So hoch ist das Krebsrisiko bei Oralsex

Schmeckt uns gar nicht: ist Oralsex tatsächlich die Ursache für
Krebs in Mund und Rachen? Ja, sagen Forscher. Wir haben uns
umgehört
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Schmeckt uns gar nicht: ist Oralsex tatsächlich die Ursache für Krebs in Mund und Rachen? Ja, sagen Forscher. Wir haben uns umgehört

© Roman Samborskyi / Shutterstock.com
13.11.2017 - 10:00 Uhr

Kann Oralsex wirklich das Krebsrisiko in Mund und Rachen erhöhen? Mediziner sprechen von einer steigenden Anzahl an Männern, die von der Krankheit betroffen sind.

Oralsex kann gefährlich sein

Lange Zeit galt es als Panikmache, jetzt ist es auch von Medizinern bestätigt: Oralsex kann für Männer gefährlich sein. In den letzten Jahren sollen immer mehr Neuerkrankungen von Mund- und Rachenkrebs vom Humanen Papillovirus (HPV) ausgelöst worden sein. Schuld daran sei häufig das Praktizieren von Oralsex. Der Schauspieler Michael Douglas machte bereits im Jahr 2013 darauf aufmerksam, dass sein überstandener Zungenkrebs durch Oralsex ausgelöst worden sei.

Humanen Papillovirus (HPV)

HPV ist vor allem dafür bekannt, dass es bei Frauen Gebärmutterhalskrebs auslösen kann. In den letzten Jahren sank die Zahl der Neuerkrankungen, weil sich immer mehr Frauen impfen lassen. HP-Viren werden am häufigsten beim Geschlechtsverkehr, Oral- und Analsex übertragen. Es gibt mehr als 150 Virustypen, die meisten sind allerdings harmlos. Rund 40 Typen kommen im Genitalbereich vor.

Krebsrisiko hoch

Nicht jede Infektion mit HPV führt zu Krebs. Laut dem Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) sollen sich bis zu 80 Prozent aller sexuell aktiven Menschen einmal in ihrem Leben mit HPV anstecken. Bestimmte Typen des Virus sollen aber auch für Krebserkrankungen in Mund-, Rachen-  und Kehlkopfraum bei Männern verantwortlich sein. Das bestätigt eine US-Studie, deren Ergebnisse im Fachmagazin "Annals of Oncology" veröffentlicht wurden.

Risiko steigt durch Alkohol und Rauchen

Laut den Studienergebnissen sind vor allem Raucher, die in ihrem Leben mit mehr als 5 Partnerinnen Oralsex praktiziert haben, gefährdet. Auch Alkohol erhöht die Wahrscheinlichkeit für die Erkrankung. Die gute Nachricht: Krebs in Mund-, Rachen- oder im Kehlkopfraum sind relativ selten. Jedes Jahr erkranken, laut Robert-Koch-Institut, rund 10000 Männer an dieser Krebsform. Zum Vergleich: an Prostatakrebs erkranken jährlich 65000 Männer.

Um sich zu schützen, muss man aber nicht zwingend auf Oralsex verzichten. Effektiver ist es, dem Alkohol und den Zigaretten abzuschwören. Außerdem können sich Männer, wie es viele Frauen bereits tun, gegen HPV impfen lassen. Ob die Impfung zu einer sinkenden Anzahl der Krebsfälle führt, kann die Wissenschaft bisher nur vermuten.

Quelle: 2017 Men’s Health – Rodale-Motor-Presse GmbH & Co. KG
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