Kostenfresser im Haushalt

Kostenfresser im Haushalt
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Kostenfresser im Haushalt

 

Beim Blick auf die Stromrechnung stehen vielen Verbrauchern die Haare zu Berge, denn der Strom wird immer teurer. Wie Sie trotzdem sparen können, lesen Sie hier.

Beim Blick auf die Stromrechnung stehen vielen Verbrauchern die Haare zu Berge. Strom wird immer teurer, trotz der Liberalisierung des Strommarktes, die eigentlich für mehr Wettbewerb und sinkende Preise sorgen sollte. So muss ein dreiköpfiger Durchschnittshaushalt derzeit Monat für Monat knapp 60 Euro für die Energie aus der Steckdose hinblättern.

Teure Energieverschwendung
Doch ungeachtet der historischen Spitzenpreise zapfen die meisten Verbraucher weiterhin großzügig ihre Steckdosen an - etwa weil sie elektrische Geräte Tag und Nacht im bequemen Schlummerbetrieb laufen lassen. In der Regel sind es besonders Unterhaltungsgeräte wie Fernseher, DVD-Player, Stereo-Anlage oder Computer, die rund um die Uhr auf Knopfdruck im stillen aber teuren Stand-by-Modus auf ihren Einsatz warten.

Pro Jahr verschleudern die Bundesbürger so gut 18 Milliarden Kilowattstunden Strom, wie Forscher am Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) in Karlsruhe berechnet haben. Dabei lässt sich mit wenig Aufwand viel Geld sparen. Schon geringe Änderungen der Alltagsgewohnheiten können Ihnen helfen, teuren Strom zu sparen und Ihren Geldbeutel um bis zu mehrere hundert Euro im Jahr zu entlasten.

Augen auf beim Stromverbrauch
So lohnt es beispielsweise, immer ein Auge auf den Stromverbrauch der großen Haushaltsgeräte zu haben. Schließlich verschlingen Kühl- und Gefrierschränke sowie andere Haushaltsgeräte knapp ein Drittel des von Privatleuten verbrauchten Stroms. Daher sollten bereits beim Kauf neuer Geräte die Verbrauchszahlen ausschlaggebend sein. So kann eine Familie etwa beim Erwerb einer Spülmaschine der niedrigen Energieverbrauchsklasse A verglichen mit der weniger umweltfreundlichen Klasse B jährlich 20 Euro an Stromkosten sparen.

Kühl- und Gefrierschränke richtig nutzen
Wählen Sie die richtige Kühltemperatur: Im Kühlschrank reichen zum Frischhalten der Lebensmittel rund sieben Grad aus. Das Gefrierteil braucht nicht stärker als auf minus 18 Grad zu kühlen. Überlegen Sie vor Öffnen der Geräte, was sie herausnehmen wollen. Denn durch jedes Öffnen entweicht Kälte, die erst wieder produziert werden muss. Achten Sie zudem auf Ordnung, um nicht übermäßig Zeit mit Suchen zu vergeuden.

Wichtig ist bei Kühl- und Gefrierschränken auch die richtige Aufstellung. Stellen Sie die Geräte nicht neben Heizung oder Herd und schützen Sie sie vor direktem Sonnenlicht. Denn eine um ein Grad höhere Umgebungstemperatur erhöht bei Kühlschränken den Stromverbrauch bereits um vier Prozent. Achten Sie zudem auf freie Lüftungsgitter bei den außen liegenden Kühlschlangen.

Während des Urlaubs kann der Kühlschrank auf kleinster Stufe laufen oder selbst Urlaub machen. Im zweiten Fall sollte die Tür offen bleiben, da sich sonst im Gerät Schimmel bilden kann. Ebenfalls wichtig: Lassen Sie erhitze Speisen abkühlen, bevor sie in den Kühlschrank kommen und tauen Sie die Kühlgeräte regelmäßig ab. Übrigens: So genannte No-Frost-Geräte, die die Vereisung mit permanenten Luftstrom aus einem kleinen Gebläse verhindern, sind zwar komfortabel, benötigt aber für den Ventilator zehn bis 30 Prozent mehr Strom.

Die richtigen Lampen wählen
Allein durch den Austausch einer Glühlampe - die über 90 Prozent des aufgenommenen Stroms in nutzlose Wärme umwandelt - durch eine Energiesparlampe lassen sich jährlich zehn Euro sparen. Die Lichtausbeute der Energiesparlampen ist bis zu acht Mal höher, ihre Lebensdauer durchschnittlich zehn Mal länger. Allerdings leidet sie stark unter häufigem Ein- und Ausschalten. Für Räume, in denen das Licht also immer nur kurz brennt (wie Bad, Keller, Treppenhaus) besser Glühlampen nehmen.

