sportvereine


Achtung: Bei einigen Anbietern – zum Beispiel Amazon oder iTunes – kann die neue Bankverbindung nicht von der neuen Bank geändert werden, sondern nur vom Nutzer selbst über das eigene Kundenkonto. Hierzu muss man sich mit seinen Kundendaten auf der Seite des Anbieters anmelden und die neuen Daten selbst eintragen.

Altes Konto erst später kündigen

In der Regel braucht eine Bank circa 5 Werktage, um den Wechsel durchzuführen. Allerdings kann es immer zu Komplikationen kommen. Man sollte das alte Konto deshalb einige Wochen parallel zum neuen Konto laufen lassen. Empfohlen wird ein Zeitraum von 3 Monaten. In dieser Zeit kann man dann auch kontrollieren, ob man eventuell einen Dauerauftrag oder einen wichtigen Zahlungspartner bei der Übertragung vergessen hat und diesen gegebenenfalls nachträglich hinzufügen.

Quelle: freenet.de
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