Urlaub à la halal: Darum erobern Halal-Reisen den Markt

Koran und Kompass statt Alkohol: Eine Halal-Reise stellt
besondere Anforderungen an Hotel und Umgebung
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Koran und Kompass statt Alkohol: Eine Halal-Reise stellt besondere Anforderungen an Hotel und Umgebung

© Shutterstock.com/ Ingus Kruklitis
17.04.2017 - 15:15 Uhr

Muslime haben im Jahr 2015 rund 155 Milliarden US-Dollar in die Kassen der Reiseveranstalter gespült. Kein Wunder, dass die Tourismus-Branche dem Trend der Halal-Reisen folgt und den Sektor weiter ausbaut - auch in Deutschland.

Katholiken, Protestanten, Hindus, Buddhisten und natürlich auch Muslime - sie alle wollen Urlaub machen. Die Reisebranche hat sich mittlerweile auf jeden Urlauber eingestellt. Für Reisende aus muslimisch geprägten Ländern gibt es Hotelzimmer samt Koran und Gebetsteppich mit Ausrichtung gen Mekka. Es gehört beim Trend der Halal-Reisen gar zum Standard.

Strenggenommen bezieht sich das Attribut "halal" lediglich auf das Essen, mittlerweile hat der Begriff dank Halal-Musik und Halal-Reisen auch eine Verwendung in anderen Bereichen des Alltags gefunden. Die Tradition schreibt vor, dass ein Muslim kein Schweinefleisch verzehren darf und Tiere nur dann verspeist werden können, wenn sie geschächtet wurden. Das gilt zu Hause ebenso wie im Urlaub.

Koran und Kompass statt Alkohol

Die Hotelküche des Adlon Kempinski in Berlin beispielsweise, bezieht ihr Fleisch von einem arabischen Restaurant und erfüllt somit ein Hauptkriterium für eine Halal-Reise - die richtigen Speisen. Aber welche Anforderungen hat ein Muslim noch an einen solchen Urlaub? Ein wichtiger Punkt ist der Alkohol. Wo es bei anderen Urlaubern schon mal ein Bierchen oder ein Glas Wein sein darf, gilt für den gläubigen Muslim Alkoholverbot. Das heißt: Keine Minibar.

Kein Alkohol auf dem Zimmer, aber der Koran auf dem Nachtkästchen und der obligatorische Gebetsteppich mitsamt Kompass sind ein absolutes Muss. Daneben bieten viele Hotels auch einen eigenen Gebetsraum, der streng nach Geschlechtern getrennt ist, oder es ist zeitlich geregelt, wann Männer und Frauen beten können. Ebenfalls nach Geschlechtern getrennt ist bei Halal-Hotels der Spa- und Wellnessbereich, oder es ist ein Sichtschutz vorhanden. Ansonsten sind Burkini oder knielange Badehose Pflicht.

Halal-Menü an Bord

Ist das passendes Hotel gefunden, stellt sich natürlich noch die Frage: Wie hinkommen? Denn eine Airline, die kein Halal-Essen anbietet, kommt nicht infrage. Fluglinien aus muslimischen Ländern, wie etwa Qatar Airways, werben sogar damit, dass diverse Gerichte "halal" sind, diese müssen allerdings gesondert bestellt werden.

Wer jetzt denkt, Halal-Reisen seien nur etwas für Muslime, der irrt. Immer mehr Nicht-Muslime schätzen diesen etwas anderen Urlaub.

Quelle: spot on news
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