Richtig desinfizieren: Was ist beim Hausputz wichtig?

Desinfektionsmittel zu Hause benutzen: ergibt das Sinn?
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Desinfektionsmittel zu Hause benutzen: ergibt das Sinn?

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Hygiene hat in Zeiten der Corona-Pandemie höchste Priorität. Haushaltsexpertin Sabine Haag erklärt im Interview, worauf es jetzt beim Putzen und Desinfizieren in den eigenen vier Wänden ankommt.

Während der Corona-Pandemie erscheint etwas, das eigentlich selbstverständlich ist, noch wichtiger denn je: Hygiene. Regelmäßiges, gründliches Händewaschen und Desinfizieren gehören mittlerweile zur Tagesordnung.

Nicht nur unterwegs sollten wir Hände und Co. von Keimen befreien, auch in den eigenen vier Wänden gilt es, Hygiene groß zu schreiben. Worauf beim Putzen unbedingt zu achten ist, erklärt Sabine Haag, Autorin von "Mein Haushalt - natürlich sauber" (TOPP Verlag), im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news.

Putzmittel: Diese Reiniger brauchen Sie wirklich

  • Backpulver
    Auch wer nicht zu den Hobbybäckern gehört, sollte immer einen kleinen Vorrat an Backpulver zu Hause haben. Es kann gegen Verschmutzungen eingesetzt werden und hilft sogar gegen starke Verkrustungen in Töpfen und Pfannen. Toller Nebeneffekt: Backpulver bekämpft sogar Flecken in der Kleidung und schlechte Gerüche aus dem Sofa.
  • Scheuermilch
    Ein Mittel, das sich mit Recht als Zaubermittel bezeichnen könnte, ist die Scheuermilch. Sie schafft es selbst die hartnäckigsten Verschmutzungen zu beseitigen. Einsetzen können Sie sie vor allem im Badezimmer sowie der Küche.
  • Universalreiniger
    Beim Universalreiniger ist der Name eindeutig Programm. Er kann für die unterschiedlichsten Zwecke genutzt werden und ist absolut unkompliziert in seiner Anwendung. Nutzen Sie ihn, wenn Sie Verschmutzungen von glatten Oberflächen lösen möchten, wenn Sie Ihren Fußboden reinigen wollen oder säubern Sie Ihren Herd. Auch Kalkrückstände und Abdrücke auf Edelstahloberflächen können Sie damit beseitigen – und auf den speziellen Edelstahlreiniger verzichten.
  • Waschsoda
    Wer Fett beseitigen möchte, sollte unbedingt zu Waschsoda greifen. Die Lauge hilft nicht nur gegen Verschmutzungen, sondern hemmt zudem die Bakterienbildung, lässt schlechte Gerüche verfliegen und kann sogar gegen Schimmel helfen. Waschsoda eignet sich perfekt als Abflussreiniger und hält auch den Ofen sauber. Achten Sie aber darauf, Handschuhe zu tragen, da Soda die Haut entfetten kann.
  • Geschirrspülmittel
    Wer sich sauberes Geschirr wünscht, kommt am Geschirrspülmittel natürlich nicht vorbei. Doch der Reiniger eignet sich nicht nur für Teller, Besteck und Co., sondern kann auch zum Säubern schmutziger Oberflächen verwendet werden. Auf diese Weise wird das Spülmittel zum Ersatz für den Kochfeld- und Backofenreiniger. Achten Sie aber darauf, dass nach dem Trocknen keine störenden Schlieren entstehen!
  • WC-Reiniger
    Klar: Für jeden von uns ist eine saubere Toilette selbstverständlich. Damit Sie sich wohlfühlen, ist ein klassischer WC-Reiniger daher ein Muss. Mit ihm wird die Innenseite der Toilettenschüssel effektiv gereinigt. Am besten funktioniert er übrigens, wenn Sie ihn ein paar Minuten einwirken lassen.
  • Essigreiniger
    Essigreiniger wird vor allem dazu verwendet, Kalkrückstände zu entfernen – deshalb ist er vor allem in der Küche sowie im Badezimmer zu finden. Selbst hartnäckiger Kalk hat dank Essig keine Chance mehr. Lassen Sie die Rückstände am besten einige Zeit lang einweichen und entfernen Sie sie dann sanft. Ein zusätzlicher Badreiniger oder ein Spezial-Produkt gegen Kalk ist dann nicht mehr vonnöten.

Hygiene und Sauberkeit sind dieses Jahr aufgrund der Corona-Pandemie wichtiger denn je - auch in den heimischen vier Wänden. Welche Orte sollten in Zeiten der Pandemie noch häufiger geputzt werden?

Sabine Haag: Egal, ob Pandemie oder normale Erkältungswelle: Es gibt ein paar Stellen im Haus, die wir während dieser Zeit besonders oft reinigen sollten.

Dazu gehören Türklinken und Lichtschalter, aber auch der Wasserhahn, den wir nach dem nach Hause kommen ja als erstes anfassen, um unsere Hände zu waschen. Viren und Keime warten nämlich geduldig auf einen "Mitnehmer" - und so bleiben sie erst einmal vor der Tür.