Nicht mit Strom heizen
Verzichten Sie, soweit möglich, auf elektrische Heizlüfter oder Radiatoren. Schließlich kostet Strom mehr als dreimal so viel wie Gas. Falls erforderlich, achten Sie auf ausreichend abgedichtete Fenster und Türen und überheizen Sie ihre Räume nicht. Denn jedes Grad zuviel steigert den Heizaufwand um sechs Prozent. Übrigens, als optimal für die Atemwege gelten Temperaturen zwischen 18 und maximal 20 Grad. Wem das zu frisch ist, der kann sich mit Pulli, langen Hosen und warmen Socken behelfen.

Beim Kochen Restwärme und Deckel nutzen
Nutzen Sie beim Kochen mit einem E-Herd gezielt die Restwärme. Diese reicht noch zum Kochen, wenn Sie die Kochplatte zehn Minuten vor Ende der Garzeit ausschalten. Achten Sie zudem darauf, dass Sie die zur Topfgröße passende Herdplatte nehmen und den Topf mit einem passenden Deckel verschließen.

Bis zu 50 Prozent Energie sparen können Sie durch den häufigen Einsatz eines Schnellkochtopfs, der zudem die Garzeiten erheblich verkürzt. Und da kleine Mengen Wasser deutlich schneller kochen, sparen Sie bei Kartoffeln und Gemüse ruhig mit dem Wasser und damit auch beim Strom.

Gas- statt E-Herd
Haben Sie in der Wohnung einen Gasanschluss sollten Sie beim nächsten Herdkauf auf einen Gasherd setzen. Gas wird zu beinahe 100 Prozent in zielgerichtete Wärme umgewandelt. Beim E-Herd geht wesentlich mehr Energie in Form von Abwärme verloren. Zudem ist Gas deutlich billiger als Strom.

Achtung, Stromräuber!
"Aus" ist längst nicht immer das Gleiche wie "vom Netz". Denn die meisten Geräte wie Fernseher, Videorekorder, DVD-Spieler, Stereo-Anlagen, Computer und Anrufbeantworter saugen auch dann heimlich Strom, wenn der Off-Schalter gedrückt wurde. Im teueren Stand-By-Modus warten die Geräte auf Signale von der Fernbedienung oder aus der Datenleitung, die sie in (Normal-) Betrieb versetzen sollen.

Besser also den Stecker ziehen oder eine abschaltbare Steckdosenleiste vorschalten. Während bei Fernsehern so nur 3,50 pro Jahr eingespart werden, sind es beim CD-Spieler schon zehn Euro, beim DVD-Rekorder über 30 Euro und beim Verstärker der Stereoanlage bis zu 70 Euro. Aufs Jahr gesehen läppern sich da in einem Drei-Personen-Haushalt schon mal schnell bis zu 200 Euro zusammen.

Sparen beim Wäsche waschen...
Muss es bei der Waschmaschine wirklich immer 95 oder 60 Grad sein? Auch bei 60 statt 95 und 40 statt 60 Grad wird normal verschmutzte Wäsche hygienisch sauber. Nebenbei sparen Sie so bis zu 30 Prozent an Strom. Weitere zehn Prozent sparen Sie durch das Weglassen der Vorwäsche.

...und Geschirrspülen
Bei einer Spülmaschine genügen meistens schon 55 Grad. Heißere Programme sollten Sie nur bei wirklichen "Härtefällen" verwenden. Auch ein Vorspülen unter fließendem Wasser ist unnötig und kostet nur Wasser und Energie.

In die Vollen...
Sowohl für Spül- als auch Waschmaschine gilt: Erst anstellen, wenn sie wirklich voll sind. Bei halber Füllung verschleudern Sie rund 50 Prozent an Energie und Wasser. Für solche Fälle gedachte Sparprogramme sparen jedoch nur zwischen 20 und 30 Prozent.

Leine statt Trockner
Die Stromkosten für Abluft- oder Kondensationstrockner addieren sich im Jahr schnell auf 80 bis 90 Euro. Zwei Wäscheständer sind dagegen einmalig schon für 15 bis 20 Euro zu kaufen. Oder können Sie gar auf dem Wäscheboden eine Leine spannen?

Kleiner Tipp: Stellen Sie einen kleinen 25-Watt-Ventilator (ca. zehn Euro) so auf, dass die Luft zwischen den Wäschestücken hindurch weht und diese bewegt. Das verkürzt die Trockenzeit und macht die Wäsche zudem weich und glatt wie in einem Trockner.

Stromanbieter wechseln
Große Einsparmöglichkeiten können sich durch den Wechsel des Stromanbieters oder des Stromtarifs ergeben. Im Internet finden Sie zahlreiche Möglichkeiten, die verschiedenen Tarife zu vergleichen. Achten Sie beim Wechsel jedoch auf etwaige Nebenkosten, wie Zählermiete, Öko- und Mehrwertsteuer sowie Durchleitungskosten von Ihrem neuen Anbieter bis zu Ihrem Haus.


Quelle: freenet.de
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