So nutzen Sie Ihre alten Smartphones noch sinnvoll

So nutzen Sie Ihre alten Smartphones noch sinnvoll
Sie haben ein neues Smartphone? Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihr altes Gerät noch sinnvoll einsetzen können!
Bild 1 von 65

So nutzen Sie Ihre alten Smartphones noch sinnvoll

Sie haben ein neues Smartphone? Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihr altes Gerät noch sinnvoll einsetzen können!

© Thinkstock
Sun Dec 18 17:35:00 CET 2016 - Sun Dec 18 17:35:00 CET 2016 Uhr

Smartphones stehen einem PC technisch in nichts nach und eignen sich besonders für das Re-und Upcycling. Denn die leistungsstarken Geräte können noch anderweitig genutzt werden.

Bei einem Schaden am Smartphone setzt schnell die Panik ein. Sollte das Display gesprungen sein oder der Akku nicht mehr funktionieren, neigen einige Nutzer dazu, sich schnell ein neues Gerät zu kaufen. Dies muss aber nicht sein, da Smartphones abseits ihrer eigentlichen Bestimmung zahlreiche anderweitige Aufgaben erfüllen können. Bevor Sie Ihr Smartphone dem Elektroschrott zuführen, haben Sie diverse Möglichkeiten, es weiterhin - nur anders - zu nutzen, sei es als Radio, IP-Kamera oder gar Platinenrechner. Denn die CPU-Leistung, RAM- und Peripherie-Ausstattung von Smartphones kann es mit PCs aufnehmen. Der einzige Nachteil sind die Anschluss-Ports, aber auch hier existieren Lösungen. So lässt sich beispielsweise bereits ein älteres Android-Smartphone als WLAN-Empfänger einsetzen:

  1. Falls Ihr PC oder Notebook über kein Kabel oder keinen funktionierenden WLAN-Adapter verfügt, kann das Smartphone hier als Ersatz genutzt werden. Dafür muss lediglich das Smartphone mit dem WLAN verbunden sein und per USB an das entsprechende Gerät angeschlossen werden.
  2. Dafür wählen Sie unter "Verbindungen" zunächst den Punkt "Weitere Einstellungen", danach "Tethering" und zum Schluss "USB-Tethering".
  3. Nach erfolgter Aktivierung bekommen Sie am PC oder Notebook eine Kabelnetzverbindung angezeigt und können danach regulär das Internet nutzen. Dies funktioniert aber auch noch im größeren Maßstab, denn ein Smartphone kann auch zum mobilen WLAN-Hotspot ausgebaut werden. Dies ist vor allem für Nutzer attraktiv, die selbst kein Mobilfunknetz zu Hause haben.
  4. Um via Notebook oder Tablet online gehen zu können, muss das Smartphone per "Mobile Daten" eine Verbindung zum Internet herstellen.
  5. Danach wählen Sie unter dem Punkt "Verbindungen" den Unterpunkt "Weitere Einstellungen", dann "Tethering" und zum Schluss "Mobiler WLAN-Hotspot" aus.
  6. Nun können Sie andere Geräte mit dem WLAN verbinden. Diese Technik ist dabei nahezu überall einsetzbar. Auf diese Weise können Sie beispielsweise Ihr Auto mit WLAN ausstatten.
  7. Dafür benötigen Sie lediglich einen Ladeadapter, der bereits für zehn Euro erworben werden kann, um den kontinuierlichen Stromfluss zu sichern. Allerdings müssen Sie hierbei bedenken, dass Sie eine aktive SIM-Karte für das alte Smartphone benötigen, um die Verbindung mit dem Internet aufbauen zu können.

