Bezahlen im Ausland – so vermeiden Sie hohe Gebühren

Bezahlen im Ausland ist immer ein heikles Thema. Umtauschraten und Gebühren beim Abheben oder Zahlen mit der Karte können schnell zur Kostenfalle werden.
Dmitri Popov // unsplash.com //
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Bezahlen im Ausland ist immer ein heikles Thema. Umtauschraten und Gebühren beim Abheben oder Zahlen mit der Karte können schnell zur Kostenfalle werden.

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© unsplash.com/Greg Ortega
04.07.2017 - 08:00 Uhr von MR

Bei Reisen ins Ausland ist die Kreditkarte ohne Frage das bequemste Zahlungsmittel und mittlerweile bei Millionen Deutschen die erste Wahl. Denn in den meisten Ländern der Welt können Kunden mit ihr zahlen und Geld abheben, während die normale Bankkarte oft nicht akzeptiert wird. Es gibt beim Auslandseinsatz jedoch gewisse Fallstricke und Kostenrisiken, die im Folgenden verständlich präsentiert werden. Ganz umsonst ist der Kreditkarteneinsatz vielerorts nicht, was gerade für den Bargeldbezug gilt. Wer die Gefahren kennt, verhindert aber, Opfer zu hoher Gebühren durch falschen Umgang zu werden.

Kreditkartengebühren sind eine Belastung für die Urlaubskasse

Ist die nächste Reise geplant und gebucht, sollten sich Reisende ein paar Gedanken über ihre bevorstehenden Aufenthalte in der mehr oder weniger weiten Ferne machen. Während die Nutzung einer Firmen-Kreditkarte den jeweiligen Nutzern meist – Stichwort: Spesen – keine eigenen Kosten verursacht, fallen Nutzungsentgelte bei Touristen im privaten Umfeld durchaus als Kostenfaktor ins Gewicht. Nicht selten gibt es beim Öffnen der Abrechnung in der Heimat das sprichwörtliche böse Erwachen. Plötzlich war der Urlaub doch merklich teurer als gedacht. Und das nur, weil der Kreditkarteninhaber sich der besonderen Bedingungen beim Abheben am Geldautomaten oder Zahlen per Karte nicht bewusst gewesen ist.

Entspanntes Shopping im Ausland verlangt gute Planung!

Verbraucher, die noch keine günstige Kreditkarte besitzen, sollten sich vor der Reise einen Eindruck davon verschaffen, welche Karte für ihre Zwecke die richtige ist. Gleichermaßen lohnt es sich für Kreditkartennutzer, die mit ihrer Karte zuhause zufrieden sind, zu vergleichen, ob eine andere Karte für den Urlaub eventuell besser geeignet sind.

Grundgebühren der Karten – ein elementares Vergleichsmerkmal

Bei den monatlichen Grundgebühren handelt es sich natürlich um den ersten Punkt, der immer im Vergleich stehen muss. Schließlich handelt es sich um laufende Kosten, die so oder so entstehen; selbst wenn die Karte vor Ort nicht genutzt werden sollte. Allerdings gibt es diverse Angebote, bei denen Anbieter zumindest für eine ganze Weile auf die Grundgebühr verzichten, um neue Kunden für sich zu gewinnen. Auch eine Prepaid-Kreditkarte ohne Kreditrahmen kann eine Alternative für all jene Nutzer sein, die nur für den Urlaub eine Karte benötigen, in der Heimat aber mit der normalen Girocard oder ganz klassisch in bar zahlen.

Zahlung in Euro kann Karteninhaber teuer zu stehen kommen

Immer wieder tauchen in der Berichterstattung über die Verwendung der Kreditkarte im Ausland Hinweise auf eine drohende Abzocke auf. Das Online-Portal der Zeitung „Welt“ warnt insbesondere vor versteckten Gebühren in Ländern außerhalb der Eurozone. Zunehmend können Kunden Zahlungen unter Verwendung eines Umrechnungsservices abwickeln. Die Dienstleistung scheint komfortabel, kann aber zur regelrechten Gebührenfalle werden. Der Service nennt sich „Dynamische Währungsumrechnung“ (DCC). So müssen Kunden nicht selbst umrechnen, welche Summe sie eigentlich bezahlen.

