„Wir sehen uns vor Gericht!“ So finden Sie den richtigen Rechtsanwalt

Wenn es zum Rechtsstreit kommt, ist guter Rat oft teuer. Dann müssen Privatpersonen sich auf die Suche nach einem qualifizierten Rechtsbeistand machen.
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Wenn es zum Rechtsstreit kommt, ist guter Rat oft teuer. Dann müssen Privatpersonen sich auf die Suche nach einem qualifizierten Rechtsbeistand machen.

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16.05.2017 - 08:00 Uhr von MR

Erst kürzlich meldete das Statistische Bundesamt, dass im Jahr 2015 739.500 Personen rechtskräftig verurteilt wurden. Damit liegt die Zahl der Verurteilten wiederum unter der Zahl aus dem Vorjahr. 1,2 Prozent weniger Verurteilte wurden gezählt. Dieser Trend ist keineswegs neu, sondern die Zahl der Verurteilten sinkt seit 2007 kontinuierlich – damals waren es 897.631 Verurteilte. Rechtsanwälte müssen mit Blick auf diese Zahlen allerdings längst nicht um ihre Beschäftigung bangen, denn Streitfälle, die vor Gericht enden, wird es immer geben. Wie Verbraucher dann den passenden Anwalt finden, soll Thema in diesem Ratgeber sein.

1. Recherchieren und informieren, Fachgebiete prüfen

Wer wegen einer Auseinandersetzung rechtlichen Beistand braucht, der sollte zunächst einmal recherchieren. Freunde und Verwandte können mit Blick auf deren Erfahrungen interviewt werden. Wird dabei eine Empfehlung ausgesprochen, muss geklärt werden, ob das Fachgebiet passt. Dann kann ein Termin vereinbart werden. Natürlich sind Freunde und Bekannte meist nicht juristisch bewandert, jedoch können sie oft sehr gut abwägen, wie seriös oder verlässlich ein Anwalt ist. Über die Qualifikation gibt letztlich auch die Zertifizierung Auskunft.

Auch das Rechtsportal des Deutschen Anwaltsvereins wartet mit einer praktischen Suchoption auf, bei der es mehrere Suchvarianten gibt. Gesucht werden kann nach einem Stichwort, einem Ort, einem Rechtsgebiet oder nach einem Fachanwalt. Was den Rechtsanwalt vom Fachanwalt unterscheidet, ist nicht etwa die grundsätzliche Ausbildung, denn diese ist bei allen Anwälten gleich. Alle Rechtsanwälte sind befugt, ihre Mandanten vor Gericht zu vertreten. Um welches Gericht es sich dabei handelt, ist abhängig vom verhandelten Thema.

Dennoch gibt es einen Punkt, der den Rechtsanwalt vom Fachanwalt unterscheidet: „Der Fachanwalt hat sich auf ein oder mehrere Fachgebiete spezialisiert und kann dort besonderes Fachwissen und Erfahrung nachweisen. Bis zu drei dieser Fachanwaltstitel darf ein Rechtsanwalt führen, das heißt, er darf sich auf maximal drei Fachgebiete spezialisieren. Im Umkehrschluss heißt es allerdings nicht, dass er sich in seinem Berufsleben nun auf diese Fachgebiete beschränken muss, er darf weiterhin natürlich auch Fälle aus allen anderen Rechtsgebieten bearbeiten, nur ist er auf diesen Gebieten eben kein Fachanwalt. In der Praxis wird ein Fachanwalt jedoch größtenteils und bevorzugt Fälle bearbeiten, die in sein Fachgebiet fallen.“

Anwälte können sich auf Arbeitsrecht, Baurecht, Erbrecht, Familienrecht, Miet- und Immobilienrecht, Steuerrecht, Verkehrsrecht oder Versicherungsrecht spezialisieren. Wer also Rechtsbeistand in einem Spezialfall sucht, der sollte auch den Weg zu einem Fachanwalt anstreben. Welche einzelnen Leistungen darunter fallen, kann auf der Homepage der Fachanwälte nachgelesen oder im Gespräch eruiert werden. Beispielsweise kann ein Arbeitsrechtler auch einen Blick aufs Zeugnis werfen.

2. Termin vereinbaren, Anwalt und Büro auf den Prüfstand stellen

Wer sich aus der Masse an Rechtsvertretern einen Anwalt herausgepickt hat, der wird in der Kanzlei einen Termin vereinbaren. Eine Sachbearbeiterin, die sich um die Terminierung der Gerichts- und Mandantentermine kümmert, ist übrigens ein Zeichen für „geordnete Verhältnisse“ in einer Kanzlei. Nur wenn ein Anwalt sich auch auf seine eigentliche Arbeit konzentrieren kann (und nicht etwa permanent Anrufe annehmen muss), kann er sich auch auf die Angelegenheiten seines Mandanten konzentrieren.

Tipp: Auch ein Blick auf die Büroorganisation wird bei der Wahl des Anwalts angeraten. Stapeln sich Akten und Zettel querbeet, hinterlässt das sicherlich einen negativen Beigeschmack, denn nur wer Ordnung hält, kann auch schnell und kompetent zu einem Fall Auskunft geben. Zudem fällt die Nicht-Einhaltung von Terminen im Jura-Business nicht in die Rubrik „Kavaliersdelikt“, sondern kann darüber entscheiden, ob ein Fall gewonnen oder verloren wird.

Letztlich ist der Gang zum Anwalt bzw. die Zusammenarbeit mit einem Anwalt auch meist Vertrauenssache. Der Mandant sollte dem Anwalt gegenüber alle relevanten Inhalte aussprechen können, auch wenn der Anwalt nur einen Bruchteil davon in der Verhandlung verwenden wird.

3. Versicherungen empfehlen Anwälte und Fachanwälte

Unternehmern wird dazu angeraten, einen Juristen im Team oder zumindest im Netzwerk zu haben.  Privatpersonen können diesen Tipp in der Praxis allerdings nur schwer umsetzen, denn wie eingangs bereits beschrieben, gibt es für verschiedene Rechtsangelegenheiten auch Spezialisten. Sich für jeden Streitfall den entsprechenden Jura-Profi zu „halten“ ist meist nicht umsetzbar.

Wer bereits mit einem Anwalt gut zusammengearbeitet hat, kann hier auch eine entsprechende Empfehlung abfragen. Häufig arbeiten Anwälte mit verschiedenen Schwerpunkten auch zusammen in einem Kanzlei-Büro. Unterstellt wird nun, dass nur diejenigen zusammenarbeiten, die ähnlich gut, zuverlässig und ordentlich sind.

Für einen Tipp kann auch die Rechtsschutzversicherung angefragt werden, wenn diese eine Servicenummer offeriert. Wer ohnehin im Kontakt mit der Versicherung steht, kann direkt abfragen, wie die Modalitäten sein müssen, um einen reibungslosen Ablauf des Versicherungsfalls zu gewährleisten.

Quelle: freenet.de
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