Mit speziellen Apps einzelne Funktionen des Handys nutzen

Selbst ältere und beschädigte Smartphones besitzen eine Reihe an integrierten Geräten und Funktionen wie Kamera, Mikrofon, Audio Line Out, GPS, Bewegungssensoren, WLAN, Bluetooth, USB-Zugriff (OTG), Hotspot-Funktion sowie DLNA-Medien-Streaming ("Geräte in der Nähe"), die sich vielfältig einsetzen lassen. Denn einige Apps greifen nur auf die Gerätefunktionen zurück, sodass diese unabhängig vom restlichen Gerät betrieben werden können. Mit andern Apps können Sie einen Server in das Smartphone integrieren, mit dem Sie über den Browser oder über Netzsoftware auf andere Geräte zurückgreifen können. Mögliche Einsatzbereiche und Apps hierfür wären u. a.:

  1. Radio FM oder Tune In

    Mit diesen Apps machen Sie Ihr Radio überflüssig. Per WLAN verbinden Sie sich mit der App ihrer Wahl und schließen das Smartphone per Klinkenstecker oder Bluetooth an die Stereoanlage oder ein Lautsprechersystem an. In Abhängigkeit zu Ihren eigenen Klangvorlieben liegen die Ausgaben hierfür zwischen zehn und 300 €.
  2. Cerberus

    Eigentlich ist diese App zur Ortung eines verlegten oder gestohlenen Smartphones gedacht, sie lässt sich aber auch zweckentfremden. Denn über den integrierten GPS-Chip eines Smartphones kann es auch zum Auffinden eines Autos genutzt werden. Dafür müssen Sie nur ein Smartphone im Auto deponieren, es an die Stromversorgung anschließen und Cerberus installieren. In Zukunft werden Sie bei Großveranstaltungen sofort Ihr Auto finden.
  3. Globio Alarmanlage

    Wie der Name vermuten lässt, wandelt diese App Ihr Smartphone in eine einfache Alarmanlage um. Zwar ist die App in einer kostenlosen Version verfügbar, diese schaltet aber fast alle Funktionen des Smartphones ab. Es empfiehlt sich daher, die Version für 2,29 Cent zu erwerben. Hiermit können Sie dann einzelne oder sämtliche Funktionen wie Mikrofon, Kamera oder Bewegungssensor aktivieren. Sollten sich Langfinger an Ihrer Wohnung oder Ihrem Auto zu schaffen machen, verschickt die App eine SMS oder E-Mail.
  4. Baby Monitor

    Diese Android-App kann zur Überwachung des Kinderzimmers genutzt werden, wenn die Eltern in einem anderen Raum oder außer Haus sind. Dabei greift die App auf das Mikrofon des Smartphones zurück und misst die Lautstärke des Kindes. Über den Punkt "Sensity Level" wird die Empfindlichkeit des Mikros eingestellt und festgelegt, ab welcher Lautstärke die Eltern kontaktiert werden sollen.
  5. Steuerungs-Apps für Fernseher

    Alte oder beschädigte Smartphones können problemlos als Fernsteuerung für Smart-TVs oder Mediencenter eingesetzt werden. Beachten Sie dabei, den genutzten Geräten über den Router eine feste IP-Adresse zuzuweisen. Via Google Play können diverse Steuerungs-Apps für Fernseher erworben werden. Es empfiehlt sich allerdings, eine zum Gerät passende App zu kaufen, die vom selben Hersteller des TV-Geräts stammt. Geeignete Apps für das Mediencenter XBMC/Kodi sind KoreYatse und Kodi.

Im Folgenden haben wir für Sie zwei praktische Fallbeispiele angeführt, die Ihnen die Möglichkeiten eines Upcyclings verdeutlichen sollen.