Eine Wechselkurs-App erfüllt oft denselben Zweck, ist im Idealfall aber kostenlos. Zumal an der Umrechnungs-Dienstleistung nicht nur die privaten Anbieter, sondern vielfach auch Ladeninhaber, Restaurants und andere profitieren, bei denen der Service genutzt werden kann.

Tipp vom Experten:

Kreditkartennutzer zahlen in Nicht-Euro-Ländern am besten in der Landeswährung!

Bei Transaktionen in Fremdwährungen entstehen zwar immer gewisse Kosten, sie fallen aber deutlich überschaubarer aus. Innerhalb Europas beispielsweise bewegen sich die Entgelte im Rahmen von 2,00 bis 4,00 Prozent des Kartenumsatzes, als Minimum berechnen Anbieter meist Pauschalen zwischen 4,00 und 7,50 Euro. Ergänzende Auslandseinsatzgebühren sind außerhalb der EU ebenso zu berücksichtigen.

Wissenswert ist auch, dass Verbraucher, die im Ausland Leistungen von Behörden in Anspruch nehmen, per Karte zahlen sollten, denn Barzahlungen sind in immer mehr Staaten gebührenpflichtig! Das Ziel ist eine Reduzierung des bürokratischen Aufwands sowie der Umstieg auf bargeldlose Systeme insgesamt.

Bargeld nur bei wirklichem Bedarf abheben!

Es ist verlockend, in der Vorbereitung auf den nächsten Ausflug vom Urlaubsort aus rasch noch etwas Bargeld extra abzuheben. Außerhalb der EU, in der viele Kreditkartenanbieter für Abhebungen an Automaten mit dem Logo des Anbieters bzw. der Hausbank inzwischen zumindest einige kostenlose Transaktionen am Bargeldautomaten erlauben, sind Abhebungen an fremden Automaten im Grunde immer mit Kosten verbunden. Die gezielte Abhebung erweist sich außerdem in puncto Sicherheit als die bessere Vorgehensweise! Beachten sollten Kartennutzer außerdem die goldene Regel, dass ihre EC-Karte stets die bessere Wahl ist, wenn im Ausland Automaten der Hausbank zur Verfügung stehen. An Fremdautomaten hingegen führt kein Weg an der Kreditkarte vorbei.

Erst informieren, dann Geld abheben

An jedem Geldautomat finden sich Hinweise auf die anfallenden Kosten pro Abhebung. Wer verschiedene Karten nutzt, kann beim Abheben von Bargeld also besonders gut vergleichen und flexibel agieren. Mitunter lohnt es sich, einen längeren Weg zu einem anderen Automaten zurückzulegen, um dort vielleicht sogar gänzlich gebührenfrei aufs Konto- oder Kartenguthaben zugreifen zu können. Kontoguthaben deshalb, weil viele Kunden heute eine Kreditkarte zum Girokonto erhalten können.

Wohl durchdachte Limits setzen & Guthabenstand abfragen

Viele Karten sind je nach Einkommenslage mit hohen Kreditlinien ausgestattet, die im Urlaub wahrscheinlich nicht vollständig benötigt werden. Mit Blick auf einen möglichen Kartenmissbrauch nach einem Verlust oder Diebstahl im Ausland kann ein Limit Schlimmeres verhindern. Zudem kann verhindert werden, dass man deutlich mehr ausgibt, als vor Abreise festgelegt wurde. Ein Trip ins Ausland verführt manchen Reisenden, allzu freigiebig mit seinem Geld umzugehen. Auf der anderen Seite ist ein zu geringes Kartenguthaben oder eine zu niedrige Kreditlinie problematisch, wenn die Karte das einzige Zahlungsmittel im Ausland ist. Vorübergehende Anhebungen des Verfügungsrahmens sind bei ausreichender Kreditwürdigkeit meist problemlos wie Limit-Einrichtungen.

Sicherstellen sollten Kartennutzer vor allem, dass Kreditkarten für den gesamten Reisezeitraum gültig sind. Sonst ist guter Rat teuer, wenn das mitgeführte Bargeld aufgebraucht ist, der Geldautomat die Ausgabe zusätzlichen Reisebudgets verweigert und Kartenzahlungen abgelehnt werden. Wer vorausschauend plant und eine bedarfsgerechte Kreditkarte sein Eigen nennt, kann sich ganz und gar der Entspannung am Urlaubsort widmen.

Quelle: freenet.de
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