Digitalisierung im Gesundheitswesen - diese Angebote sollten Verbraucher kennen

Bei vielen Erkrankungen ist man auf eine ärztliche Betreuung angewiesen.
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Bei vielen Erkrankungen ist man auf eine ärztliche Betreuung angewiesen.

© Flickr doctor-visit Fieldwork Inc. CC0 1.0 Öffentliche Domäne
14.12.2018 - 10:00 Uhr von freenet

Bei Erkrankungen digitale Hilfe in Anspruch nehmen. Der digitale Wandel ist auch im Gesundheitswesen angekommen. Neue Anwendungen sollen die Gesundheitsversorgung der Bürger verbessern, vor allem auf dem Land, wo es immer weniger niedergelassene Ärzte gibt. Mit Angeboten wie der Videosprechstunde mit einem Facharzt können Patienten schnell Symptome abklären. Das ist vor allem für alte Menschen ideal, die nicht mehr mobil sind. Welche Angebote sollten Verbraucher kennen?

Immer weniger Vertragsärzte
Seit Jahren sinkt die Anzahl der niedergelassenen Ärzte mit Kassenzulassung. Während es im Jahr 2016 noch 107.295 sogenannte Vertragsärzte gab, waren es Ende 2017 1.361 weniger. Ein weiterer Rückgang der niedergelassenen Ärzte wird auch für die nächsten Jahre erwartet, denn rund 45 Prozent sind zwischen 50 und 59 Jahre alt, 21,1 Prozent gehören zur Altersgruppe der 60- bis 65-Jährigen und jeder zehnte Vertragsarzt ist sogar älter als 65 Jahre. Gleichzeitig sind immer mehr Menschen durch die steigende Lebenserwartung auf einen Arzt angewiesen.

Das E-Health-Gesetz entstand als Reaktion auf beide Entwicklungen; es soll eine sichere Infrastruktur etablieren, sodass die Möglichkeiten der Digitalisierung für die Gesundheitsversorgung genutzt werden können. Ein Baustein ist die elektronische Gesundheitskarte, die es seit dem 1. Januar 2015 gibt. Damit kann jeder Verbraucher beim Arztbesuch seinen Versicherungsstatus nachweisen. Die medizinischen Informationen werden sicher ausgetauscht und der Verbraucher weiß, dass seine persönlichen Daten geschützt sind.

App analysiert Symptome
Durch die sinkende Anzahl der niedergelassenen Ärzte müssen Patienten immer länger auf Termine warten und weitere Wege in Kauf nehmen. Wer schnell Gewissheit über die eigenen Symptome haben möchte, recherchiert deshalb oftmals im Internet. Viele Mediziner warnen jedoch vor einer Selbstdiagnose mit "Dr. Google", da eine Suchmaschine nur unzureichend hilft und den Betroffenen unter Umständen noch mehr verunsichert. Die Techniker Krankenkasse möchte Patienten nun eine seriöse Möglichkeit geben, digital um Rat zu fragen. Dazu macht sich die Krankenkasse eine künstliche Intelligenz des Berliner Start-ups Ada Health zunutze und integriert diese in ihre eigene App "TK-Doc", die ab Anfang 2019 in den App-Stores verfügbar sein soll. Bei Ada handelt es sich um ein Programm, das Symptome und Informationen des Erkrankten abfragt, wahrscheinliche Krankheiten nennt und zu einem Arztbesuch rät, wenn dieser nötig ist.

Dieser integrierte Symptomcheck der Techniker Krankenkasse wird durch die Option der Kontaktaufnahme mit einem Arzt ergänzt. Die App ist eine weitere Möglichkeit für Mitglieder der Krankenkasse, digitale Leistungen der Gesundheitsversorgung wahrzunehmen. Schon länger bietet die Techniker Krankenkasse auf ihrer Website sowie auf den Websites von Kooperationspartnern wie der Envivas Informationen zu ihrem Versicherungsangebot, zu Krankheitsbildern und zu Zusatzversicherungen an.

Bei Anruf Arzt
Notaufnahmen haben immer häufiger mit Patienten zu tun, die mit ihren Symptomen bei einem Hausarzt besser aufgehoben wären. Das bindet Kapazitäten, die für die Versorgung echter Notfälle fehlen. Auch hier kann die Digitalisierung Notaufnahmen und Krankenhäuser entlasten. Dafür wurde vor einigen Jahren die Bereitschaftsdienstnummer 116117 der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) eingeführt, unter der Erkrankte ihre Symptome abklären können. Doch eine Umfrage zeigt, dass nicht mal jeder zehnte Verbraucher diese Nummer kennt. Eine Kampagne für 2019 soll den Bereitschaftsdienst nun bekannter machen.

Seit 2017 dürfen Ärzte zudem die sogenannte Videosprechstunde anbieten, bei der sie ihre Patienten per Live-Chat medizinisch betreuen. Mit diesem Angebot können nicht nur ärztliche Versorgungsengpässe in ländlichen Regionen überbrückt, sondern auch ältere Menschen geschont werden. Voraussetzung ist jedoch, dass die technischen Anforderungen wie eine Internetverbindung erfüllt sind und der Haus- oder Kinderarzt die Videosprechstunde über einen zertifizierten Videodienstanbieter laufen lässt. Bisher bieten erst wenige Ärzte in Deutschland die Videosprechstunde an, da noch viele Fragen ungeklärt sind. Als Verbraucher sollte man seinen Arzt persönlich ansprechen, ob er die digitale medizinische Betreuung anbietet.

Quelle: freenet.de
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