Das Smartphone als Kamera nutzen

  1. Bereits ein altes Smartphone verfügt über sämtliche Funktionen, um als IP-Webcam oder Überwachungskamera eingesetzt werden zu können. Dabei bietet es zahlreiche Parameter zur individuellen Einstellung. Der einzige technische Haken betrifft die Befestigung des Smartphones an der entsprechenden Stelle. Idealerweise sollte das Gerät in der Nähe einer Steckdose positioniert werden.
  2. Die anschließende Installation der Android-App IP Webcam ist unkompliziert und schnell bewerkstelligt. Sie müssen dafür lediglich in den App-Einstellungen zuerst den Punkt "Local broadcasting" auswählen und danach "Starte Server" aktiveren. Falls Sie Ihre IP-Adresse nicht kennen oder vergessen haben, können Sie unter dem Eintrag "Wie verbinde ich mich?" eine Lösung finden.
  3. Nach erfolgter Eingabe der IP-Adresse wird der "Android Webcam Server" in allen Browsern desselben Netzwerks angeführt.
  4. Um die Funktion des Live-Streams zu aktivieren, müssen Sie nun "Video Renderer" auswählen. Die Aufzeichnung des Streams erfolgt über den Punkt "Aufnahme Kontrolle". Die Videos werden auf dem Smartphone unter "/ipwebcam_videos" gespeichert.
  5. Bei Fotos empfiehlt es sich, diese direkt auf einem Computer zu sichern. Dafür wählen sie im Browser zunächst "Foto Aufnahme" und anschließend "Bild speichern unter" aus.

Das Smartphone als Daten-und Medienserver nutzen

  1. Falls Sie Audio- oder Videodateien vom Handy streamen wollen, ist dies problemlos möglich. Dafür benötigen Sie grundsätzlich keine spezielle App. So bieten Android-Smartphones der jüngeren Generation die Option "Geräte in der Nähe", welche Sie unter "Verbindungen" aktivieren.
  2. Sie erhalten umgehend Überblick und Zugriff auf die UPnP-Medienbibliothek des PCs und "All Share"-Quelle des Fernsehgeräts im entsprechenden Netz. Falls Sie jedoch Ihr Smartphone zu einem NAS-Server erweitern wollen, gilt es einige Dinge zu beachten und ggf. Kosten in Kauf zu nehmen.
  3. Zum einen muss ein stabiles und schnelles WLAN gegeben sein, da der Datentransfer per Funknetz erfolgt. Dabei ist ein Durchsatz von 40 bis 50 MBit/s möglich, was für Streaming und Büro-Backups aber ausreichend ist.
  4. Zum anderen bereitet der Speicherplatz Probleme, da der Smartphone-Server von Werk aus nur geringen Umfang besitzt. Mit einer externen USB-Festplatte können Sie aber Abhilfe schaffen. Sollte diese über eine eigene Stromversorgung verfügen, dann genügt ein USB-OTG-Kabel für ca. fünf Euro, ansonsten benötigen Sie ein USB-OTG-Y-Kabel, das Sie ab acht Euro erhalten.
  5. Das größte Problem, um das Smartphone als Daten-und Medienserver zu nutzen, besteht aber in dessen Stromversorgung. Denn wenn eine externe Festplatte am Micro-USB-Adapter angeschlossen ist, kann das Smartphone nicht aufgeladen werden. Da es für dieses Problem bisher keine befriedigende Lösung gibt, müssen Sie für Ihren NAS-Server eine Multimedia-Docking-Station erwerben.
  6. Solche Geräte verfügen über USB- sowie HDMI-Anschlüsse, einen Audioausgang und eine Ladefunktion. Zur Nutzung von Multimedia-Docking-Stationen (Produktbezeichnungen EDD-S20E und ähnlich) eignen sich besonders Samsung-Smartphones . Die Kosten solcher Geräte beginnen bei 20 Euro und für 45 bis 70 Euro erhalten Sie ein Markenprodukt.
  7. Stellen Sie vor dem Kauf jedoch die Kompatibilität zu Ihrem Smartphone sicher, und dass die Station über eine Ladefunktion und einen USB-Anschluss verfügt.
  8. Zur Steuerung stehen Ihnen diverse Daten-und Medienserver-Apps zur Auswahl. Servers Ultimate - beispielsweise mit Servers Ultimate Pack B (für Samba) sowie Samba Droid - überträgt Daten zu Linux-und Windows-Rechnern, benötigt hierfür jedoch ein gerootetes Android. Falls Ihnen eine Oberfläche für Up- und Downloads genügt, wäre Droid over Wifi eventuell interessant für Sie.
Quelle: In Zusammenarbeit mit PC-Welt
Kommentare
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Auch interessant
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige