Negative Schufa: Was nun?

Bei negativer Schufa hilft nur noch sparen. Oder doch nicht?
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Bei negativer Schufa hilft nur noch sparen. Oder doch nicht?

© unsplash.com/Fabian Blank
27.02.2017 - 08:00 Uhr von MR

„Leider konnten wir Ihrem Wunsch nach einem Kredit nicht nachkommen.“ Wenn ein Ratenkauf, eine Rechnungsoption oder eine Kreditkarte verwehrt wird, ist es meist schon zu spät. In Deutschland ist mittlerweile jeder Zehnte überschuldet. Doch was passiert wirklich, wenn die Schufa negativ ausfällt?

Was ist die SCHUFA?
Die Aufgabe der SCHUFA ist es, die Zahlungsinformationen und Daten von Personen zu listen. Im Grunde genommen speichert sie die Adresse, den Namen und das Geburtsdatum sowie alle laufenden Zahlungsverpflichtungen. Probleme bekommen Verbraucher erst mit der SCHUFA, wenn darin ein negativer Eintrag gelistet ist. Was man in einem solchen Fall tun kann, erfahren Sie im folgenden Artikel.

Ob Sie nun ein Konto eröffnen oder einen Kredit aufnehmen: Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung speichert alle Informationen dieser Art. Dabei ist die SCHUFA nicht dazu berechtigt, eigene Daten zu erheben. Sie ist vielmehr als Datensammelstelle zu verstehen. Parallel dazu werden Schuldnerverzeichnisse an den deutschen Amtsgerichten ausgewertet, ebenso wie eidesstattliche Versicherungen. Die SCHUFA bekommt für diese Zwecke von ihren Vertragspartnern eine B-Auskunft und eine A-Auskunft. Daraus geht hervor, ob sich ein Kunde gemäß Vertrag verhalten hat.

Was steckt hinter dem SCHUFA-Scoring?
Das ist ein Prognoseverfahren, das sinngemäß einen Score, sprich eine bestimmte Punktezahl, zwischen 1 und 100 ermittelt. Je niedriger die Punktezahl ist, desto schlechter steht es um die finanziellen Prognosen. Gerade wenn es darum geht, einen Kredit zu beantragen oder etwas auf Raten zu bezahlen, rufen Unternehmen diesen Score ab.

Wie entsteht ein negativer Eintrag?
Nun davon auszugehen, dass mit einer einmalig nichtbezahlten Rechnung sofort ein Eintrag bei der SCHUFA erfolgt, ist übertrieben. Erst wenn es zu gerichtlichen Mahnverfahren kommt, werden diese Zahlungsausfälle in Form eines negativen Eintrags vermerkt.

Zunächst einmal erhalten Verbraucher Mahnungen, bevor ein Gläubiger das gerichtliche Mahnverfahren einleitet. Dann liegt ein Mahnbescheid vom Gericht im Briefkasten und daraufhin folgt der Vollstreckungsbescheid. Schlimmstenfalls droht die eidesstattliche Versicherung, wenn der Verbraucher nicht in der Lage ist, seine Schulden zu bezahlen.

Die Folgen von negativen Einträgen
Grundsätzlich stehen im Zusammenhang mit negativen Einträgen unangenehme Folgen für den Verbraucher, denn ein Kredit ist in diesem Fall nicht mehr möglich. Zudem kann man mit einem negativen Eintrag keine Versandhausware auf Rechnung bestellen. EC Karten, Kreditkarten und Handyverträge stehen ebenfalls in Verbindung mit dem Score, der bei negativen Einträgen in den Keller sinkt.

Mittlerweile gibt es effektive Wege zum Beispiel über Umschuldung und spezielle Finanzierungsangebote im Netz, wie von kredit-negative-schufa.de, um aus der Schuldenfalle herauszukommen.

Wie lang bleibt der negative Eintrag in der SCHUFA?
Leider ist es mit der Erledigung der Zahlung nicht getan. Wer erst einmal einen negativen Eintrag hat, muss geduldig sein, denn beglichene Forderungen werden im Tausenderbereich erst nach drei Jahren gelöscht. Kredite werden automatisch drei Jahre nach der Tilgung aus der Datenbank entfernt. Anfragen für einen Kredit oder Eröffnungen von Girokonten gehen wiederum nach einem Jahr aus der Datenbank. Auch die eidesstattlichen Versicherungen verschwinden nach drei Jahren.

Wie prüfe ich meine SCHUFA?
Jeder Verbraucher hat das Recht, sein eigenes Konto einzusehen. Das ist sogar sinnvoll, denn so lassen sich fehlerhafte Daten mittlerweile online korrigieren.

Wie kann man negative Einträge löschen?
In einigen Fällen war es möglich, eine frühere Löschung zu beantragen. Für eine Löschung gelten spezifische Voraussetzungen, wie zum Beispiel ein falscher Negativvermerk oder veraltete Daten. In einigen Fällen kann ein Verbraucher auch nach Ablauf der Frist die negativen Einträge sofort löschen lassen. Hier kann der Verbraucher per Brief die Löschung anfordern. Musterbriefe und Vordrucke gibt es bei der Verbraucherzentrale online. Gerade bei kleineren Beträgen und Forderungen fordern Verbraucher eine schnellere Löschung. Dies gilt auch für eidesstattliche Versicherungen mit der Bestätigung des Gläubigers. Hier benötigt der Verbraucher einen Löschungsbescheid vom Amtsgericht, der als Kopie an die SCHUFA geht.

Am sichersten laufen Kunden, wenn sie das Risiko der negativen Einträge gar nicht erst eingehen. Die Tendenz zur Überschuldung basiert vor allen Dingen auf einem zu unbedarften Umgang mit der eigenen Liquidität. Günstige Ratenkredite und verlockende Angebote sind zumeist nur der Anfang einer Schuldenspirale und im Endeffekt auch viel teurer. Denn mit jeder Ratenzahlung gehen auch Zinsen und versteckte Kosten einher. Viele Verbraucher unterschätzen diesen Faktor gerne und geraten so in die Schuldenfalle.

Von daher ist es ratsam, sich im Ernstfall an einen Schuldenberater zu wenden. Die Vogelstraußtaktik hat in diesen Fällen die prekären finanziellen Situationen oftmals sinnlos verschärft. Auch die SCHUFA punktet online mit einer transparenten Darstellung aller notwendigen Informationen und ist vielmehr als Partner der eigenen Kreditwürdigkeit zu verstehen.

Quelle: freenet.de
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