Ein Träger, auf dem sich immer sehr viele Bakterien anhaften, ist das Smartphone. Rund 85 Mal benutzen wir unser Handy am Tag. Das sind genug Gelegenheiten, um Keime direkt auf das Display zu befördern.

Reinigen lässt es sich mit einem minimal mit einer Mischung aus Essigessenz und Wasser angefeuchteten Tuch. Bitte niemals direkt auf das Handy sprühen!

Neben den eben erwähnten Gegenständen lassen sich die meisten Keime in der Küche finden. Tatsächlich wohnen im Kühlschrank mehr Keime als auf einer Toilettenbrille. Nicht nur in virenreichen Zeiten sammeln sich in der Küche auf allen Griffen, etwa dem Kühlschrank, Wasserkocher, Toaster oder Wasserhahn, die meisten Keime.

Besonders schlimm sind Spüllappen, Schwämme und Küchentücher. Ich tausche diese alle zwei bis drei Tage aus und wasche sie heiß in der Waschmaschine - so werden alle Keime und Bakterien abgetötet. Was man zurzeit ebenfalls häufig wechseln sollte, sind Handtücher.

Wie sollten wir in Zeiten der Corona-Pandemie beim Putzen vorgehen?

Haag: Solange wir niemand Erkranktes im Haushalt haben, können wir alle Oberflächen ganz normal mit einem Haushaltsreiniger, Spülmittel oder mit einer verdünnten Essigessenz abwischen. Das reicht vollkommen aus.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, der kann sich eine eigene Mischung aus ätherischen Ölen und Wasser herstellen. Limone und Teebaumöl wirken beispielsweise antiviral. Das ist besser für die Umwelt.

Ist jemand im Haus erkrankt, reicht meistens ebenfalls ein haushaltsübliches Reinigungsmittel. Täglich müssen alle Oberflächen wie Toiletten, Lichtschalter, Türgriffe, Nachttische, Bettrahmen und andere Schlafzimmermöbel, mit denen der Erkrankte in Kontakt kommt, gründlich abgewischt werden.

Ich kann in unserer jetzigen Lage aber durchaus verstehen, wenn man beim Putzen auf ein Desinfektionsmittel zurückgreift.

Was gilt es beim Putzen mit Desinfektionsmittel zu beachten?

Haag: Das Präparat muss immer mindestens "begrenzt viruzid" sein, damit es wirkt und es sollte nicht über die Krankheit hinaus genutzt werden, da seine Inhaltsstoffe dem Körper und der Umwelt schaden können.

Wichtig beim Einsatz von Desinfektionsmittel ist außerdem, immer die Packungsanweisung zu beachten, damit das Desinfektionsmittel auch wirklich wirkt.

Handdesinfektionsmittel sollten nicht für Flächen eingesetzt werden, da sie Zusatzstoffe und Rückstände auf den Flächen hinterlassen können. Und: Nicht alle Desinfektionsmittel für Flächen eignen sich für alle Oberflächen. Sie können sie angreifen und im schlechtesten Fall sogar zerstören.

Sprühdesinfektion ist eigentlich nur dann sinnvoll, wenn man Dinge desinfizieren möchte, die nur schwer erreichbar sind. Denn beim Sprühen hat man oft den negativen Nebeneffekt, dass man das zerstäubte Desinfektionsmittel mit einatmet.

Und auch hier nicht vergessen: Immer ausreichend lange einwirken lassen - mindestens 20 bis 30 Sekunden. Und dann abwischen! Denn mit diesem "mechanischen" Vorgang werden zusätzlich noch mal Keime entfernt.

Sollten wir mehr und gründlicher putzen, wenn viele Personen in einem Haushalt leben?

Haag: Ich würde mal sagen: jein. Je mehr Personen, desto mehr Dreck, desto mehr Putzen. Das gilt in normalen Zeiten genauso wie in der Pandemie. Aber das ist ja auch klar: Ein Haushalt mit kleinen Kindern und Haustieren macht mehr Schmutz als ein Singlehaushalt.

Aber in Corona-Zeiten steigt der Aufwand nicht wirklich, da man ja nicht permanent hinter jeder einzelnen Person her putzen muss.

Sollten wir aktuell auch öfter die Bettwäsche wechseln?

Haag: Normalerweise reicht ein Wechsel wöchentlich, allerspätestens alle zwei Wochen sollten wir die Bettwäsche tauschen, wenn wir nicht so stark schwitzen.

Wenn wir krank sind und uns richtig schrecklich fühlen, ist das Bett der perfekte Ruheort - leider auch für Viren und Bakterien, die im Gewebe bleiben. Also benötigen Kissen- und Bettbezüge eine Sonderbehandlung.

Ist das Schlimmste überstanden, muss die Bettwäsche, am besten bei 90 Grad, gewaschen werden. Das ist nicht nur wegen der Ansteckung wichtig, sondern auch, weil der kranke Körper sehr viel schwitzt. Kontaminierte Wäsche am besten separat waschen.

Und die schmutzige Wäsche nicht schütteln und einen direkten Hautkontakt vermeiden.

Quelle: spot on news AG
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